05. April 2005 08:57; Akt: 05.04.2005 09:02 Print

Gaza-Siedler scheinen einzulenken

Die israelischen Siedler im Gazastreifen haben sich erstmals zum kollektiven Umzug in eine neue Ortschaft in der Nähe der Küstenstadt Aschkelon bereit erklärt.

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Israelische Medien berichteten am Dienstag, der Siedlerrat habe eine entsprechende Mitteilung veröffentlicht. Bei einem Treffen mit Ministerpräsident Ariel Scharon am Nachmittag wollten ihre Repräsentanten der kompletten Verlegung des Siedlungsblocks Gusch Katif in die Dünen bei Nizanim zustimmen, hiess es.

Die israelische Zeitung «Jediot Achronot» nannte dies eine «dramatische Veränderung» der Siedler-Position. Diese hatten den Abzugsplan Scharons bislang kategorisch abgelehnt und harten Widerstand angekündigt.

«Wenn der schlechte Plan Scharons wirklich umgesetzt wird, müssen die Siedler in Gusch Katif wie ein Mann nach Nizanim umziehen», hiess es in der Mitteilung des Siedlerrats. Ein entsprechender Plan war bereits von der Regierung vorgeschlagen worden.

Den Berichten zufolge würde der Bau der neuen Siedlung im israelischen Kernland etwa drei Jahre dauern. In dieser Zeit müssten mehrere tausend Siedler zunächst in Übergangs-Wohnungen leben. Scharon will im Juli insgesamt 25 Siedlungen in den Palästinensergebieten räumen lassen.

Israel hofft auf finanzielle Unterstützung der USA

Israel will die USA um finanzielle Unterstützung für die geplante Räumung jüdischer Siedlungen in den Autonomiegebieten bitten. Der stellvertretende Ministerpräsident Schimon Peres sagte dem israelischen Militärrundfunk am Dienstag, er werde nach Washington reisen, um mit US-Vizepräsident Dick Cheney und anderen Regierungsvertretern über mögliche Finanzierungshilfen zu bitten. Eine Summe wollte Peres nicht nennen.

Die israelische Regierung will sämtliche 21 jüdischen Siedlungen im Gazastreifen und vier weitere im Westjordanland räumen. Dafür hat sie den 9.000 betroffenen Siedlern Entschädigungszahlungen und die Bereitstellung neuer Häuser in den Wüsten Galil und Negev zugesichert. Zudem muss der Abzug der israelischen Streitkräfte aus dem Gazastreifen und die Errichtung von Sperranlagen an dessen Grenze zu Israel bezahlt werden. Es sei zu befürchten, dass die von Jerusalem für den Rückzug eingeplanten Gesamtkosten von umgerechnet rund 800 Millionen Euro nicht ausreichten, sagte ein israelischer Regierungsbeamter der Nachrichtenagentur AP.