Nachbeben in Italien

21. Mai 2012 08:45; Akt: 21.05.2012 08:45 Print

Heftiger Regen erschwert die Bergungsarbeiten

Die Angst vor Nachbeben und starke Regenfälle haben tausenden von Menschen in der Emilia Romagna eine schlaflose Nacht bereitet. Viele haben die Nacht im Auto oder in einer Notunterkunft verbracht.

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Nach dem heftigen Erdbeben vom 20. Mai und den Nachbeben vom 21. Mai suchen Feuerwehrleute nach Überlebenden. Bild: Rettungskräfte bei der Arbeit in Sant'Agostino. Die Erdbeben haben sieben Menschen das Leben gekostet. Aus Angst vor Nachbeben suchen am 20. Mai viele Menschen in einer kleinen Tennishalle in Finale Emilia Zuflucht. Hier warten die Menschen, bis sie wieder in ihre Unterkünfte gehen können - sofern diese nicht durch das Erdbeben komplett zerstört worden sind. Diese Familie erholt sich in einem Kindergarten in Mirabello von den Strapazen. Die Menschen sind geschockt und getrauen sich nicht mehr in ihre Häuser zurück. Besonders heftig hat des den Ort Finale Emilia getroffen. Nicht nur die Kirche wurde stark beschädigt. Auch der alte Turm stürzte ein. Zunächst «nur» teilweise ... ... nach einem heftigen Nachbeben der Stärke 5,1 am Sonntagnachmittag krachte der Turm komplett zusammen. Dieses Bild des einstigen Turms in Finale Emilia wird wohl nicht so schnell vergessen. Auch der Turm der Stadthalle von Finale Emilia ist zerstört. Das zerstörte Castello Delle Rocche in Finale Emilia. Ein weiteres havariertes Gebäude in Finale Emilia. Nicht nur historische Bauten, auch Autos ... ... und Läden wurden beschädigt. Die meisten Menschen - wie hier in Finale Emilia - können nicht mehr zurück in ihre Häuser. Sie werden in Zelten untergebracht. Es ist ungewiss, wie lange sie hier wohnen müssen. Manche müssen zurzeit in Massenschlägen wohnen - riesige Zelte, die rudimentär mit Campingbetten, -tischen und -stühlen ausgerüstet sind. Auch in Sant' Agostino, rund 12 Kilometer nordwestlich von Finale Emilia, hat das Beben grosse Schäden hinterlassen. Im Bild ist das Rathaus nach dem ersten Beben ... ... und nach den Nachbeben. Ein Keramikfabrik in Sant' Agostino ist völlig in sich zusammengebrochen. In Santuario wurde der Glockenturm der Kirche beschädigt. Die Kirche von San Carlo ist beinahe vollständig zerstört. Der Blick auf eine Heiligenstatue der Kirche von San Carlo. Bloss ein paar Mauern und ein paar Statuen stehen noch. Oriano Caretti betrachtet die Schäden an seiner Käserei in San Giovanni in Persiceto. Noch kann er den Schaden nicht beziffern. In Burana sind Silos eingestürzt. Bilder des Schreckens auch aus San Felice sul Panaro. Das Dach dieses Gebäudes und ein Teil der Fassade in San Felice Sul Panaro sind eingestürzt. In Ferrara hat es alte und neue Bauten gleichermassen erwischt. Das Epizentrum lag 35 Kilometer nord-nordwestlich von Bologna in San Felice sul Panarao.

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Die vom Erdbeben betroffenen Gemeinden in der norditalienischen Region Emilia Romagna haben eine schwierige Nacht erlebt. Wegen heftigem Regen und starken Nachstössen verbrachten rund 3000 Obdachlose in den Provinzen Modena und Ferrara eine schlaflose Nacht.

Tausende Menschen mussten die Nacht zum Montag in Notunterkünften oder bei Freunden und Verwandten verbringen. Der Zivilschutz stellte in Sporthallen und Schulen 4500 Bettplätze zur Verfügung.

Gefängnis evakuiert

Der Regen erschwerte die Arbeit der Rettungsmannschaften, die die Stabilität der vom Erdbeben betroffenen Gebäuden überprüfen mussten. Das Gefängnis von Ferrara wurde vorsorglich evakuiert, wie das Fernsehen RAI berichtete.

Manche Menschen berichteten dem Sender, dass sie die Nacht aus Angst vor Nachbeben im Auto verbracht hätten. Viele Schulen im Erdbebengebiet bleiben am Montag und Dienstag geschlossen.

Mehrere Nachstösse wurden in der Erdbebenregion gemeldet. Die schwersten Erdstösse erreichten dabei in der Nacht eine Stärke von 3,7. Insgesamt gab es dem Portal «corriere.it» zufolge mehr als hundert kleinerer Nachbeben. Am Sonntagnachmittag war es zu einem Nachbeben der Stärke 5,0 gekommen.

Sorge um Kulturgüter

Am frühen Sonntagmorgen hatte ein Beben der Stärke 6,0 die Region erschüttert. Mindestens sieben Menschen kamen ums Leben, 50 Personen wurden verletzt. Besonders betroffen waren Modena, Ferrara, Bologna und Mantua.

Die Schadenshöhe ist noch unbekannt. Vor allem aber gibt es Sorge wegen der Schäden an den unschätzbaren Kulturgütern der Region. «Die Schäden an dem kulturellen Erbe sind nach einem ersten Erkenntnissen beachtlich», sagte der Minister für Kulturgüter, Lorenzo Ornaghi, laut der Nachrichtenagentur Ansa.

Unter anderen gab es Schäden in der Renaissancestadt Ferrara, deren historischer Stadtkern zum Weltkulturerbe gehört. Das Schloss von Ferrara sowie Kirchen wurden beschädigt.



(Videos: YouTube/SkyTG24)


(Video: YouTube/Youreporter)

Das Epizentrum in Finale Emilia:

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Andrea S. am 21.05.2012 11:11 Report Diesen Beitrag melden

    Arme Menschen, arme Tiere :-(

    Man kann nur hoffen, nie selbst von sowas Schlimmem betroffen zu sein! :-((

  • Progi am 21.05.2012 11:31 Report Diesen Beitrag melden

    Leute sterben und einige jammern wegen

    Kulturerben. ? Diese Baufälligen Ruinen sind ja in keiner Art und Weise mehr Zeitgemäss, lasst die Zeugen dieser peinlichen Vergangenheit einsrürzen und macht Paltz für etwas neues.

  • Michelli Alessio am 21.05.2012 12:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hallo?

    Für manche Kirchen wie die S. Antonio in Padova hat man um die 150 Jahre gebraucht um sie zu bauen. Ihr wert ist undenkbar hoch. Tausende Turisten pilgern Täglich in diese Kirche. Wenn man mal selber drinnen war, dan weis man warum man sie nicht eifach zerstören lässt. Das sind erbaute Kunstwerke unserer Vohrfahren. Ein stück geschichte und Glauben. Ich bin erst 15 und denke schon auf diese Art.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Michelli Alessio am 21.05.2012 12:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hallo?

    Für manche Kirchen wie die S. Antonio in Padova hat man um die 150 Jahre gebraucht um sie zu bauen. Ihr wert ist undenkbar hoch. Tausende Turisten pilgern Täglich in diese Kirche. Wenn man mal selber drinnen war, dan weis man warum man sie nicht eifach zerstören lässt. Das sind erbaute Kunstwerke unserer Vohrfahren. Ein stück geschichte und Glauben. Ich bin erst 15 und denke schon auf diese Art.

  • Progi am 21.05.2012 11:31 Report Diesen Beitrag melden

    Leute sterben und einige jammern wegen

    Kulturerben. ? Diese Baufälligen Ruinen sind ja in keiner Art und Weise mehr Zeitgemäss, lasst die Zeugen dieser peinlichen Vergangenheit einsrürzen und macht Paltz für etwas neues.

  • Andrea S. am 21.05.2012 11:11 Report Diesen Beitrag melden

    Arme Menschen, arme Tiere :-(

    Man kann nur hoffen, nie selbst von sowas Schlimmem betroffen zu sein! :-((