Deutschland

18. Februar 2011 06:59; Akt: 18.02.2011 09:56 Print

Guttenberg muss bei Merkel antraben

Der deutsche Verteidigungsminister Guttenberg gerät wegen seiner in Teilen abgeschriebenen Doktorarbeit immer stärker unter Druck. Jetzt fordert Bundeskanzlerin Merkel Aufklärung.

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Bereits auf 76 Seiten wurden offenbar abgeschriebene Passagen entdeckt. (Bild: de.guttenplag.wikia.com)

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Merkel wolle Erklärungen zu den Plagiatsvorwürfen, berichtete das ZDF am Abend. Zuvor hatte Guttenberg eine Wahlkampfveranstaltung in Sachsen-Anhalt kurzfristig abgesagt. Begründet wurde sein Fernbleiben damit, dass «Guttenberg in Berlin unabkömmlich ist».

Später kam er im Kanzleramt mit Merkel zusammen. Inwieweit es bereits um die politische Zukunft des Ministers ging, blieb zunächst offen.

Am Donnerstag waren weitere Plagiatsvorwürfe gegen Guttenberg laut geworden. «Spiegel online» und die «Frankfurter Allgemeine Zeitung» berichteten über neue Textpassagen, die der Minister in seiner Dissertation von anderen Autoren abgeschrieben und nicht korrekt zitiert haben soll.

50 Plagiatsstellen entdeckt

Die Universität Bayreuth, wo Guttenberg promovierte, forderte den Minister auf, zu den Vorwürfen Stellung zu nehmen, und setzte ihm eine Frist von zwei Wochen. Das frisch aufgesetzte «Guttenplag-Wiki» listete am späten Donnerstagabend bereits weit über 50 mögliche Plagiatsstellen auf.

Guttenberg wird vorgeworfen, in seiner Dissertation zahlreiche Passagen wortwörtlich von anderen Autoren übernommen zu haben, ohne dies wie vorgeschrieben zu kennzeichnen. Der Minister hatte den Vorwurf der Täuschung als abstrus zurückgewiesen. Angesichts der schieren Menge an geklautem Material kaum zu glauben.

(sda)