Plagiatsvorwürfe

17. Februar 2011 22:30; Akt: 17.02.2011 20:04 Print

Guttenberg kopierte sogar Tippfehler

Der Plagiatsfall um Verteidigungsminister Guttenberg weitet sich zum Skandal aus. Der Ruf nach einer Stellungnahme wird immer lauter.

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Der Plagiats-Vorwurf gegen den deutschen Minister Karl-Theodor zu Guttenberg sorgt für viel Empörung. Internet-User werden aufgefordert, an einer Dokumentation der Plagiate mitzuarbeiten. Immer wieder werden neue Textstellen gefunden, die Guttenberg in seiner Dissertation ohne Quellenangabe kopiert hatte. Beim Abschreiben ging er unzimperlich ans Werk. So hat er sich auch in einem Kanada-Reiseführer bedient und sogar Tippfehler kopiert.

Das kratzt am Image des Polit-Saubermanns: «Die wichtigste Politiker-Eigenschaft ist das Vertrauen. Wer das verspielt, hat ein Problem», sagt Klaus-Peter Schöppner vom Meinungsforschungsinstitut TNS Emnid. Auch aus einem Artikel der «NZZ am Sonntag» wurde kopiert (20 Minuten berichtete). «Sollte sich der Verdacht erhärten, verlangen wir eine Stellungnahme von Herrn Guttenberg», sagt Unternehmenssprecherin Bettina Schib­li. Das hindert die NZZ aber nicht, mit dem Fall Online-Werbung in eigner Sache zu machen.

Guttenberg selber hat sich auf Überraschungsbesuch zu den deutschen Truppen in Afghanistan begeben und sich zum Fall noch nicht öffentlich geäussert. Binnen zwei Wochen verlangt die Uni Bayreuth eine Stellungnahme.