Person des Jahres

14. Dezember 2011 15:35; Akt: 14.12.2011 19:42 Print

Gemeinsame Ehre für globale Bewegung

«Der Demonstrant» ist für das amerikanische Magazin «Time» die «Person des Jahres». Geehrt werden so Millionen Menschen weltweit, die mit ihrem Widerstand vielerorts Geschichte schrieben.

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Das Cover des «Time»-Magazine und stellvertretend für die Demonstranten ein Protest anfangs Jahr in Tunesien. (Bild: Keystone)

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Das Nachrichtenmagazin «Time» hat bei seiner Wahl der «Person des Jahres 2011» die Protestbewegung rund um den Globus gewürdigt. Als den Menschen, der das auslaufende Jahr am meisten geprägt habe, stellte die New Yorker Zeitschrift am Mittwoch eine anonyme Person vor: «Der Demonstrant».

Ein Jahr, nachdem sich ein tunesischer Gemüseverkäufer aus Protest gegen die Lage in seinem Land selbst angezündet hatte, habe sich die Bewegung über den Nahen Osten nach Europa und die USA ausgedehnt, die globale Politik verändert und die Macht des Volkes neu definiert, erläuterte «Time» die Entscheidung.

Viele Gemeinsamkeiten

Weiter heisst es in der jüngsten Ausgabe des Magazins: «Es ist bemerkenswert, wie viel die Spitzen der Protestbewegungen gemein haben. Überall sind sie zum grossen Teil jung, der Mittelklasse zugehörig und gebildet.» Fast alle Bewegungen dieses Jahres hätten unabhängig von bestehenden politischen Parteien oder oppositionellen Gruppen begonnen.

«Überall in der Welt glauben die Demonstranten von 2011, dass das politische System und die Wirtschaft in ihrem Land nicht mehr funktioniert und korrupt ist, dass sie sich zu Schein-Demokratien entwickelt haben, die den Reichen und Mächtigen dienen und echte Veränderungen blockieren.»

Vorgänger Mark Zuckerberg

«Time»-Chefredaktor Rick Stengel fügt hinzu, dass die breitesten Berichte von 2011 mit den Demonstranten zu tun hatten. «Sie leisteten Widerstand, stellten Forderungen, ohne aufzugeben, selbst wenn die Antwort in Form einer Tränengaswolke oder eines Kugelhagels kam.»

Der «Mann des Jahres» - seit 1999 die «Person des Jahres» - wird seit 1927 von dem Magazin bestimmt. Vor einem Jahr war der Titel an den «Facebook»-Gründer Mark Zuckerberg gegangen.

Zuvor waren unter anderen US-Präsident Barack Obama, sein Vorgänger George W. Bush, Bono von der Rockgruppe U2 sowie Amazon-Gründer Jeff Bezos auf das Deckblatt der traditionellen «Person of the Year»-Ausgabe im Dezember gekommen. Unter den anderen Kandidaten dieses Jahres waren der chinesische Künstler Ai Weiwei und Kate Middleton, die Frau von Prinz Williams.

(sda/ap)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • A. B. Warten am 14.12.2011 16:23 Report Diesen Beitrag melden

    Welche Richtung?

    Ob das gute Geschichte werden wird muss sich erst noch zeigen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • A. B. Warten am 14.12.2011 16:23 Report Diesen Beitrag melden

    Welche Richtung?

    Ob das gute Geschichte werden wird muss sich erst noch zeigen.