Libyen

05. April 2019 02:34; Akt: 05.04.2019 02:57 Print

General Haftars Truppen sind 30 km vor Tripolis

Einheiten der abtrünnigen Libyschen Nationalen Armee haben ohne Gefechte kurz vor der libyschen Hauptstadt einen Kontrollposten eingenommen.

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Die Truppen des abtrünnigen libyschen Generals Chalifa Haftar sind auf weniger als 30 Kilometer von der Hauptstadt Tripolis vorgerückt. Einheiten der sogenannten Libyschen Nationalen Armee (LNA) bezogen am Donnerstagabend an einer Strassensperre 27 Kilometer von Tripolis entfernt Stellung.

Dies berichteten westliche Journalisten von vor Ort in der Nacht auf Freitag. LNA-General Abdessalem al-Hassi sagte, der Kontrollposten sei ohne Gefechte eingenommen worden. Vor Ort befanden sich mindestens 15 Pickups mit Luftabwehrgeschützen und dutzende Männer in Militäruniformen. Derweil kündigte die Tripolis Protection Force, ein Bündnis von Milizen der Hauptstadt, auf Facebook einen Einsatz an, um das Vorrücken der Libyschen Nationalen Armee zu stoppen. Nähere Angaben machte das Bündnis aber nicht.

Weltgemeinschaft besorgt

Haftar hatte seinen Truppen am Donnerstag befohlen, in Richtung der Hauptstadt Tripolis vorzurücken, wo die international anerkannte Regierung des nordafrikanischen Krisenstaates ihren Sitz hat. Bereits am Mittwochabend hatte die LNA angekündigt, sich auf eine Offensive im Westen des Landes vorzubereiten, um die Region von «Terroristen und Söldnern» zu säubern.

Die Ankündigung löste international Besorgnis aus. Die USA und mehrere Verbündete warnten vor einer militärischen Eskalation und drohten mit Konsequenzen. Der Uno-Sicherheitsrat wird sich am heutigen Freitag hinter verschlossenen Türen mit der Lage in Libyen befassen. Die Sitzung wurde auf Antrag Grossbritanniens einberufen, wie Diplomaten sagten.

Seit dem Sturz des Machthabers Muammar al-Ghadhafi im Jahr 2011 herrscht in dem nordafrikanischen Land Chaos. Die Regierung in Tripolis ist schwach und hat weite Teile des Landes nicht unter Kontrolle. Haftar unterstützt mit seinen Truppen eine Gegenregierung, die im Osten Libyens herrscht.

(chk/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Typhoeus am 05.04.2019 06:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Libyen wieder

    kurz vor einem Bürgerkrieg? Oder sind es nur rivalisierende Gangster, die sich um die Erdölmilliarden streiten?

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  • Sepp am 05.04.2019 07:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Storytelling

    Das Theater geht wieder los. Bin gespannt auf das Drehbuch des Imperiums. Wir befreien im Auftrag der Menschlichkeit die belagerten Zivilisten in Tripolis und schützen deren legitimes Eigentum das Öl welches wir gerne zu fairen Marktpreisen zur demokeatischen Entwicklung des Landes abkaufen.

  • Es ist angerichtet am 05.04.2019 13:38 Report Diesen Beitrag melden

    Zu Tisch bitte...

    Sodele, Flächenbrand Nahost nächster Akt. Bush war für die Initialzündung verantwortlich, Obama hat die Glut verteilt und gleich noch für ein, eines Friedensnobelpreisträgers angemessenes Erbe gesorgt; das Chaos in Libyen inkl. Flüchtlingsstrom nach Europa. Danke sag ich da mal auch an die Nato, als feige Erfüllungs-Gehilfen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • untermensch am 06.04.2019 23:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Afrikanischen Dollar

    Solange man nicht davon redet, werden keine Köpfe zum Rollen gebracht.

  • Frau Lindauer am 06.04.2019 21:30 Report Diesen Beitrag melden

    Muss uns das kratzen?

    Die Libyer dürfen doch machen was sie wollen. Wir sollten uns da gar nicht einmischen.

  • Tom - Bern am 06.04.2019 13:36 Report Diesen Beitrag melden

    Lybische Regierung ist anerkannt

    und wenn man den Artikel weiter liest, dann steht da dass diese anerkannte Regierung schwach ist. Kein Wunder ist sie anerkannt, da eine solche Regierung sehr leicht von aussen geführt werden kann. Nun haben die Staaten Angst, dass eine neue starke Regierung kommt, die versucht die Interessen des Landes durchzusetzen

  • shlomo am 06.04.2019 12:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Haftar muss siegen ...

    und die von den USA gestuetzten Vasallen aus Tripolis vertreiben. Und dann soll ein Sohn von Ghadaffi Praesident werden und versuchen, aus dem Land wieder das zu machen, was es vor dem Ueberfall der USA und ihrer Speichellecker war. Ein wohlhabendes Land !

  • Fredy Gutgläubig am 06.04.2019 11:54 Report Diesen Beitrag melden

    Zivilisten schützen?

    Habe gemeint, Obama, Cameron, Sarkozy und die NATO hätten Frieden gebracht? Die 3 Herren können vielleicht vermitteln? Vielleicht kommt Herr Haftar, um das verschwundene Gadaffi Gold zu suchen?