China

16. Februar 2011 09:30; Akt: 16.02.2011 16:55 Print

Gefährlicher Besuch bei Dissidenten

Mehrere ausländische Journalisten sind in China angegriffen worden, als sie den unter Hausarrest stehenden Bürgerrechtler Chen Guangcheng besuchen wollten.

Chen Guangcheng in dem am 11. Februar veröffentlichten Video.
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Betroffen waren Korrespondenten des US-Nachrichtensenders CNN, der «New York Times», von «Le Monde», «Radio France Internationale» und «Le Nouvel Observateur», wie der Auslandskorrespondentenclub (FCCC) in Peking am Mittwoch berichtete.

CNN-Korrespondent Stan Grant und sein zweiköpfiges Kamerateam seien sogar mit Steinen beworfen worden. Sicherheitsleute hätten das Team an einer Strassensperre in der Nähe des Dorfes Donshigu in der ostchinesischen Provinz Shandong zur Umkehr gezwungen.

Chen, der seit seiner Kindheit blind ist, gehört zu den führenden Mitgliedern der kleinen Menschenrechtsbewegung in China. Er setzt sich insbesondere gegen Zwangsabtreibungen und -sterilisationen ein. Seit seiner Entlassung aus dem Gefängnis im Herbst steht er unter Hausarrest.

Vergangene Woche war im Internet ein Video über das Leben des eingesperrten Bürgerrechtlers aufgetaucht. Darin prangerte Chen Guangcheng seinen Hausarrest an. Danach wurden er und seine Frau Yuan Weijing nach Angaben von internationalen Menschenrechtsgruppen von Beamten der Polizei und Staatssicherheit in ihrem Haus verprügelt.

Die US-Regierung äusserte sich am Dienstag besorgt über den Hausarrest Chen Guanchengs und seiner Familie. Ein Sprecher des US- Aussenministeriums sagte, Washington rufe die chinesische Regierung auf, sofort die persönlichen Freiheiten Chens und seiner Familie wieder herzustellen.

(sda)