Essen heisst im Ramadan Fasten

24. Mai 2018 09:44; Akt: 24.05.2018 13:58 Print

Ungarns Staats-TV fällt auf deutsche Muslime rein

Das ungarische Staatsfernsehen berichtet, die deutsche Stadt Essen heisse nun Fasten. Das ist natürlich Quatsch.

Das ungarische Staatsfernsehen ist auf eine Meldung des Satireportals Noktara.de reingefallen. Demnach heisst die Stadt Essen während des Ramadans «Fasten». (Quelle:Twitter)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Das Portal Noktara.de hat seinem Namen als Sartireseite alle Ehre gemacht. «Der Oberbürgermeister der in Nordrhein-Westfalen gelegenen Grossstadt Essen hat soeben in einer Pressemitteilung bekannt gegeben, dass man aus Rücksicht auf Muslime die Stadt Essen vorübergehend in ‹Fasten› umbenennen wird», schreibt das Portal.

Umfrage
Wie finden Sie den Scherz von Noktara?

Das sei beschlossen worden, nachdem Vertreter der örtlichen Moscheegemeinden eine Petition mit 5000 Unterschriften eingereicht hätten. Ortsschilder würden für diese Zeit ausgetauscht, finanziert von Essener Muslimen, sodass die Steuerzahler nicht belastet würden. Ob man die Aktion im nächsten Jahr wiederholen werde, wolle man von der Resonanz abhängig machen.

So weit, so lustig. Nur dass das ungarische Staatsfernsehen MTVA den Beitrag nicht als Satire erkannte und prompt darüber berichtete – nach einem Beitrag über Randale in Dresdner Asylzentren.

«Muslimischer Postillon»

Bislang hat sich der Sender nicht dazu geäussert, der Beitrag ist online noch immer abrufbar. Dabei macht Noktara bei näherer Betrachtung der Website sehr deutlich, dass es sich bei der Seite um «Ethno-Satire» handelt: «So nennt man das, wenn Migranten ihre Sicht der Dinge satirisch verarbeiten, und wir wollen damit orientalische Würze in die Satirelandschaft bringen.» Mittlerweile hat sich Noktara den Ruf eines «muslimischen Postillons» erworben.

Die regierungstreuen Medien in Ungarn hämmern den Bürgern seit Jahren ein, wie gefährlich Muslime seien und wie schwach die EU. Das nimmt mitunter groteske Züge an. So unterstellt der ungarische Präsident Viktor Orban dem ungarnstämmigen Amerikaner George Soros, der die ungarische Zivilgesellschaft stärken will, dass dieser eigentlich die muslimische Masseneinwanderung zum Ziel habe. Die Soros-Stiftung musste kürzlich ihr Büro in Budapest schliessen.

(gux)