Arabische Welt in Aufruhr

14. März 2011 11:13; Akt: 14.03.2011 17:02 Print

Golfstaaten senden Soldaten nach Bahrain

Soldaten aus arabischen Golfstaaten sollen in Bahrain das bedrängte Königshaus gegen Demonstranten unterstützen. Zuvor forderten Abgeordnete bereits das Kriegsrecht.

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Trotz des Einsatzes von Tränengas und Gummigeschossen gelang es den Sicherheitskräften nicht, eine Strassenblockade aufzulösen. (Bild: Keystone)

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Eine Gruppe bahrainischer Abgeordneter hat König Hamad bin Issa al Chalifa aufgefordert, nach wochenlangen Protesten das Kriegsrecht in dem Golfstaat zu verhängen. Wie die staatliche bahrainische Nachrichtenagentur am Montag meldete, wollen die Abgeordneten zudem die Verhängung eines Ausgehverbots und den Einsatz von Soldaten gegen Demonstranten.

Die königstreuen Abgeordneten begründeten ihre Forderung nach einer Verhängung des Kriegsrechts damit, dass «extremistische Kräfte» versuchten, das Land zu spalten und Konflikte zwischen den Konfessionen zu schüren.

Golfstaaten senden Hilfstruppen

Unterdessen bestätigten saudische Sicherheitskreise, dass Truppen in das Königreich am Golf entsandt wurden. Es handle sich dabei um Spezialeinheiten, die dem Golf-Kooperationsrat unterstünden. Über die Stärke der Einheiten wurden keine Angaben gemacht. Die Verbände sollten eingeflogen sowie über eine Landverbindung nach Bahrain geschickt werden, um wichtige Gebäude zu schützen.

Die Zeitung «Gulf Daily News» berichtete zuvor, ausländische Truppen seien zur Unterstützung der heimischen Sicherheitskräfte angefordert worden, um etwa Elektrizitätswerke und andere strategische Einrichtungen zu schützen.

Seit etwa einem Monat herrscht in dem kleinen Königreich Bahrain politischer Aufruhr, bei dem eine vorwiegend schiitisch geprägte Oppositionsbewegung mehr politisches Mitspracherecht fordert. Die Verlegung der Truppen stärkt der sunnitisch geprägten Regierung des Königreichs den Rücken.

Zusammenstösse am Sonntag

Am Sonntag hatte es auf den Strassen der Hauptstadt Manama sowie auf dem Gelände der Universität erneut Zusammenstösse zwischen Demonstranten und den Sicherheitskräften gegeben. Der bahrainische Kronprinz Salman bin Hamad al Chalifa hatte die Behörden daraufhin zu einem härteren Vorgehen aufgefordert. «Das Recht auf Ordnung und Sicherheit steht über allem», sagte er in einer Fernsehansprache.

Wie der König zu den jüngsten Forderungen der Parlamentarier steht, war zunächst nicht bekannt. Im Parlament des Landes sitzen nur noch Regierungsanhänger. Sämtliche Oppositionsmitglieder sind wegen der Gewalt gegen Demonstranten zurückgetreten.

(ap)