Schwere Vorwürfe

21. September 2019 18:20; Akt: 21.09.2019 18:20 Print

Führte diese Frau sogar die NASA an der Nase herum?

Eleni Antoniadou (31) galt lang als Vorzeigewissenschaftlerin. Mattel widmete ihr sogar eine Barbie. Nun wird laut: Alle Erfolge sollen erlogen sein.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Die 31-jährige Eleni Antoniadou gibt seit mehreren Jahren Interviews, in denen sie sich als Forscherin der NASA und als Expertin für regenerative Medizin darstellt. So soll sie bei der NASA Astronauten ausgebildet und aktuell an künstlicher Intelligenz forschen. Die Weltraumorganisation habe ihr gar einen Auszeichnung für ihre erstklassige Forschung verliehen.

In ihrem Heimatland Griechenland wird sie als Star gefeiert und gilt als einer der klügsten Köpfe des Landes. Sie schaffte es sogar, auf die Listen der BBC's 100 wichtigsten Frauen des Jahres 2014 und Forbes 30 bedeutendste Personen unter 30 für 2015 zu kommen. Sogar Mattel erstellte eine Barbie unter der Serie «Shero», die genau so aussieht wie Antoniadou.
Eleni Antoniadou als Barbie-Puppe. (Bild: Mattel)

Doch nun gerät ihr Ansehen ins Bröckeln. Wie «BBC» berichtet, stellten andere griechische Wissenschaftler Anfang Monat Nachforschungen zu Antoniadou an. Ihnen sei es komisch vorgekommen, dass eine so junge Frau schon so viel erreicht haben konnte. Dabei stiessen sie auf einige Ungereimtheiten:

Medizin
Erste künstliche Luftröhre

So hatte die Griechin in Interviews gesagt, dass sie an der weltweit ersten künstlichen Luftröhre gearbeitet hat. Diese wurde 2011 in Stockholm implantiert. Das Kuriose: Die junge Forscherin soll zu der Zeit noch an der Uni gewesen sein. So könne sie nur allenfalls indirekt an der Transplantation beteiligt gewesen sein. Zudem endete diese in einem weltweiten Skandal. Sechs der acht Personen, die eine Luftröhre implantiert bekamen, starben innert wenigen Monaten/Jahren.

Diplom
Hat sie einen Doktortitel?

Eleni Antoniadou bezeichnete sich selbst mehrmals als Doktorandin. Nun behauptet die Gruppe «Greek Hoaxes», die sich der Aufdeckung gefälschter Nachrichten widmet, dass sie nur zwei postgraduale Master-Abschlüsse habe.

Arbeit
Sie arbeitet nicht bei der NASA

Die 31-Jährige gab in mehreren internationalen Interviews an, für die NASA zu arbeiten und gar junge Astronauten zu trainieren. Selbst auf ihrem Instagram-Profil steht die Beschreibung «Simulation Marstronaut». Daneben eine Verlinkung zur NASA. Erst Anfang Woche postete die Griechin eine Auszeichnung auf Facebook, die auf ihre herausragenden Fähigkeiten bei der NASA zurückgeht.
Doch nun kam raus: Laut NASA hat sie nie direkt dort gearbeitet. Sie liessen aber die Möglichkeit offen, dass sie als Subunternehmerin arbeiten könnte. Wie «Greek Hoaxes» herausfand, soll sie stattdessen nur eine zehnwöchige Sommerschule besucht haben. In deren Rahmen soll sie die Fotos auf ihren Social-Media-Profilen erstellt haben.

Zu den Anschuldigen hat sich Eleni Antoniadou bislang nicht geäussert.

(juu)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Der GrossPäppu am 21.09.2019 18:37 Report Diesen Beitrag melden

    Alternative Realität

    Ist doch nichts Neues - im Zeitalter von Donald Trump und Boris Johnson. Jeder biegt sich seine Realität und das Drumherum halt selber zurecht. Hauptsache Publicity, viele Insta-Likes und FacebookDaumen. Die Welt ist krank.

    einklappen einklappen
  • Alex Be am 21.09.2019 18:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ganz einfach

    Nasa ist Griechisch und heisst übersetzt "an der Nase herum"

    einklappen einklappen
  • Mario Theus am 21.09.2019 20:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das Karriere-Aus!

    Tja, das wird in die Hosen gehen. Das wäre etwa gleich als wenn ich einen Sommerkurs an der Harvard absolviere, mich aber als Harvard Absolvent ausgebe. Einfach nur dumm. Gut aussehen genügt halt schon lange nicht mehr.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Emil S. am 21.09.2019 22:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    NASA. Na und?

    Ich komme übrigens von Sirius. Und ich kann es beweisen. Ich habe das Sternbild auf dem Kühlergrill meines Autos.

  • Geissenpeter am 21.09.2019 22:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    NASA nada

    Nada, NASA wurde an der Nase rumgeführt.

  • PM am 21.09.2019 22:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Show

    Da gibt es nochmal so eine Blenderin, Stichwort Theranos, Mrd. von Leuten bekommen ohne jemals ein Resultat zu erbringen. Krass!

  • Barbie Fan am 21.09.2019 22:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    keine orginelle Barbie

    Sorry, aber diese Barbie könnte viele sein. Mit Fantasie könnte man einfach sagen das ist eine Meghan Markle Barbie oder eine Penélope Cruz Barbie, da beide braunes Haar und braune Augen haben. Das ist einfach eine herkömmliche Barbie in einer teureren Verpackung. Aber stimmt, wenn Matell den Namen dieser Person auf die Packung schreibt ist das schon eine Ehre.

  • Leser am 21.09.2019 22:28 Report Diesen Beitrag melden

    Optimieren ist in

    Tja mit der Wahrheit ist es so eine Sache. Den kleinen Kindern sagt man noch, dass sie immer die Wahrheit sagen sollen. In Wirtschaft und Politik gehört das Lügen oder besser gesagt "schönreden" dazu. Auch die Wahrheit, welche in Beziehungen vom Partner immer wieder verlangt wird, kommt dann oftmals doch nicht so gut an, wenn es von der Theorie zur Praxis über geht.