20. April 2005 09:02; Akt: 20.04.2005 09:03 Print

Grossdemos in Ecuador gehen weiter

In Ecuadors Hauptstadt Quito haben erneut Tausende gegen Staatschef Lucio Gutiérrez demonstriert und dessen Rücktritt gefordert. Bis zu 10 000 Demonstranten zogen am Dienstagabend durch die Strassen.

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Sie riefen Parolen wie «Tritt' zurück Lucio» und «Wir wollen Dich nicht Lucio, hau' ab». Der Staatschef hielt sich derweil im Präsidentenpalast auf, der von rund 400 Polizisten und hundert Soldaten bewacht wurde.

Zum Teil setzte die Polizei Tränengas gegen die Demonstranten ein. Nach Angaben des Roten Kreuzes starb ein Fotograf, der Tränengas eingeatmet hatte, an Herz-Kreislauf-Versagen.

Die Kritik an dem 48-jährigen Staatschef hatte sich Anfang Dezember 2004 daran entzündet, dass auf seine Weisung hin der Grossteil der Richter des Obersten Gerichtshofs ausgetauscht wurde.

Die neuen Richter hatten zwei Ex-Präsidenten später von Korruptionsvorwürfen freigesprochen. Seit Ende vergangener Woche haben sich die Strassenproteste gegen den Präsidenten verschärft.

Gutiérrez erklärte mehrfach, er werde nicht zurücktreten und bis Januar 2007 im Amt bleiben. Der Protest gegen ihn wird vor allem auch von indianischen Ureinwohnern getragen, die sich von seiner Politik benachteiligt fühlen.

Die Staatskrise in Ecuador hat international besorgte Reaktionen hervorgerufen. UNO-Generalsekretär Kofi Annan und die Europäische Union forderten eine friedliche und verfassungsmässige Lösung des Konflikts.

(sda)