Über 200 Verletzte

28. Juli 2018 05:33; Akt: 28.07.2018 10:27 Print

Gewalt im Nahen Osten eskaliert erneut

In Gaza wurden am Freitag zwei Palästinenser getötet – ein Israeli starb nach einem Anschlag. Auch auf dem Tempelberg in Jerusalem gab es erstmals seit Monaten wieder Unruhen.

Gewalt in Gaza: Proteste fordern Tote und Verletzte. (Video: Tamedia/AFP)
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Die israelische Besetzung der Palästinensergebiete hat erneut Todesopfer gefordert. Im Gazastreifen wurden am Freitag zwei Palästinenser bei teilweise gewaltsamen Protesten an der befestigten Grenzanlage zu Israel von Soldaten erschossen und mehr als 200 verletzt. Ein Israeli starb in der Nacht zum Freitag nach der Messerattacke eines Palästinensers in der Siedlung Adam im Westjordanland an seinen Verletzungen.

Bei Zusammenstössen auf dem Tempelberg in Jerusalem wurden zudem rund 40 Palästinenser verletzt und mehr als 20 festgenommen. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Gaza wurden bei neuen Protesten an der Grenze zu Israel ein 14-Jähriger und ein 43-Jähriger durch Schüsse tödlich am Kopf verletzt.

Die israelische Armee teilte mit, rund 7000 Palästinenser hätten an Ausschreitungen entlang der Grenze teilgenommen. Sie hätten Steine auf Soldaten geworfen und Reifen in Brand gesetzt. Einige hätten den Grenzzaun beschädigt. Nach palästinensischen Angaben verursachten Branddrachen und -ballons mehrere Brände im israelischen Grenzgebiet.

Proteste gegen Blockade

Seit Ende März wurden bei Protesten und Konfrontationen nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Gaza mehr als 150 Palästinenser von israelischen Soldaten getötet. Die Uno hatte den Einsatz von scharfer Munition gegen Demonstranten kritisiert.

Die Palästinenser fordern ein Ende der vor mehr als zehn Jahren verhängten Gaza-Blockade und ein Rückkehrrecht in das israelische Staatsgebiet. Sie beziehen sich dabei auf Flucht und Vertreibung Hunderttausender im Zuge der israelischen Staatsgründung 1948. Menschenrechtsorganisationen warnen vor unerträglichen Zuständen in dem seit mehr als zehn Jahren blockierten Küstengebiet, in dem rund zwei Millionen Menschen leben.

Konfrontationen auf Tempelberg

Auf dem Tempelberg in Jerusalems Altstadt kam es am Freitag zu gewaltsamen Konfrontationen von Palästinensern mit der israelischen Polizei. Beide Seiten warfen sich gegenseitig vor, die Gewalt initiiert zu haben. Die Polizei teilte mit, nach den muslimischen Freitagsgebeten auf dem Tempelberg hätten Palästinenser Polizisten mit Steinen und Feuerwerkskörpern beworfen. Dutzende Palästinenser hätten sich in der Al-Aksa-Moschee verschanzt, bis die Polizei diese geräumt habe.

Nach einer Messerattacke in einer israelischen Siedlung teilte das Hadassah-Spital in Jerusalem am Freitag mit, ein 31-jähriger Israeli sei seinen Verletzungen erlegen. Ein 17-jähriger Palästinenser war am Donnerstagabend in die Siedlung Adam nordöstlich von Jerusalem eingedrungen. Er stach mit einem Messer auf drei Israelis ein. Einer von ihnen habe ihn erschossen, teilte die Armee mit.

Die Armee blockierte nach dem Anschlag die Einfahrt zu dem Dorf Kubar, aus dem der Täter stammte. Bei Razzien kam es nach Medienberichten zu Konfrontationen mit palästinensischen Einwohnern. Die israelische Armee verlegt angesichts der Sicherheitslage zwei weitere Bataillone ins Westjordanland.

(scl/sda)