Überschwemmung in Indien

19. Juli 2019 20:43; Akt: 20.07.2019 15:37 Print

Hausbewohner findet Tiger in seinem Bett

Auf der Flucht vor Überschwemmungen sucht ein erschöpftes Tigerweibchen Zuflucht in einem Familienhaus. Statt das Tier zu verscheuchen, lassen die Bewohner es sich erholen.

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Ein Tigerweibchen ist in Indien vor den Monsun-Überschwemmungen in ein Haus geflüchtet. Dort legte sich das Tier in ein Bett, wie die Naturschutzorganisation Wildlife Trust of India mit einem entsprechenden Foto auf Twitter mitteilte.

Der Kaziranga-Nationalpark, wo das Tier gewöhnlicherweise lebt, steht derzeit fast gänzlich unter Wasser. Die Parktiere müssen durch die Wassermassen schwimmen, um sich auf höhere Gebiete zu retten. Mindestens 54 Tiere sind bisher gestorben - darunter auch sechs vom Aussterben bedrohte Panzernashörner.

Nach dem Nickerchen weckten die Retter den Tiger mit Kracher

Als der Tiger in das Haus kam, sei glücklicherweise niemand dort gewesen, sagte ein Wildlife-Trust-Mitarbeiter zur «BBC». Als Hausbesitzer Motilal zurückkehrte und in sein Zimmer schaute, entdeckte er den Tiger, der es sich auf dem Bett gemütlich gemacht hat. Das Tier war erschöpft.»

Motilal flüchtete mit seiner Familie. «Das Tolle war, dass niemand das Tier gestört hat, damit es sich ausruhen kann. In dieser Region gibt es viel Respekt vor der Tierwelt», sagte Tierschützer Rathin Barman.

Nach seinem Nickerchen wurde das Tigerweibchen wieder in Richtung Park geführt. Dafür weckten die Retter den Tiger mit Knallkörper. Dann liessen sie Strassen blockieren, so dass es dem Tier einfacher sei, den Weg zurück in den Wald zu finden.

Wegen des starken Regenfälle in Südasien starben seit vergangener Woche schon mehr als 250 Menschen. Millionen verloren ihre Häuser oder wurden unter Trümmern begraben. Die Monsunzeit dauert gewöhnlich bis September.

(sda)