Attentat von Tucson

10. Februar 2011 10:42; Akt: 10.02.2011 13:07 Print

Giffords kann wieder sprechen

Einen Monat nach dem Attentat von Tucson geht es der US-Abgeordneten Gabrielle Giffords immer besser. Ihr Mann will deshalb wie geplant an einem Weltraumflug teilnehmen.

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Am 21. Januar wurde Gabrielle Giffords mit dem Flugzeug von Tucson nach Houston gebracht, wo sie in einer Reha-Klinik behandelt wird. (Bild: Reuters)

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Giffords hat wieder zu sprechen begonnen. Die ersten Worte habe sie vor ein paar Tagen gesagt, nun rede sie mehr und mehr, teilte ihr Sprecher am Mittwoch mit. Er konnte sich nicht mehr erinnern, was ihre ersten Worte waren, doch eines Morgens habe sie nach Toast verlangt. «Sie arbeitet sehr hart, und das zahlt sich aus», sagte C. J. Karamargin der Nachrichtenagentur AP. Giffords sei eine Kämpferin, das beweise sie jeden Tag aufs Neue.

Giffords' Ehemann, NASA-Astronaut Mark Kelly, teilte auf Facebook mit, seine Frau habe wieder Appetit und nehme drei Mahlzeiten täglich zu sich, «obwohl es Krankenhausessen ist». Es falle schwer zu glauben, dass das Attentat erst einen Monat her sei. Die Ärzte bescheinigten ihr angesichts der Schwere ihrer Verletzungen eine blitzschnelle Genesung, schrieb Kelly. Doch sie meinten es ernst, wenn sie sagten, dass es noch ein Marathon sei.

Ein offenbar geistig verwirrter Attentäter hatte die 40-Jährige am 8. Januar bei einem Bürgertreff vor einem Einkaufszentrum in Tucson in den Kopf geschossen und dabei lebensgefährlich verletzt. Bei dem Attentat wurden sechs Menschen getötet, darunter ein neunjähriges Mädchen und ein Bundesrichter, und 13 verletzt.

Kelly startet ins All

Angesichts der schnellen Genesung seiner Frau hat sich Mark Kelly zu einer Teilnahme am letzten Weltraumflug der Raumfähre «Endeavour» im April entschlossen. Nach dem Attentat hatte sich der NASA-Astronaut eine Auszeit von seinem Training genommen. Unklar war, ob der 46-Jährige wie geplant als Kommandeur an der zweiwöchigen Weltraummission teilnehmen würde. Die NASA benannte zwischenzeitlich einen Vertreter für Kelly.

Kellys Zwillingsbruder Scott, der ebenfalls Astronaut bei der NASA ist, hatte vor einigen Tagen in einem Interview angedeutet, dass sein Bruder sich für den Weltraumflug entscheiden würde. Er sei sich «absolut 100 Prozent» sicher, dass sein Bruder seinen Verpflichtungen an Bord der «Endeavour» so nachkommen werde, als ob der Anschlag auf Giffords nie passiert wäre, sagte Scott Kelly der Nachrichtenagentur AP.

Die Raumfähre «Endeavour» soll am 19. April zu ihrem allerletzten Flug zur Internationalen Raumstation (ISS) starten. Für Kelly wird es die vierte Reise in einer Raumfähre. Nach der «Endeavour» soll nur noch eine einzige Raumfähre ins Weltall starten; es wird die letzte Reise eines Shuttles im 30-jährigen Raumfährenprogramm der USA sein.

(pbl/ap)