Verlegt

11. November 2013 10:19; Akt: 11.11.2013 13:34 Print

Greenpeace-Aktivisten oder Schwerverbrecher?

Die in der Arktis festgenommenen Greenpeace-Aktivisten, darunter auch der Schweizer Marco Weber, werden nach St. Petersburg verlegt. Wachhund und Sicherheitskräfte inklusive.

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Die aus russischer Haft freigekommene argentinische Greenpeace-Aktivistin Camila Speziale fordert am 28. Dezember 2013 eine Entschuldigung von Russland für die wochenlange Inhaftierung. Mit dem Australier Colin Russell kam am der letzte Greenpeace-Aktivist frei. Am Morgen des kann der Schweizer Greenpeace-Aktivist Marco Weber das Gefängnis verlassen. Damit ist Weber zwei Tage nach der Ankündigung, die Kaution sei für ihn bezahlt worden, auf freiem Fuss. Wann und ob er überhaupt ausreisen darf, bleibt aber noch unklar. Am hat die russische Justiz den Greenpeace-Aktivisten Marco Weber gegen Kaution freigelassen. Einem nach dem anderen gewährt die russische Justiz den Mitgliedern der «Arctic 30» die Freiheit gegen Kaution. Zuletzt waren das Die Kaution beträgt jeweils 2 Millionen Rubel (über 56'000 Franken). Am Abend des gegen Kaution freizulassen. Etwas früher am gleichen Tag wurde bereits die Ärztin Jekaterina Saspa gegen Kaution freigelassen. Über die weiteren Fälle soll im Laufe der Woche entschieden werden. Auch der russische Fotograf Denis Sinyakov wurde gegen Kaution auf freien Fuss gesetzt. Trostlos: Die 28 Greenpeace-Aktivisten und zwei Journalisten, die nach einer Protestaktion in der Arktis inhaftiert worden waren, werden am 11. November vom nördlichen Murmansk nach St. Petersburg verlegt. Selbst Wachhunde sind im Einsatz. Am 21. Oktober haben die Niederlande den Internationalen Seegerichtshof in Hamburg angerufen, um Russland zur Freilassung der in Murmansk inhaftierten Greenpeace-Aktivisten zu bewegen. Doch Russland will den Prozess boykottieren, wie die Regierung zwei Tage später, am 23. Oktober, mitteilte. Marco Weber bleibt weiter in Haft: Das Gericht in Murmansk hat die Beschwerde gegen die Inhaftierung des Schweizer Aktivisten abgelehnt, wie Greenpeace am 21. Oktober 2013 mitteilte. Mit diesem Schreiben meldet sich der Schweizer Greenpeace-Aktivist Marco Weber erstmals zu Wort. In der Sonntagspresse vom 13. Oktober 2013 berichtet Weber aus Murmansk: «Macht euch keine Sorgen um mich - vorerst.» Am 4. Oktober nahmen Vertreter von Greenpeace und der Vater des verhafteten Schweizer Aktivisten Marco Weber in Zürich Stellung zu der Aktion in Russland und den Folgen. Eduard Weber sagte, die Situation sei für Marcos Familie sehr schwer. Marco sei aber nicht leichtsinnig gewesen und habe gewusst, dass er ein Risiko eingehe. Tags zuvor hat ein russisches Gericht angeordnet, die Untersuchungshaft für mehrere der 30 Greenpeace-Aktivisten zu verlängern. Davon ist auch Marco Weber betroffen. Der 28-Jährige muss für zwei Monate in Untersuchungshaft, wie Greenpeace auf Twitter mitteilte. Insgesamt müssen acht Greenpeace-Aktivisten bis zum 24. November hinter Gitter: Neben dem Schweizer sind dies der US-amerikanische Kapitän der «Arctic Sunrise», Peter Willcox, ... ... der neuseeländische Mechaniker Jonathon Beauchamp, ... ... die Niederländerin Faiza Oulahsen, ... ... der Ukrainer Ruslan Yakushev, ... ... die Finnin Sini Saarela, ... ... der Franzose Pisanu Francesco Pierre und ... ... der australische Bordfunker Colin Russell. Russlands Präsident Vladimir Putin sagte, die Aktivisten hätten gegen internationales Recht verstossen. Am 20.09. begann die russische Küstenwache mit dem Abschleppen der Arcitic Sunrise, am traf die Crew in Murmansk ein. Am 20. September 2013 demonstrierten laut Greenpeace 75 Aktivisten vor der russischen Botschaft in Bern gegen die Verhaftung des Schweizers Marco Weber und weiterer Umweltschützer in der Arktis. Insgesamt habe es Protestaktionen in rund 30 Ländern gegeben. Am 18. September 2013 hatten Marco Weber (hier im Hintergrund beim Hochklettern des Schiffs) und eine Greenpeace-Aktivistin aus Finnland die Gazprom-Ölplattform Priraslomnaja geentert. Sie wurden von Wachen gestoppt, während die russische Küstenwache ihre Helfer mit gezogenen Waffen in Schach hielt. Marco Weber (28) wurde verhaftet und auf das Schiff der Küstenwache gebracht. Er befindet sich noch bis im November in Untersuchungshaft. Die vermummten Sicherheitskräfte zückten Waffen und Messer und drohten sogar damit, die «Arctic Sunrise» zu beschiessen, wenn die Aktivisten mit ihr das Gewässer nicht sofort verliessen. Sie sollen elf Warnschüsse abgegeben haben. Laut Greenpeace stürmten die Grenzschützer am 19. September dann die «Arcitic Sunrise». Der russische Inlandsgeheimdienst FSB rechtfertigte die Aktion damit, dass eine «reale Gefahr» für die Plattform bestanden habe. Die russischen Sicherheitskräfte seilten sich von Helikoptern auf die Arctic Sunrise ab. Dort bedohrten sie die Aktivisten mit gezogenen Waffen. Die Aktivisten liessen sich widerstandslos festnehmen. Indem sie die Ölplattform hochkletterten, wollten die Greenpeace-Aktivisten gegen die Bohrungen in einem «ökologisch sensiblen Gebiet» protestieren. Ein Ölunfall würde dort eine Umweltkatastrophe anrichten. Mehr Erfolg hatten die Aktivisten 2012, als es sechs von ihnen gelang, die Plattform Priraslomnaja für mehrere Stunden zu besetzen.

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Russland verlegt die im September festgenommenen Greenpeace-Aktivisten von Murmansk nach St. Petersburg. Alle 30 Beschuldigten würden in Haftanstalten in die nordwestrussische Metropole gebracht, teilte die zuständige Ermittlungsbehörde am Montag mit. Ihre Vergehen fielen nicht in die Zuständigkeit von Gerichten in der Region Murmansk.

Greenpeace veröffentlichte auf Twitter ein Bild der Verlegung. Es erinnert eher an einen Transport von Schwerverbrechern – nebst mehreren Sicherheitskräften ist auch ein Wachhund im Einsatz. Die Szenerie im bisherigen Haftort Murmansk, wo die Temperaturen oft auf unter Minus 30 Grad sinken, wirkt enorm trostlos.

Greenpeace-Sprecherin Dannielle Taaffe erklärte, die 28 Aktivisten und zwei Journalisten, die nach einer Protestaktion in der Arktis inhaftiert worden waren, hätten die Haftanstalt in Murmansk am Montagmorgen um 5 Uhr (2 Uhr MEZ) verlassen und sässen derzeit in einem Zug nach St. Petersburg. Dort sollen sie voraussichtlich am Dienstagmittag eintreffen, wie aus Ermittlungskreisen verlautete.

Zu den Inhaftierten zählen 26 Ausländer aus 18 Ländern, darunter der Schweizer Aktivist Marco Weber.

Scharfe Proteste

Die russische Küstenwache hatte die unter der Flagge der Niederlande fahrende «Arctic Sunrise» am 19. September nach einer Greenpeace-Protestaktion in der Barentsee gestürmt und die 30 Besatzungsmitglieder inhaftiert. Ihnen soll wegen «Rowdytums» der Prozess gemacht werden.

Aktivisten hatten von der «Arctic Sunrise» aus eine Bohrinsel des staatlichen russischen Energiekonzerns Gazprom geentert, um gegen den Abbau von Bodenschätzen in der Arktis-Region zu protestieren.

Die Festnahme der Aktivisten hatte international zu scharfen Protesten geführt. Die niederländische Regierung hat mittlerweile ein Verfahren vor dem Internationalen Seegerichtshof angestrengt, um die Freilassung der Greenpeace-Aktivisten zu erwirken.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • l.a01 am 11.11.2013 14:52 Report Diesen Beitrag melden

    So nicht!

    Ich habe keinen, aber auch gar keinen Mitleid mit Marco Weber, null. Er wusste genau was er tat. Er wusste, dass Piraterie in Russland mit hohen Gefängnisstrafen geahndet wird. Jetzt soll der Mann gefälligst auch die Verantwortung dafür übernehmen. Die Grünen finden diese Aktion ja achso toll - ich gratuliere, meine Damen und Herren! Kriminalität wird bei Ihnen in der Partein scheinbar gelobt. Einfach nur noch lächerlich die grüne "Politik".

  • Iwan am 11.11.2013 10:54 Report Diesen Beitrag melden

    Nur Rowdytum

    Die sollen mal froh sein, kommen sie "nur" wegen Rowdytums dran. Wo war bei der Aktion das "peace"? Die Leute tun mir schon ein wenig leid, aber sie sind absolut selber schuld. Ich denke auch, sie wussten von der Gefahr, oder rechneten sogar mit einer Festnahme. Hoffe, dass hier nicht gross Steuergelder verschwendet werden.

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  • Woody am 11.11.2013 13:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vergessen

    Moskau und jetzt noch St. Petersburg - da kann man ja neidisch werden. Alles auf Staatskosten und mit Gejammer über ihr "Schicksal". Einfach die Berichterstattung einstellen, die Russen machen lassen und dann kommen die Jungs auch schon wieder zur Besinnung und überlegen sich beim nächsten Mal, was sie tun Oder besser nicht tun. Bei der Arbeit in CH werden sie ja scheinbar nicht vermisst ...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Captain Hindsight am 11.11.2013 15:42 Report Diesen Beitrag melden

    Ein Dieb kann leicht Dieb schreien

    Eine Regierung, die vor "Rowdytum" Angst hat, ist keine Regierung, sondern eine widerrechtliche Tyrranei, die Angst vor ihrem eigenen Volk hat und sich deshalb nicht anders als durch Unterdrückung an der Macht zu halten weiss. Diese sogenannte Regierung ist der eigentliche Rowdy Russlands. Wer das nicht glaubt, der soll mal einen Blick in Waisenhäuser und Spitäler werfen. Die sind auch nicht besser als die Gefängnisse.

  • Sandra B. am 11.11.2013 14:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ich spende gerade noch mehr

    Wir sind alle froh das es Greenpeace gibt

  • Hannes G. am 11.11.2013 14:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Winterspiele Blockieren

    Wo ist die Politik. Sonst rennen si doch jedem entfürten Tourist nach. Supito intervenieren. Winterspiele blockieren. Sofort

  • l.a01 am 11.11.2013 14:52 Report Diesen Beitrag melden

    So nicht!

    Ich habe keinen, aber auch gar keinen Mitleid mit Marco Weber, null. Er wusste genau was er tat. Er wusste, dass Piraterie in Russland mit hohen Gefängnisstrafen geahndet wird. Jetzt soll der Mann gefälligst auch die Verantwortung dafür übernehmen. Die Grünen finden diese Aktion ja achso toll - ich gratuliere, meine Damen und Herren! Kriminalität wird bei Ihnen in der Partein scheinbar gelobt. Einfach nur noch lächerlich die grüne "Politik".

  • Diego Diego am 11.11.2013 14:47 Report Diesen Beitrag melden

    Landesrecht

    "Greenpeace-Aktivisten oder Schwerverbrecher?" Äähhh ... wo ist hier der Unterschied (nach Russischem Recht)?