Eskalation im Syrien-Konflikt

28. Februar 2020 16:44; Akt: 01.03.2020 02:24 Print

Griechenland macht Grenzen zur Türkei dicht

Die Türkei kündigte an, ab sofort Flüchtlinge, die in die EU gelangen wollen, nicht mehr aufzuhalten. Die Reaktion der Griechen folgte prompt.

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Die Türkei droht mit der Grenzöffnung für syrische Flüchtlinge – Griechenland macht nun seine Grenzen dicht: Nach der Tötung von 33 türkischen Soldaten in Nordsyrien droht eine dramatische Verschärfung des Syrien-Konflikts mit unabsehbaren Konsequenzen auch für Europa.

Die Gewalt in Idlib hat in den vergangenen Tagen ein solches Ausmass angenommen, dass die Vereinten Nationen vor einem «Blutbad» warnen. Angesichts der Eskalation rechnet die Türkei, die bereits 3,7 Millionen Menschen aus dem Bürgerkriegsland aufgenommen hat, mit weiteren Flüchtlingen. Ankara hat jedoch wiederholt erklärt, nicht noch mehr Menschen Zuflucht bieten zu können. Einem Regierungsvertreters zufolge sind daher die Küstenwache und Grenzposten angewiesen worden, ab sofort Flüchtlinge, die in die EU gelangen wollten, nicht mehr aufzuhalten.

Bricht die Türkei den Pakt mit der EU?

Innerhalb weniger Stunden machten sich Dutzende Migranten in der Türkei zu Fuss oder in Taxis zu den Grenzen auf. Reuters-Reporter beobachteten, wie sich mehrere Gruppen auf den Weg zu den türkisch-griechischen und türkisch-bulgarischen Grenzen machten. Seither verstärken Griechenland und Bulgarien ihre Grenzen zur Türkei.

Die bulgarische Regierung erklärte am Freitag, die Aussicht auf eine neue Migrationskrise sei umso mehr eine Bedrohung, wenn man bedenke, dass Europa gerade versuche, die Coronavirus-Epidemie einzudämmen. Verteidigungsminister Krasimir Karakatschanow teilte mit, sein Land sei bereit, bis zu 1000 Soldaten und militärische Ausrüstung an die Grenze zu verlegen. Griechenland verschärfte seine Grenzkontrollen.

Die EU und das UN-Flüchtlingshilfswerk betonten, Ankara habe bislang keine offizielle Änderung seiner Asyl- und Flüchtlingspolitik bekanntgegeben. Ein 2016 geschlossener Pakt zwischen der EU und der Türkei sieht vor, dass Migranten, die die Ägäis überqueren, zurück in die Türkei geschickt werden. Im Gegenzug zahlt die EU der Türkei Hilfsgelder in Milliardenhöhe. Der Pakt war geschlossen worden, nachdem 2015 Hunderttausende Flüchtlinge in die EU gekommen waren.

(kle)