Zwist

30. Dezember 2008 13:33; Akt: 30.12.2008 15:08 Print

Gaza-Angriffe entzweien Araber

Die massiven israelischen Angriffe im Gazastreifen verstärken die schwelenden Konflikte zwischen den arabischen Staaten. Die syrische Führung forderte Ägypten zum Abbruch seiner diplomatischen Beziehungen zu Israel auf. In Aden wurde gar die ägyptische Botschaft gestürmt.

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Ägypten solle «zurückkehren zu seiner eigentlichen Rolle als arabisches Land, das sich in der Palästinenserfrage dem politischen Kampf gegen Israel stellt», schrieb die regierungstreue syrische Tageszeitung «Tishreen». Die Solidarität des ägyptischen Volkes mit den Palästinensern sei offensichtlich grösser als die der politischen Führung in Kairo.

In der jemenitischen Hafenstadt Aden stürmten mehrere Dutzend Demonstranten das ägyptische Konsulat. Nach Angaben von Augenzeugen richteten sie erheblichen Sachschaden an und hissten über dem dreistöckigen Gebäude die Fahne Palästinas.

Die Randalierer, die nach eigenen Angaben ihre Wut über die Haltung der ägyptischen Führung im Nahost-Konflikt ausdrücken wollten, wurden von der Polizei schliesslich mit Tränengas vertrieben. Einige von ihnen wurden laut Augenzeugen festgenommen.

In der Hauptstadt Sanaa hinderte die Polizei am Dienstag Tausende von Demonstranten daran, zur ägyptischen Botschaft zu marschieren. Sie kritisierten den ägyptischen Präsidenten Husni Mubarak, der den Grenzübergang zwischen Ägypten und dem palästinensischen Gazastreifen trotz der massiven israelischen Luftangriffe der vergangenen Tage nur für Hilfsgüter und Verletzte öffnen liess.

Am Montagabend hatten die Parlamente des Iraks und der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) die israelischen Attacken in dem von der radikal-islamischen Hamas kontrollierten Gazastreifen verurteilt.

(sda)