20. August 2006 13:27; Akt: 20.08.2006 15:20 Print

Geburtstag von Hitlerstellvertreter gefeiert

Auch dieses Jahr sind in Deutschland Neonazis zum Geburtstag des Hitler-Stellvertreters Rudolf Hess auf die Strasse gegangen. Die Linksextremen mobilisierten zum Kampf gegen die Neonazi-Märsche.

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Insgesamt haben mehrere tausend Menschen gegen Neonazi-Aufmärsche zum Todestag des Hitler-Stellvertreters demonstriert.

In Jena, München und Berlin marschierten laut Polizei insgesamt mehr als 700 Rechtsextreme auf. In Berlin und München kam es zu einzelnen Ausschreitungen, insgesamt wurden mehr als 50 Menschen festgenommen.

Unter dem Motto «Wunsiedel ist bunt, nicht braun» gingen in der bayerischen Stadt, wo Hess begraben ist, nach Polizeiangaben mehr als 400 Menschen auf die Strasse. «Eine starke Zivilgesellschaft bleibt unverzichtbar», betonte der parlamentarische Staatssekretär Christoph Bergner (CDU). Eine Neonazi-Kundgebung hatte die Stadt zuvor verboten.

In Fulda protestierten trotz der Absage eines rechtsextremistischen Aufmarsches rund 1 500 Menschen für Demokratie und Menschenrechte. Zahlreiche Redner riefen zu stärkerer Geschlossenheit der demokratischen Kräfte auf. Die kurzfristige Absage des Neonazi-Aufmarsches wurde mit Erleichterung aufgenommen und als «Etappensieg gegen Rechtsradikalismus» gewertet. Gegen 29 Rechtsextreme, die sich trotz des Demonstrationsverbots versammelten, erteilte die Polizei Platzverweise.

Im thüringischen Jena versammelten sich 350 Neonazis, rund 1 800 Menschen nahmen an einer Gegendemonstration teil. Es gab laut Polizei eine Festnahme. In München waren rund 130 Rechtsextreme und sowie mehrere hundert Gegendemonstranten unterwegs. Laut Polizei wurden 29 Personen festgenommen, darunter 27 Gegendemonstranten aus der autonome Szene, die Flaschen und andere Gegenstände geworfen hatten. Zwei Neonazis hatten verfassungsfeindliche Symbole gezeigt.

In Berlin zogen 230 Rechte und 400 Gegendemonstranten durch den Bezirk Mitte. Insgesamt wurden in der Hauptstadt zwölf Personen aus dem rechten und linken Spektrum festgenommen.

(ap)