Verletzte Fotografin in Mumbai

15. Juli 2014 15:51; Akt: 15.07.2014 17:40 Print

Höchststrafe für jugendliche Vergewaltiger

Ihre erwachsenen Freunde wurden zum Tode verurteilt, die zwei minderjährigen Vergewaltiger müssen nun drei Jahre lang in Jugendhaft. Der Frauenministerin ist das nicht lange genug.

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Delhi In Indien ist am 23. August 2013 erneut eine Frau Opfer einer Gruppenvergewaltigung geworden. Mehrere Männer missbrauchten eine Foto-Reporterin in einer Fabrikruine im Zentrum der indischen Küstenmetropole Mumbai. Die 22-Jährige wurde mit inneren Blutungen in ein Spital gebracht. Sie sei am frühen Donnerstagabend für Fotoaufnahmen für ein Lifestyle-Magazin unterwegs gewesen. Vor einer stillgelegten Baumwollspinnerei wurden die Fotografin und ihr Kollege demnach von einer Gruppe attackiert. Der Mann wurde zusammengeschlagen und mit einem Gürtel gefesselt, während die Frau von mehreren Männern in das alte Gebäude gezerrt und dort vergewaltigt wurde. Einer der flüchtigen Täter wurde inzwischen festgenommen. Vier weitere Verdächtige seien identifiziert, aber noch nicht gefasst, sagte Singh. Die Verdächtigen leben offenbar alle in der Nähe des Tatorts. Die jüngste sexuelle Attacke sorgte am Freitag für einen riesigen Aufschrei in Indien. Im Internet fanden sich zahlreiche entsetzte Kommentare. Viele Nutzer äusserten sich insbesondere darüber schockiert, dass ausgerechnet Mumbai Schauplatz des Verbrechens war. Die Millionenmetropole, die früher Bombay hiess, gilt allgemein als eine der sichersten indischen Städte für Frauen. Im Parlament in Neu Delhi warfen die Abgeordneten die Tagesordnung über den Haufen und diskutierten über die Sicherheit von Frauen im Land. «Wir sind nur Zuschauer bei den ganzen Verbrechen gegen Frauen», sagte Oppositionspolitikerin Smriti Irani im Parlament. Sie verwies auf die «bestialische Tat» vom Dezember, als eine 23 Jahre alte Studentin in der Hauptstadt Neu Delhi in einem Bus entführt, vergewaltigt und mit einer Eisenstange gefoltert worden war und schliesslich verstarb. Nichts habe sich seither verändert. Alle im Land hätten ein Déjà-vu, kommentierten Nachrichtenreporter.

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Die beiden 17-Jährigen, die aus rechtlichen Gründen nicht identifiziert wurden, müssen wegen der Angriffe auf zwei Frauen für drei Jahre in ein Heim.

Das sagte der Staatsanwalt Ujjwal Nikam der Nachrichtenagentur AFP. Der eine Jugendliche war vergangenes Jahr an der Gruppenvergewaltigung einer jungen Fotografin beteiligt, die beruflich in einem verfallenen Fabrikgelände im Zentrum Mumbais unterwegs war.

Der andere Jugendliche wurde wegen der Gruppenvergewaltigung einer anderen Frau an dem selben Ort verurteilt. Die Frau hatte sich an die Polizei gewandt, nachdem sie von dem Fall der jungen Fotografin hörte.

In den beiden Fällen wurden bereits im April drei Männer zum Tode verurteilt. Es waren die ersten Todesurteile, seitdem die Gesetze infolge einer brutalen Gruppenvergewaltigung in der Hauptstadt Neu Delhi im Dezember 2012 verschärft wurden. Zwei weitere Täter erhielten wegen der Taten in Mumbai lebenslange Haftstrafen.

Derzeit wird darüber gestritten, ob jugendliche Täter härter bestraft werden sollten. Frauenministerin Maneka Gandhi hatte gefordert, Unter-18-Jährige sollten bei schweren Verbrechen wie Erwachsene behandelt werden. Die jungen Männer hätten keine Angst vor dem Jugendstrafgesetz.

Laut dem indischen Nachrichtensender CNN-IBN erklärte auch das Höchste Gericht Indiens, dass eine strikte Altersgrenze nicht sinnvoll sei. Die Regierung solle deswegen das Gesetz umschreiben.

(sda)