Nahost-Konflikt

31. Dezember 2008 13:04; Akt: 31.12.2008 13:44 Print

Heftige arabische Kritik an Präsident Abbas

Mit einem Rundumschlag gegen Israel und die rivalisierenden Palästinenserfraktionen hat in Kairo eine Dringlichkeitssitzung der arabischen Aussenminister zur Lage im Gazastreifen begonnen. Auch Palästinenserpräsident Abbas bekam sein Fett weg.

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Aussenminister arabischer Länder halten am 31. Dezember in Kairo eine Dringlichkeitssitzung zur Lage in Nahost ab. (Bild: Keystone/AP)

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Der Generalsekretär der Arabischen Liga, Amre Mussa, sagte, er verstehe nicht, weshalb Palästinenserpräsident Mahmud Abbas den brutalen Angriffen der israelischen Armee untätig zusehe.

«Du bist doch der Präsident aller Palästinenser, tue endlich etwas!», forderte er ihn auf, «wir (die arabischen Staaten) werden dann hinter dir stehen».

Versöhnung unter Palästinensern gefordert

Die zerstrittenen palästinensischen Gruppierungen sollten ihre internen Streitikeiten beenden und «umgehend» eine Versöhnungskonferenz abhalten, forderte Mussa.

Der saudiarabische Aussenminister Saud el Faisal sagte, die arabischen Staaten könnten den Palästinensern solange nicht die Hand reichen, wie diese zerstritten seien. Es sei an der Zeit, dass sich die Palästinenser auf eine Regierung der nationalen Einheit einigten. «Dieses schreckliche Massaker wäre nicht passiert, wenn das palästinensische Volk hinter einer Führung geeint wäre, die mit einer Stimme spricht», sagte Al Faisal.

Die seit anderthalb Jahren im Gazastreifen herrschende radikalislamische Hamas und die Fatah-Partei von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas, der im Westjordanland regiert, stehen sich feindlich gegenüber.

Kritik an Israel

Der israelischen Regierung warf Mussa vor, sie habe ihre Offensive im Gazastreifen nur begonnen, um ihre Chancen bei den bevorstehenden Wahlen zu verbessern. «Das Opfer des Wahlkampfes ist Gaza», fügte er hinzu.

(sda)