Bush unter Beschuss

30. Dezember 2008 10:55; Akt: 30.12.2008 12:14 Print

Gnadenfrist für Schuhwerfer

Der Prozess gegen den irakischen Journalisten, der seine Schuhe auf US-Präsident George W. Bush warf, ist verschoben worden. Denn: Man weiss noch gar nicht, weswegen man ihn anklagen soll.

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Der irakische Journalist, der US-Präsident George W. Bush während einer Medienkonferenz mit Schuhen beworfen hat... ... wird bereits von einigen seiner Landsleuten verehrt. Und der Schuh wird zum Symbol des Widerstandes. Wegen seiner Schuh-Attacke droht dem Journalisten jetzt eine Haftstrafe. Seine Anhänger verlangen die Freilassung von Muntadar al-Zeidi und protestieren mit Bannern und Schuhen auf der ganzen Welt. So wie mit diesem Exemplar hier. Ein Anhänger des venezualischen Präsidenten Hugo Chavez protestierte mit dieser Kombination aus Schuh und verbalen Drohungen in Caracas, der Hauptstadt Venezuelas. Vor dem weissen Haus wurde der Schuh-Wurf auf Präsident Bush parodiert. Kriegs-Gegner bewarfen einen im Sträflings-Anzug und als Bush maskierten Demonstranten mit Schuhen... ... und «prügelten» auf die Präsidenten-Imitation ein. Auch in Beirut, Libanon, demonstrierten Studenten vor der irakischen Botschaft... ... und verbrannten ein Abbild von Präsident Bush. Inklusive Schuh. Auch in Ankara, Türkei, protestierten linksgerichtete Kriegs-Gegner vor der amerikanischen Botschaft. Mit dabei: Der mittlerweile «heilige» Schuh. Bei einem Protest in Kairo, der Hauptstadt Ägyptens, hielt diese Journalistin ihren Schuh als Zeichen der Loyalität zum Schuhwerfer Muntadhar al-Zeidi in die Höhe. Der Schuh machte seinen Weg bis nach Indien. In Neu-Delhi richtete ein indischer Demonstrant seinen Schuh gegen das Bild des umstrittenen Präsidenten. Der Schuh reiste auch nach Karachi, Pakistan. Hier aufgehalten von einem «Pasban Pakistan» Aktivisten. Ein Geschenk «with love» der pakistanischen Organisation Pasban für Präsident Bush. Während einer Demonstration in Gaza Stadt hielt dieser Palästinenser seinen Schuh samt «Autogram» vom Präsidenten in die Kamera. Bush wird mit Füssen, bzw. Schuhen, getreten. Demonstranten im Irak mit klaren Worten an den Präsidenten.

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Das Verfahren gegen Muntadhar al Seidi sollte eigentlich am (morgigen) Mittwoch beginnen und wurde nun auf unbestimmte Zeit verschoben, wie ein Gerichtssprecher am Dienstag in Bagdad mitteilte. Bevor der Prozess beginnen könne, müsse noch festgelegt werden, welche Vorwürfe gegen Al Seidi erhoben werden sollten. Der Fernsehjournalist sollte eigentlich wegen Beleidigung eines ausländischen Staatsgastes angeklagt werden.

Al Seidi hatte am 14. Dezember bei einer Pressekonferenz mit Bush und dem irakischen Regierungschef Nuri al-Maliki seine Schuhe auf den US-Präsidenten geschleudert und dabei in arabischer Sprache gerufen: «Das ist Dein Abschiedskuss, Du Hund! Das ist von den Witwen, den Waisen und all denen, die im Irak getötet wurden!» (siehe Video unten). Die Aktion liess Al Seidi im Irak zu einer Art Volksheld werden. Tausende Menschen demonstrierten für seine Freilassung.

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(Video: AP)

(ap)