Bedrohte Ureinwohner

29. August 2012 22:57; Akt: 30.08.2012 10:49 Print

Goldgräber massakrieren Yanomamis

Sie leben im Grenzgebiet zwischen Venezuela und Brasilien und sind vom Aussterben bedroht. Jetzt wurde bekannt, dass 80 Yanomamis von Goldschürfern niedergemetzelt wurden.

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Durch Rodungen und den Fund von Bodenschätzen sind die Yanomamis in ihrem Lebensraum im Amazonasgebiet bedroht. (Bild: Keystone/AP/Dario Lopez-Mills)

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Brasilianische Goldschürfer haben nach Angaben einer Organisation zum Schutz von Ureinwohnern im Süden Venezuelas bis zu 80 Yanomami-Indianer getötet. Der Angriff soll sich am 5. Juli ereignet haben.

Luis Ahiwei von der Horonami Organización Yanomami (HOY) sagte der Nachrichtenagentur AFP am Mittwoch, die Garimpeiros genannten Goldschürfer hätten im abgelegenen Momoi-Gebiet an der südlichen Grenze zu Brasilien die Indianer mit einem Helikopter angegriffen und ihr rundes Gemeinschaftshaus angezündet. Die Opfer seien bis zur Unkenntlichkeit verbrannt.

Frau von Goldgräbern verschleppt

Nur drei Indianer hätten überlebt, weil sie auf der Jagd gewesen seien. Sie hätten die Leichen gefunden und über das Massaker berichtet. Ahiwei zufolge brach der Konflikt einige Tage zuvor aus, als die Garimpeiros eine Yanomami-Frau verschleppten und die Ureinwohner sie befreiten.

HOY prangerte das Massaker bei der Staatsanwaltschaft, dem Ombudsman und der Armee an und forderte die Behörden in Brasilien und Venezuela zur Bildung einer binationalen Untersuchungskommission auf.

Die Organisation Survival International erklärte, die venezolanischen Behörden müssten die Täter unverzüglich vor Gericht bringen und in der Amazonas-Region ein «Zeichen dafür setzen, dass Mord an Indianern nicht länger ungestraft» bleibe. Die Schürfarbeiten und die Abholzung müssten aufhören, denn sie führten «zwangsläufig zu Massakern an indigenen Kindern, Frauen und Männern».

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • baba am 30.08.2012 09:41 Report Diesen Beitrag melden

    auch Heute noch

    nur zur Info: auch heute gibt es noch Indianerreservate (in America) in welchen die Polizei wegschaut wenn ein Ureinwohner ermordet oder vergewaltigt wird. in den 70ger Jahren wurde dort Frauen nach einer Geburt sterilisiert ohne dass sie es wussten damit sie nicht noch mehr Ureinwohner gebären. Vergewaltigungen und Morde durch Weisse waren an der Tagesordnung und wurden von der Polizei nie untersucht...

  • Simi am 30.08.2012 06:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Konsument

    Jetzt regen sich wieder alle auf. Aber auch das Gold fûr schweizer produkte wie Uhren usw. kommt von dort! Aber das stimmt ja alles nich... wir in unserem pseudo sozialstaat pflanzen unser gold selber an (lol).

    einklappen einklappen
  • Nixxi am 30.08.2012 10:13 Report Diesen Beitrag melden

    Dumm, dümmer am ....

    Immer wieder frage ich mich wie dumm der Mensch noch ist. Die Indianer haben ein Wissen , was uns irgendwann zu gute kommt. Doch lieber verbrennen wir einen wertvollen Schatz an Wissen, weil wir Geldgierig nicht mehr wissen, was und wo die Schätze wirklich liegen. Die Indianer und Urvölker verdienen Respekt , Schutz,und Unterstützung, weil sie bewundernswert ihr Leben meistern müssen, da wo wir es ihnen schwer machen. Traurig und dumm wie der Mensch sich selber kaputt macht und nicht mehr weiss was und wo wirklich der Schatz des Lebens liegt!!!!!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Bürger am 30.08.2012 13:25 Report Diesen Beitrag melden

    Gier tötet

    Offensichtlicher ist es wohl nirgends: Gier tötet - und immer die Schwächeren. Auch wird klar, wie gut es ist, einen Rechtsordnung zu haben, die durchgesetzt werden kann. Eine funktionierende Polizei und Justiz werden immer wichtiger, je knapper die Ressourcen werden.

  • Kühne Manuela am 30.08.2012 13:13 Report Diesen Beitrag melden

    Völkermord im 21. Jahrhundert

    Grauenvoll, dass das unter den Augen einer Justiz passieren kann und die schlechten unbestraft davon kommen. Yanomami Indianer und alle anderen sind von unschätzbarem kulturellem Wert dieser Welt, doch dreht sich alles nur um das Geld. Das ist Völkermord im 21. Jahrhundert.

  • Claudia am 30.08.2012 12:10 Report Diesen Beitrag melden

    geschockt!!!

    Die Einen haben das Gefühl sie seien mehr Wert als Andere. Überall wird von Glaubensfreiheit und Toleranz gesprochen. Warum werden im Jahr 2012 noch immer Minderheiten diskriminiert, gefolltert, gejagt und getötet (Tibeter etc.) und die Täter machen weiter wie bis her. Ich schäme mich der gleichen Rasse anzugehören.

  • mamo am 30.08.2012 11:48 Report Diesen Beitrag melden

    wie wär's...

    ...eine Vereinigung zu Gründen, die Gebiete von indigenen Völkern kauft und komplett unter Schutz stellt. Wir im reichen Europa leben schliesslich auf kosten anderer Länder so gut und mit einer solchen Aktion könnten wir Gebiete mit "gesunden Bedingungen" schützen und den naturverbunden Völkern ihre Gebiete sichern.

  • Peter Español am 30.08.2012 11:40 Report Diesen Beitrag melden

    Beide Seiten sind schuldig!

    Justiz für wen? Von jeder Seite werden Personen umgebracht. Die Horonami-Organisation bekommt so viel Geld von Unterstützern, leben viel besser als viele von uns. Haben Satelliten-TV mitten im Urwald mit über 200 Sender freigeschaltet, neuste Technologie, und ..., und,... und sie sagen, sie möchten wie früher leben. Ich willige keine Tötung aber nur einen Teil vom Luxus haben zu wollen ist nicht in Ordnung. Also, alle technische Mittel inklusive Machete weg und dann auch die Goldschürfer raus. Und kein Geld mehr an diese Organisation geben.