Grossbritannien

21. Juli 2019 06:33; Akt: 21.07.2019 13:48 Print

Gewinnt Johnson, geht der Justizminister

David Gauke würde seinen Posten in einer von Johnson geführten Regierung aufgeben.

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David Gauke protestiert gegen Boris Johnson: Der Justizminister verlässt nach einem Gespräch mit der zurücktretenden Premierministerin Theresa May das Gebäude. (2. April 2019) Im Rennen um die May-Nachfolge gilt Boris Johnson als Favorit. Niemand wolle einen «ungeordneten Brexit»: Boris Johnson in der BBC-TV-Debatte. (18. Juni 2019) Mit haushohem Vorsprung hatte der britische Ex-Aussenminister Boris Johnson am 13. Juni 2019 bereits die erste Runde zur Wahl des neuen Vorsitzenden der regierenden Tory-Partei für sich entschieden. Im ersten Wahlgang stimmten 114 von 313 Tory-Abgeordneten im britischen Unterhaus für Johnson. Boris Johnson ist seinem Ziel, Regierungschef zu werden, derzeit so nahe wie nie zuvor - ein Ziel, das der 54-Jährige bereits seit Jahren verfolgt. Er hat versprochen, Grossbritannien werde die EU am 31. Oktober 2019 verlassen - ob mit oder ohne Abkommen. Das Bild ist zwar schon älter, aber jetzt wieder aktuell. Es scheint so manchem Briten aus der Seele zu sprechen: Ein Velofahrer zeigt Brexit-Anführer Boris Johnson, was er von ihm hält. Der ehemalige Londoner Bürgermeister (rechts) hat zudem angekündigt, er würde die Austrittsrechnung Grossbritanniens nicht begleichen, bis die EU besseren Austrittskonditionen zustimme. Der Mann mit dem stets verstrubbelten blonden Haarschopf wurde im Laufe seiner Karriere immer wieder in Umfragen zum beliebtesten Politiker Grossbritanniens gekürt. Er gehörte im 2016 zu den Gewinnern des EU-Referendums. Doch nach dem Ja zum Brexit trat der damals 52-Jährige kleinlaut vor die Presse. Er konnte nicht verbergen, dass er über den beschlossenen Austritt aus der EU selbst erschrocken war.

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Der britische Justizminister David Gauke hat seinen Rücktritt angekündigt für den Fall, dass der frühere Aussenminister Boris Johnson das Amt des Premierministers übernimmt. Sollte Johnson wie erwartet das parteiinterne Duell gegen den amtierenden Aussenminister Jeremy Hunt um die Nachfolge der scheidenden Regierungschefin Theresa May gewinnen, werde er sein Amt niederlegen, sagte Gauke der «Sunday Times». Den von Johnson in Erwägung gezogene harte Brexit würde aus seiner Sicht eine «Demütigung» für sein Land bedeuten.

Der Brexit-Hardliner Johnson ist nach eigenem Bekunden bereit, das Vereinigte Königreich auch ohne Austrittsvertrag aus der EU zu führen. Er gilt als Favorit in der Urabstimmung unter den Mitgliedern der britischen Konservativen, deren Ergebnis am Dienstag erwartet wird. Der Sieger der Wahl wird dann automatisch auch neuer britischer Regierungschef.

(roy/afp)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Seppetoni am 21.07.2019 06:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    gut so

    Politiker die erpressen soll man ziehen lassen.

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  • Roger Campos am 21.07.2019 06:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    God save the queen...

    Dachte immer wir machen ein Drama EUja EU nein, Schengen, Handelsabkommen, Rahmenvertrag, Bilaterale... aber die sind schlimmer

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  • Max Schertenleib am 21.07.2019 08:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vermutlich...

    ...würde er eh von Johnson entlassen. Deshalb wohl macht er noch auf Publizität, solange er noch kann. So einfach ist das.....

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Die neusten Leser-Kommentare

  • LM AA am 22.07.2019 12:33 Report Diesen Beitrag melden

    Die Welt geht nicht unter

    Dann kann er halt dort, wo das Gras gemäht ist.

  • T. Well am 21.07.2019 22:23 Report Diesen Beitrag melden

    Allez Mr. Johnson

    Boris Johnson wird ein super Präsident. Wir sollten in der Schweiz auch solche BR haben. Leider haben wir nur non-valeurs. Sehr sehr schade

  • Cavi33 am 21.07.2019 21:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Politiker und Probleme

    Kein Problem, wäre als Premierminister eh zu eigensinnig.

  • Patriot am 21.07.2019 19:28 Report Diesen Beitrag melden

    Das Land bricht auseinander

    Ein Zwei-Parteien-System in einem Staat der aus 4 Ländern besteht. Jeder Teilstaat ist zersplittert in wirtschaftlich profitable und in wirtschaftlich desaströse Gebiete. Nur die Monarchie und ein äusserer Gegner (EU) halten das Land noch zusammen. Man könnte auch sagen das Nordirland überall in GB zu finden ist. Die Briten haben ihre Gemeinsamkeiten verloren. Ihnen ist der sprichwörtliche common sense abhanden gekommen. Das ist die Folge einer neoliberalen Wirtschafts- und Gesellschaftspolitik die sich die Beliebigkeit auf die Fahnen geschrieben hatte und die Egoismus als Tugend betrachtet.

  • chrisreit am 21.07.2019 17:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    chris

    Was heisst da erpressen. Keine ahnung aber einfach poltern. Muss ja nichts bewisen heutzutage und die andeten sind schuld.