Elfenbeinküste

21. Februar 2011 06:27; Akt: 21.02.2011 22:51 Print

Gbagbo-Schläger töten sechs Menschen

Die Gewalt in der Elfenbeinküste nimmt kein Ende: Schwer bewaffnete Leibwächter des offiziell abgewählten Machthabers Laurent Gbagbo haben in Abidjan sechs Menschen getötet.

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Am ist der abgewählte Präsident der Elfenbeinküste, Laurent Gbagbo, in seiner Residenz verhaftet worden. Am 13. April gab Alassane Ouattara bekannt, dass er Gbagbo vor Gericht bringen wolle. Soldaten des abgewählten Präsidenten Laurent Gbagbo haben in der Elfenbeinküste auf französische Kampfhubschrauber geschossen. Am 7. April formieren sich die Truppen des international anerkannten Präsidenten Ouattara für einen Angriff auf die Residenz Gbagbos. Am 6. April schiessen Soldaten auf die Residenz des abgewählten Präsidenten Laurent Gbagbo. Dieser soll sich laut UNO in einem Bunker verschanzen. Am 5. April nehmen Ouattara-Truppen den Präsidentenpalast ein. Gbagbo verschanzt sich in einem Bunker. Am 4. April mischen sich die UNO und Frankreich in den Konflikt in der Elfenbeinküste ein. Zuvor hatte Frankreich die Evakuierung aller in der Elfenbeinküste lebenden Franzosen vorbereitet. Am 1. April marschieren Truppen des international anerkannten Präsidenten Alassane Ouattara in die Wirtschaftsmetropole Abidjan ein. Am 30. März 2011 nehmen die Anhänger Ouattaras die Hauptstadt Yamoussoukro ein. Am 29. März 2011 gelingt es Truppen von Alassane Ouattara, zwei Städte einzunehmen. Ouattara-Verbündete hoffen, mit der Einnahme strategisch wichtiger Städte den abgewählten Präsidenten Gbagbo ins Exil zu zwingen. Kristalina Georgieva, die Krisenreaktionskommissarin der EU kündigt die Aufstockung der Hilfe von 5 auf 35 Milliarden Euro an. Am 16. März schlägt der international anerkannte Präsident der Elfenbeinküste, Alassane Ouattara, dem abgewählten Präsidenten Laurent Gbagbo die Bildung einer gemeinsamen Regierung vor. Am 3. März 2011 intensivieren sich die Konflikte in der Elfenbeinküste: Gbagbo-Gegner demonstrieren gegen den abgewählten Präsidenten, dessen Milizen eröffneten derweil das Feuer gegen Demonstrantinnen. Bewaffnete Anhänger des abgewählten Präsidenten Laurent Gbagbo töten am 21. Februar 2011 sechs unbeteiligte Zivilisten in Abidjian. Am 19. und 20. Februar gingen Anhänger des offiziellen Wahlsiegers Alassane Ouattara erneut auf die Strasse. Dabei kam es zu heftigen Zusammenstössen mit der Polizei. Am 15. Februar 2011 liegen in der Elfenbeinküste immer noch über 100 Menschen in den Leichenhäusern: Eine Frau zeigt das Bild ihres Ehemannes, der ebenfalls getötet worden war. Am 24. Januar verlangt der Präsident Nigerias eine Resolution der UNO, um Gbagbo militärisch zu stürzen. Die UNO will weitere 2000 Mann in der Elfenbeinküste stationieren. Die Zeichen stehen auf Konflikt. Am 17. und 19. Januar 2011 versuchte der kenianische Präsident Raila Odinga (rechts), den Machtinhaber Laurent Gbagbo (links) dazu zu bewegen, auf sein Amt zu verzichten - vergeblich. Unterstützer von Wahlverlierer Laurent Gbagbo haben am 13. Januar 2011 drei UNO-Fahrzeuge in der Hauptstadt Abidjan angezündet. Dieser Anschlag war nicht der erste Angriff gegen die UNO-Blauhelme in dem westafrikanischen Land. In Abidjan, der Hauptstadt der Elfenbeinküste ist es seit Anfang Dezember im Nachgang zur Präsidentenwahl zu wütenden Protesten gekommen. Herausforderer Alassane Ouattara hat die Wahl laut Kommission mit 54,1 Prozent der Stimmen für sich entschieden. Dennoch liess sich auch Amtsinhaber Laurent Gbagbo zum Präsidenten vereidigen. Die Anhänger von Wahlsieger Ouattara gingen wütend auf die Strassen Abidjans. Sie entfachten auch Feuer. Bei den Ausschreitungen kamen mindestens 173 Personen ums Leben, hunderte wurden verletzt.

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Die Angreifer fielen in Stadtviertel ein, die von Anhängern des international anerkannten Siegers der Präsidentenwahl, Alassane Ouattara, bewohnt werden. Die Schwergen Gbagbos waren mit Maschinengewehren und Handgranaten bewaffnet.

Ein 14-Jähriger erlag in einer Klinik seinen Verletzungen, nachdem seine Brust von Hunderten Granatsplittern durchlöchert worden war. Einige Strassen weiter hielten Anwohner eine Totenwache für einen Jugendlichen ab. Dem Opfer war laut Augenzeugen das halbe Gesicht weggeschossen worden, als mit einem auf einem Polizeiwagen deponierten Maschinengewehr das Feuer eröffnet wurde.

Weiterer Anlauf zur Vermittlung

Unterdessen traf ein aus vier Präsidenten bestehendes Gremium der Afrikanischen Union (AU) in der Elfenbeinküste ein, um einen Ausweg aus der politischen Krise des Landes zu finden. Nachdem bereits vier internationale Vermittlungsversuche gescheitert waren, sollen nun die Präsidenten aus Südafrika, Mauretanien, Tansania und dem Tschad eine Einigung herbeiführen. Der Präsident des Nachbarstaates Burkina Faso, Blaise Compaore, sagte seine Teilnahme an den Gesprächen ab, weil Anhänger Gbagbos mit einem Angriff auf ihn gedroht hatten.

Der frühere Präsident war bei der Wahl Ende November seinem Konkurrenten Ouattara unterlegen, weigert sich aber seitdem, sein Amt abzugeben. In den vergangenen Monaten kam es immer wieder zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Anhängern der beiden Rivalen. Am Wochenende hatten Sicherheitskräfte nach Angaben von Augenzeugen den zweiten Tag in Folge auf Demonstranten geschossen und dabei mindestens vier Menschen getötet.

Ouattaras Ministerpräsident Guillaume Soro sagte, er rechne nicht mit einem Erfolg der neusten Vermittlungsrunde und rief das ivorische Volk zu landesweiten Protesten nach dem Vorbild Ägyptens auf.

(ap)