Bürgerkrieg in Syrien

11. Januar 2016 15:29; Akt: 11.01.2016 19:13 Print

Hilfskonvoi erreicht Hungerstadt Madaja

Die Hilfslieferung für Tausende vom Hungertod bedrohte Menschen ist vor der belagerten syrischen Stadt Madaja eingetroffen. 40'000 Einwohner sind dort eingeschlossen.

Bildstrecke im Grossformat »

Fehler gesehen?

Nach monatelangen Verzögerungen haben Rotes Kreuz und Roter Halbmond am Montag Hilfslieferungen für die notleidende Bevölkerung im syrischen Madaja und zwei weiteren Städten auf den Weg gebracht. Nach Angaben des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) waren etwa 50 Lastwagen unterwegs in Richtung Madaja.

21 Lastwagen befanden sich auf dem Weg nach Fua und Kafraja, wie das IKRK weiter mittelte. Sie transportierten Nahrungsmittel, Medikamente, Medizinmaterial und Decken. Über Monate konnten Hilfsorganisationen die drei Städte nicht erreichen. Die UNO schätzt die Zahl der Hilfsbedürftigen allein in dem von Regierungstruppen belagerten Madaja auf 40.000, die Hälfte davon Kinder. Helfern zufolge starben dort bereits 28 Menschen an Hunger.


Die Hilfsorganisationen haben die belagerte Stadt Madaja in Syrien erreicht. (Quelle: Reuters)

20'000 Bewohner eingeschlossen

In den von bewaffneten Regierungsgegnern umzingelten Schiitenorten Fua und Kafraja in der nordwestlichen Provinz Idlib sind etwa 20.000 Bewohner eingeschlossen. Noch am Montag wollte sich der UN-Sicherheitsrat mit der humanitären Lage in Madaja, Fua und Kafraja befassen. Beschlüsse werden nicht erwartet.

Eine neugegründete Allianz aus kurdischen und arabischen Gegnern des syrischen Staatschefs Baschar al-Assad will an den anstehenden Syrien-Gesprächen in der Schweiz teilnehmen. Das sagte der Kovorsitzende des Syrischen Demokratischen Rats, Haytham Manna, der Nachrichtenagentur AFP.

23 Menschen verhungerten

Der erst im Dezember gegründete Syrische Demokratische Rat ist der politische Arm der Syrischen Demokratischen Kräfte. Diese bewaffnete Gruppierung hatten kurdische, arabische und christliche Rebellen im Oktober im Kampf gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) gebildet. Sie wird von den USA unterstützt und von den Volksverteidigungseinheiten (YPG) angeführt, die grosse Teile der kurdischen Siedlungsgebiete im Norden Syriens kontrollieren.

Ab dem 25. Januar sollen sich Vertreter der syrischen Regierung und deren Gegner zu Gesprächen unter der Schirmherrschaft des UN-Sondergesandten Staffan de Mistura in Genf treffen. Bislang lud de Mistura den Syrischen Demokratischen Rat nicht zu den Gesprächen ein.

Nach Angaben der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) starben bislang mindestens 23 Menschen an den Folgen von Mangelernährung. Einwohner aus Madaja berichteten am Samstag von zwei weiteren Opfern. Ein Vater und sein neun Jahre alter Sohn seien verhungert, hiess es.

(afo/sda)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • christel mosimann am 10.01.2016 07:40 Report Diesen Beitrag melden

    Quellenangabe

    Bitte dringend Quelle des Fotos angeben. Es sind viele Propaganda Bilder im Umlauf

    einklappen einklappen
  • R.T. am 10.01.2016 08:55 Report Diesen Beitrag melden

    Tragisch

    Einfach schlimm mitanzusehen, wie man Kinder in diesen Städten aushungern lässt, während die Jungen Männer aus diesen Gegenden geflüchtet sind und hier in Europa andersweitig für Schlagzeilen sorgen.

    einklappen einklappen
  • giorgio m am 10.01.2016 08:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Irreführung der Bevölkerung

    Die Flüchtlinge auf den Zeitung-Fotos und TV Beiträgen sind aber immer junge und wohlgenaehrte Leute, in der Mehrheit kraeftige junge Männer.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • 142w am 11.01.2016 12:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Humanity

    Was machen wir menschen wieso schmieden die usa russlan eine allianz und beenden das endlich

  • sägu am 11.01.2016 10:52 Report Diesen Beitrag melden

    Bei aller Tragik

    Die Stimmung gegen Flüchtlinge ist seit der Silvesternacht gesunken und dafür muss man jetzt mit Propagandabilder auf die Tränendrüse drücken!! Das ist sehr schwach von den Medien!!

  • cici am 11.01.2016 07:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    einsatz

    ich möchte einfach wieder mal den Hut ziehen vor all jenen,die den camion fahren,die Güter auf- und abladen,vor Ort sind.

  • Chris am 11.01.2016 01:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht effizient

    Und wir schenken den Flüchtlingen hier ein goldenes Leben, obwohl die Armen eigentlich vor Ort anzutreffen wären.

    • Prof am 11.01.2016 09:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Chris

      Dann spenden Sie doch! Jeder Franken lindert die Not ein Bisschen.

    • Frau am 11.01.2016 15:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Prof

      Wenn du den Franken nicht selber dem Armen bringst, verschwindet er in einer anderen Tasche

    • Cira am 11.01.2016 16:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Prof

      Nein unsere Regierung soll spenden.

    • Prof am 11.01.2016 17:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Frau

      Nein, tut er nicht. Soeben hat ein Hilfskonvoi Madaja erreicht. Hilfe hilft.

    einklappen einklappen
  • Nurmalso am 11.01.2016 00:57 Report Diesen Beitrag melden

    Hilfe vor Ort wäre effizienzer

    Den Flüchtlingen kann vor Ort sehr viel effizienter geholfen werden als in Europa, sprich: Mit demselben Aufwand kann man viel mehr Menschen helfen. Unerklärlicherweise hat die UNO dieses Jahr trotzdem die Unterstützung der syrischen Flüchtlingslager reduziert.