Kindermörder im Visier

05. Mai 2019 18:37; Akt: 05.05.2019 18:37 Print

Führt die neue Spur im Fall Maddie nach Deutschland?

Zwölf Jahre nach dem Verschwinden von Madeleine McCann geht die portugiesische Polizei neuen Spuren nach. Laut Berichten soll ein Deutscher in den Fokus der Ermittlungen geraten sein.

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Der Fall Madeleine McCann ist bis heute ungelöst: Das damals dreijährige Kind verschwand am 3. Mai 2007 aus einer Ferienwohnung in Portugal. Mit einer breiten Medienkampagne versuchten die Eltern, ihr Kind zu finden. Madeleine McCann verschwand aus dem Ferienappartement in Praia da Luz, als sie zusammen mit ihren Geschwistern schlief. Die Kinder schliefen allein im Zimmer, während die Eltern mit Freunden im Restaurant des Ferienresorts assen. Die portugiesische Polizei suchte am die Gegend rund um die Ferienanlage mit Spürhunden ab. Von Anfang an waren die Eltern bei der Suche nach ihrer Tochter sehr aktiv und arbeiteten professionell mit der Presse zusammen. Prominenter Helfer: David Beckham trug im Jahr 2007 auch sein Scherflein zur 2-Millionen-Pfund-Belohnung bei, und in einem Video rief er die Bevölkerung dazu auf, «wachsam zu sein und die Augen offen zu halten». Nach dem Verschwinden trugen mehrere Promis zu der Belohnung bei: Allein 3,6 Millionen Franken spendete die «Harry Potter»-Autorin Joanne K. Rowling. Rowlings Tochter wurde in Portugal geboren, nicht weit von dem Ort entfernt, wo Madeleine entführt wurde. Zu den Spendern gehörten auch Virgin-Chef Sir Richard Branson und Manchester-United-Fussballer Wayne Rooney. Doch Maddie bleibt bis heute verschwunden. Am 30. Mai 2007 trafen Maddies Eltern den damaligen Papst Benedikt XVI. Das Oberhaupt der katholischen Kirche segnete im Rahmen der Audienz das Bild der entführten Maddie und versprach, das Kind auch weiterhin in seine Gebete einzubeziehen. Am präsentierte Scotland Yard neue Phantombilder von möglichen Verdächtigen. Nach neuen, zweijährigen Ermittlungen habe es «bedeutsame Veränderungen» gegeben. Die beiden Bilder zeigen mögliche Entführer, die sich zur Zeit des Verschwindens von Maddie in der Ferienanlage Praia da Luz an der Algarve-Küste aufgehalten haben könnten. Die Liste der Verdächtigen ist lang: Der 64-jährige Raymond Hewlett galt seit dem als Verdächtiger im Fall Maddie. Auch er soll sich laut Ermittlern zum Zeitpunkt des Verschwindens in Praia da Luz aufgehalten haben. Im April 2010 starb er an Krebs. Der verurteilte Pädophile Hewlett ähnelte verblüffend dem Phantombild, das die Eltern des entführten Mädchens in Umlauf gebracht hatten. Am war bereits ein neues Phantombild mit einem mutmasslichen Entführer des kleinen britischen Mädchens veröffentlicht worden. Das Bild zeigte einen Mann, den eine Zeugin als «sehr hässlich» beschrieben hatte.

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Am 3. Mai jährte sich das Verschwinden der dreijährigen Madeleine McCann zum zwölften Mal. Die portugiesische Zeitung «Correio da Manhã» veröffentlichte am Jahrestag einen Bericht über neue Spuren, denen die Ermittler derzeit nachgingen. So sollen sie gar eine neue verdächtige Person im Visier haben, schrieb «The Mirror».

Wie die britische «Daily Mail» nun berichtet, soll ein Deutscher in den Fokus der Ermittlungen geraten sein. Die portugiesische Polizei wolle sich nach Hinweisen von Scotland Yard in ihren Ermittlungen auch auf Pädophile aus dem Ausland konzentrieren.

Eine von zwei Personen, die für die Polizei dabei angeblich von «erheblicher Bedeutung» seien, soll der verurteilte Kindermörder Martin Ney sein. Aus dem Bericht geht allerdings nicht hervor, worauf sich diese Vermutungen stützen.

N. wurde bereits zu Maddie befragt

Der in Deutschland als «Maskenmann» bekannt gewordene Kindermörder N. war im Februar 2012 zu lebenslanger Haft mit anschliessender Sicherungsverwahrung verurteilt worden, schreibt der «Stern». Zuvor hatte er gestanden, zwischen 1992 und 2001 drei Jungen ermordet und Dutzende weitere missbraucht zu haben. Bei seinen Taten hatte er jeweils eine dunkle Sturmhaube getragen.

Inwieweit Martin Ney etwas mit dem Verschwinden von Maddie zu tun haben könnte, ist völlig unklar. Wie ein Sprecher der Familie McCann gegenüber der «Daily Mail» sagte, war N. schon früher von Ermittlern zu Madeleines Entführung befragt worden. Die Eltern von Maddie würden sich zu den neuen Verdächtigungen nicht äussern, so der Sprecher weiter.

Aus Ferienanlage verschwunden

Die dreijährige Madeleine McCann war am 3. Mai 2007 aus einer Ferienanlage im portugiesischen Küstenort Praia da Luz verschwunden. Die Eltern waren zu dieser Zeit mit Freunden in einem Restaurant, das rund 50 Meter von der Ferienwohnung entfernt lag. Madeleine war mit ihren beiden zweijährigen Geschwistern allein. Seither fehlt von ihr jede Spur.

Im März erschien auf Netflix eine Doku-Serie, die den Fall nochmals aufrollte. Neue Informationen gab es darin allerdings nicht.

(scl)