Russland

20. November 2013 18:38; Akt: 21.11.2013 08:17 Print

Greenpeace-Aktivist Marco Weber kommt frei

Marco Weber, der Schweizer, der in Russland mit weiteren 30 Greenpeace-Aktivisten verhaftet worden war, ist am Mittwoch gegen Hinterlegung einer Kaution freigekommen.

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Die aus russischer Haft freigekommene argentinische Greenpeace-Aktivistin Camila Speziale fordert am 28. Dezember 2013 eine Entschuldigung von Russland für die wochenlange Inhaftierung. Mit dem Australier Colin Russell kam am der letzte Greenpeace-Aktivist frei. Am Morgen des kann der Schweizer Greenpeace-Aktivist Marco Weber das Gefängnis verlassen. Damit ist Weber zwei Tage nach der Ankündigung, die Kaution sei für ihn bezahlt worden, auf freiem Fuss. Wann und ob er überhaupt ausreisen darf, bleibt aber noch unklar. Am hat die russische Justiz den Greenpeace-Aktivisten Marco Weber gegen Kaution freigelassen. Einem nach dem anderen gewährt die russische Justiz den Mitgliedern der «Arctic 30» die Freiheit gegen Kaution. Zuletzt waren das Die Kaution beträgt jeweils 2 Millionen Rubel (über 56'000 Franken). Am Abend des gegen Kaution freizulassen. Etwas früher am gleichen Tag wurde bereits die Ärztin Jekaterina Saspa gegen Kaution freigelassen. Über die weiteren Fälle soll im Laufe der Woche entschieden werden. Auch der russische Fotograf Denis Sinyakov wurde gegen Kaution auf freien Fuss gesetzt. Trostlos: Die 28 Greenpeace-Aktivisten und zwei Journalisten, die nach einer Protestaktion in der Arktis inhaftiert worden waren, werden am 11. November vom nördlichen Murmansk nach St. Petersburg verlegt. Selbst Wachhunde sind im Einsatz. Am 21. Oktober haben die Niederlande den Internationalen Seegerichtshof in Hamburg angerufen, um Russland zur Freilassung der in Murmansk inhaftierten Greenpeace-Aktivisten zu bewegen. Doch Russland will den Prozess boykottieren, wie die Regierung zwei Tage später, am 23. Oktober, mitteilte. Marco Weber bleibt weiter in Haft: Das Gericht in Murmansk hat die Beschwerde gegen die Inhaftierung des Schweizer Aktivisten abgelehnt, wie Greenpeace am 21. Oktober 2013 mitteilte. Mit diesem Schreiben meldet sich der Schweizer Greenpeace-Aktivist Marco Weber erstmals zu Wort. In der Sonntagspresse vom 13. Oktober 2013 berichtet Weber aus Murmansk: «Macht euch keine Sorgen um mich - vorerst.» Am 4. Oktober nahmen Vertreter von Greenpeace und der Vater des verhafteten Schweizer Aktivisten Marco Weber in Zürich Stellung zu der Aktion in Russland und den Folgen. Eduard Weber sagte, die Situation sei für Marcos Familie sehr schwer. Marco sei aber nicht leichtsinnig gewesen und habe gewusst, dass er ein Risiko eingehe. Tags zuvor hat ein russisches Gericht angeordnet, die Untersuchungshaft für mehrere der 30 Greenpeace-Aktivisten zu verlängern. Davon ist auch Marco Weber betroffen. Der 28-Jährige muss für zwei Monate in Untersuchungshaft, wie Greenpeace auf Twitter mitteilte. Insgesamt müssen acht Greenpeace-Aktivisten bis zum 24. November hinter Gitter: Neben dem Schweizer sind dies der US-amerikanische Kapitän der «Arctic Sunrise», Peter Willcox, ... ... der neuseeländische Mechaniker Jonathon Beauchamp, ... ... die Niederländerin Faiza Oulahsen, ... ... der Ukrainer Ruslan Yakushev, ... ... die Finnin Sini Saarela, ... ... der Franzose Pisanu Francesco Pierre und ... ... der australische Bordfunker Colin Russell. Russlands Präsident Vladimir Putin sagte, die Aktivisten hätten gegen internationales Recht verstossen. Am 20.09. begann die russische Küstenwache mit dem Abschleppen der Arcitic Sunrise, am traf die Crew in Murmansk ein. Am 20. September 2013 demonstrierten laut Greenpeace 75 Aktivisten vor der russischen Botschaft in Bern gegen die Verhaftung des Schweizers Marco Weber und weiterer Umweltschützer in der Arktis. Insgesamt habe es Protestaktionen in rund 30 Ländern gegeben. Am 18. September 2013 hatten Marco Weber (hier im Hintergrund beim Hochklettern des Schiffs) und eine Greenpeace-Aktivistin aus Finnland die Gazprom-Ölplattform Priraslomnaja geentert. Sie wurden von Wachen gestoppt, während die russische Küstenwache ihre Helfer mit gezogenen Waffen in Schach hielt. Marco Weber (28) wurde verhaftet und auf das Schiff der Küstenwache gebracht. Er befindet sich noch bis im November in Untersuchungshaft. Die vermummten Sicherheitskräfte zückten Waffen und Messer und drohten sogar damit, die «Arctic Sunrise» zu beschiessen, wenn die Aktivisten mit ihr das Gewässer nicht sofort verliessen. Sie sollen elf Warnschüsse abgegeben haben. Laut Greenpeace stürmten die Grenzschützer am 19. September dann die «Arcitic Sunrise». Der russische Inlandsgeheimdienst FSB rechtfertigte die Aktion damit, dass eine «reale Gefahr» für die Plattform bestanden habe. Die russischen Sicherheitskräfte seilten sich von Helikoptern auf die Arctic Sunrise ab. Dort bedohrten sie die Aktivisten mit gezogenen Waffen. Die Aktivisten liessen sich widerstandslos festnehmen. Indem sie die Ölplattform hochkletterten, wollten die Greenpeace-Aktivisten gegen die Bohrungen in einem «ökologisch sensiblen Gebiet» protestieren. Ein Ölunfall würde dort eine Umweltkatastrophe anrichten. Mehr Erfolg hatten die Aktivisten 2012, als es sechs von ihnen gelang, die Plattform Priraslomnaja für mehrere Stunden zu besetzen.

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Marco Weber, der Schweizer, der in Russland mit weiteren 30 Greenpeace-Aktivisten verhaftet worden war, ist in St. Petersburg gegen eine Kaution von freigekommen. Dies teilte Greenpeace Schweiz auf dem Kurznachrichtendienst Twitter mit.

Markus Allemann, Geschäftsleiter von Greenpeace Schweiz, freut sich: «Ich bin erleichtert, dass unser Arktisschützer Marco die Untersuchungshaft nicht länger erdulden muss.» Doch solange die «absurden» Anklagepunkte nicht zurückgezogen würde, bestehe kein Grund für übertriebenen Optimismus. «Und zu Feiern haben wir erst, wenn sich Gazprom aus der Arktis zurückzieht», so Allemann weiter.

Neun weitere Aktivisten müssen zittern

Mit Weber sind mittlerweile 20 der insgesamt 30 Festgenommenen auf Kaution freigekommen. Sie dürften das Gefängnis verlassen, sobald die Kaution von jeweils zwei Millionen Rubel (rund 56'000 Franken) gezahlt sei, teilte Greenpeace mit. Greenpeace möchte nun das Geld für die Kaution so rasch wie möglich bereitstellen. Neben Weber wurde am Mittwoch auch der Kapitän des Greenpeace-Schiffes «Arctic Sunrise» auf freien Fuss gesetzt.

In neun Fällen werden die Verhandlungen in den kommenden Tagen erwartet. Der Antrag eines australischen Aktivisten wurde zunächst abgelehnt, das Widerspruchsverfahren dagegen läuft.

Auch die brasilianische Aktivistin Ana Paula Alminhana hatte heute Grund zur Freude: Sie durfte vor rund einer Stunde das Untersuchungsgefängnis in St. Petersburg verlassen. Sie trug ein Schild mit der Aufschrift «Rettet die Arktis», machte sonst aber keine Aussagen vor den wartenden Journalisten, sondern stieg mit ihrem Anwalt in ein Auto und fuhr in ein Hotel.
(Video: Reuters)

Die russische Justiz wirft den 30 Teilnehmern der Protestaktion «Rowdytum» vor, worauf bis zu sieben Jahre Haft stehen. Die Aktivisten hatten an Bord des Eisbrechers «Arctic Sunrise» im September gegen Ölbohrungen in der Arktis demonstriert. Zwei versuchten dabei, auf eine Bohrinsel zu klettern. Die russische Küstenwache stürmte daraufhin am 18. September das Schiff und schleppte es nach Murmansk. Wann der Prozess gegen die Aktivisten beginnen soll, ist noch nicht bekannt.

(gux)