Japan

15. Oktober 2019 06:47; Akt: 15.10.2019 06:48 Print

Zahl der Toten durch Hagibis steigt auf über 60

Der Taifun Hagibis ist am Wochenende über Teile von Japan hinweggefegt und hat eine Spur der Zerstörung hinterlassen. Noch immer werden Menschen vermisst.

Am Samstagabend ist der Taifun in Japan auf Land getroffen. Er hinterlässt eine Spur der Zerstörung. (Video: AP)
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Die Zahl der Todesopfer nach dem verheerenden Taifun in Japan ist auf 66 gestiegen. Das berichtete der japanische Fernsehsender NHK am Dienstag. Weitere 15 Menschen werden demnach weiter vermisst.

Der aussergewöhnlich starke Wirbelsturm «Hagibis» war am Wochenende über weite Teile des Landes hinweggefegt und hinterliess eine Spur der Verwüstung. Zahlreiche Flüsse traten über die Ufer und überschwemmten ganze Wohngebiete.

In der mit am schwersten betroffenen Provinz Nagano und anderen Regionen des bergigen Landes gingen vielerorts Erdrutsche und Schlammlawinen nieder. Hunderte von Häuser wurden zum Teil vollkommen zerstört.


Heftiger Taifun steuert auf Tokio zu

Während am Sonntag in der Hauptstadt und deren Umgebung wieder die Sonne schien, setzten die Einsatzkräfte die Bergungsarbeiten fort. Mit Militärhelikoptern und Schlauchbooten rückten die Einsatzkräfte an, um Menschen aus ihren Häusern zu retten.

Tragischer Unglück

Dabei kam es zu einem tragischen Unglück, als Rettungskräfte eine 77 Jahre alte Frau in der nordöstlichen Stadt Iwaki in einen Helikopter hieven wollten und sie plötzlich 40 Meter in die Tiefe stürzte. Sie kam dabei ums Leben.

In der Bucht von Tokio sank ein Frachtschiff aus Panama, das dort ankerte, als sich der Taifun näherte. Zwei Menschen an Bord kam ums Leben, sechs Besatzungsmitglieder galten am Sonntag als vermisst.

Auch in anderen Regionen des Landes kam es zu Überschwemmungen, darunter in der mit am schwersten betroffenen Provinz Nagano, wo der Chikuma-Fluss durch die Uferdämme brach und Wohngebiete mit schlammigen Wassermassen überflutete. Teils stand das Wasser mehrere Meter hoch.

110'000 Einsatzkräfte

Auf Luftaufnahmen des japanischen Fernsehens waren Bewohner zu sehen, die aus ihren überfluteten Fenstern weisse Tücher schwangen, um auf sich aufmerksam zu machen. Mehr als 110'000 Einsatzkräfte aus Polizei, Feuerwehr, Küstenwache und Militär seien an den Rettungseinsätzen beteiligt, sagte Regierungschef Shinzo Abe.

«Ich bitte die Bevölkerung, angesichts von Erdrutschen und angeschwollenen Flüssen wachsam zu bleiben», sagte Abe am Sonntag. Dutzende von Erdrutschen und Schlammlawinen waren in weiten Gebieten Japans abgegangen. 21 Flüsse waren durch die Uferdämme gebrochen.

Nach Angaben des Industrieministeriums waren 166'000 Häuser am Sonntagnachmittag (Ortszeit) zunächst weiter von der Stromversorgung abgeschnitten. Auch die Wasserversorgung war teils unterbrochen.

Plötzlicher Tornado

In der Tokioter Nachbarprovinz Chiba, wo erst im vergangenen Monat ein Taifun gewütet und massive Stromausfälle verursacht hatte, wurden ein Dutzend Häuser durch einen plötzlichen Tornado zerstört. «Das sieht hier wie nach Abrissarbeiten aus», sagte eine ältere Japanerin.

Der Wirbelsturm «Hagibis» (Philippinisch für «schnell») war am Samstag nahe Tokio auf Land getroffen. Später zog er Richtung Nordosten weiter in jene Region, wo es 2011 zu einer Erdbeben- und Tsunamikatastrophe mit Tausenden Toten gekommen war.

Auch dort kam es durch den Taifun zu Überschwemmungen und Erdrutschen. Als Folge mussten die Organisatoren der laufenden Rugby-Weltmeisterschaft ein weiteres Spiel absagen. Betroffen war die Begegnung Namibia gegen Kanada, die in Kamaishi stattfinden sollte.

Höchste Warnstufe

Wegen der Gefahr durch die Niederschläge, die zu den schlimmsten seit rund 60 Jahren zu werden drohten, hatten die Behörden für Tokio und mehrere andere Regionen erstmals die höchste Warnstufe ausgegeben. Mehr als sechs Millionen Bewohner des Landes war geraten worden, sich vor dem Wirbelsturm - der in Japan schlicht Taifun Nummer 19 genannt wird - in Sicherheit zu bringen.

Unterdessen nahm der Tokioter Flughafen Haneda am Sonntag wieder den Betrieb auf. Auch Bahnen und Hochgeschwindigkeitszüge vom Typ Shinkansen fuhren wieder, nachdem die Betreibergesellschaften den Betrieb am Vortag wegen des Taifuns deutlich eingeschränkt hatten.

Die Behörden hatten gewarnt, dass der Taifun Tokio und andere Gebiete im Osten Japans mit den schlimmsten Regenfällen seit jenem verheerenden Wirbelsturm überziehen könnte, der 1958 mehr als 1200 Menschen in der Region das Leben gekostet hatte. Viele Kaufhäuser und Läden in Tokio und Umgebung hatten am Samstag geschlossen. In manchen Geschäften der Hauptstadt waren Regale wie leer gefegt, da sich viele Bewohner vorsichtshalber mit Wasser und Lebensmitteln eindeckten.

(roy/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Didierd am 13.10.2019 06:44 Report Diesen Beitrag melden

    Ihr schafft das!

    Naturgewalten sind äusserst beeindruckend ! Da kommt sich der Mensch plötzlich ganz klein vor! Ich wünsche den Japaner viel Glück.Wenn ein Volk sowas meistern kann, dann sie.

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  • Empathie am 13.10.2019 07:37 Report Diesen Beitrag melden

    Taifune wüten grausam

    Gegen solche Wind- und Wassergewalten anzukommen ist eine Herkulesaufgabe. Ich hoffe, dass unsere japanischen Freunde bewahrt blieben und wünsche allen Menschen dort alles Gute, und dass die Schäden rasch behoben werden können.

  • Peter am 13.10.2019 10:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Glück gehabt

    Zwei Freunde von mir hatten Glück. Sie sind einen Tag zuvor abgeflogen und noch ohne Probleme nach Hause gekommen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • wunderfizzig am 14.10.2019 11:14 Report Diesen Beitrag melden

    wie ist das möglich?

    ich frag mich immer wieder, wie es möglich ist, dass bei voraussehbaren Naturkatastrophen Menschen ihr Leben verlieren. Bin mir sicher, dass bei vielen eine sehr grosse Portion Dummheit eine entscheidende Rolle spielt

  • Klarseher am 14.10.2019 08:51 Report Diesen Beitrag melden

    da gibts noch mehr

    Ich glaube kaum, dass sich diese 35 Personen in diesem Viehstall befunden haben. Es könnte aber sein, dass zusätzliche Rinder ihr leben verloren haben.

  • Martial2 am 13.10.2019 21:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sie sind aber Aufstehmenschen...

    Die Japaner sind in der Tat nicht gesegnet... Taifun, Erdbeben, Überschwemmungen, ohne Fukushima zu erwähnen. Tolles Land mit sehr clever und aktiven Menschen, möchte aber dort trotzdem nicht leben!

  • Mein Beileid aber... am 13.10.2019 19:58 Report Diesen Beitrag melden

    Hart aber wahr!

    Der Planet hat und seine "Launen" ist aber sein dasein. Wir auf den Planeten sind nur Trittbrettfahrer!

    • Überleben und das Recht auf Leben am 14.10.2019 05:44 Report Diesen Beitrag melden

      @Mein Beileid.....für uns alle

      Ist es nicht bereits 5 vor 12? Das Trittbrett wird für alle ganz schmal wenn diverse Inseln von Mutter Erde wieder unter Wasser sein werden.

    • Geograph am 14.10.2019 11:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Überleben und das Recht auf Leben

      Schon mal eine Weltkarte angeguckt? Schon mal was über Bevölkerungsdichten ausserhalb der Schweiz gelesen?

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  • Umwelt Egaliker am 13.10.2019 18:07 Report Diesen Beitrag melden

    Ach Greteli

    Schrecklicher Sturm. Und was sagt jetzt das Mädchen mit Autismus dazu wo so komisch aussiet? Warum hat sie den Sturm nicht verhindert sonst sagt sie doch auch dass wir das Klima und die Umwelt schützen müssen. Aber schon klar jetzt merkt man mal das der Mensch null einfluss auf die Umwelt und Klima hat. Es geht der Umwelt besser als je zuvor das ist Fakt. Noch nie gab es soviel gesunde Natur.

    • Typhoeus am 13.10.2019 18:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Umwelt Egaliker

      Es kommen die Tränen über derart clevere Kommentare

    • Brumm am 13.10.2019 19:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Umwelt Egaliker

      Warum hast du so Angst vor einem 16 jährigen Mädchen?

    • Martial2 am 13.10.2019 21:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Umwelt Egaliker

      Kann man je ein Mal mit diesem langweiligen Thema endlich aufhören... Man kann's schon längstens nicht mehr hören. So interessant ist dieses Mädel auch wieder nicht. Gerade mit diesem Handicap sollte sie die besten Schulen besuchen, um sich durchs Leben kämpfen zu können!

    • Vorseher am 13.10.2019 22:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Brumm

      Die angst ist berechtigt wenn ein 16jähriges mädchen die bevölkerung spalten kann und evtl. bürgerkriege auslösen kann dagegen der derzeitige in equador ein kinderfest sein wird!

    • Spaniel am 13.10.2019 22:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Umwelt Egaliker

      Sensationell was Sie hier wiedergeben.

    • Q. J. am 13.10.2019 23:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Umwelt Egaliker

      Sie ist keine Autistin. Sie hat Asperger, welches jedoch zum Autismus-Spektrum gehört. Und sie sieht nicht komisch aus. Im Gegenteil, sie ist hübsch.

    • Peter Lüthi am 13.10.2019 23:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Umwelt Egaliker

      Menschen sind durch einen Taifun ums Leben gekommen. Ihnen kommt nichts anderes in den Sinn als über die psychische Krankheit von einem 16-jährigen Mädchen zu lästern. Kann man noch tiefer fallen?

    • Nachseher am 14.10.2019 02:03 Report Diesen Beitrag melden

      @Vorseher

      Also weil ein (kleiner) Teil der Bevölkerung lieber die anderen auch in den Abgrund reisst mit seine Egomanentum und sich nicht an der dringend angezeigten ökologischen Wende beteiligen will, sind die Umweltschützer dann also Schuld, wenn sich die Egoisten von der Allgemeinheit abspalten und mit "Bürgerkrieg" drohen? Im anderen die Schuld für das eigene Verhalten zuweisen waren Egomanen schon immer sehr gut. Sieht man auch an solchen Kommentaren wieder.

    • Martial2 am 14.10.2019 17:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Umwelt Egaliker

      Haben Sie heute Ihre Pillen verwechselt...?

    • Martial2 am 14.10.2019 18:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Q. J.

      Asperger = milde Form des Autismus. Wenn dieses Mädchen hübsch ist, naja man weiss nie wo die genau schaut...

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