Amazonas-Gebiet

15. Juni 2011 06:05; Akt: 15.06.2011 06:19 Print

Holzmafia erschiesst Familienvater

Die Mordserie im brasilianischen Amazonas-Gebiet geht weiter. Nach einem Streit mit Vertretern der Holzindustrie wurde ein Arbeiter und Familienvater erschossen aufgefunden.

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In Brasiliens Amazonas-Gebiet geht die Serie von Morden an Landarbeitern und Umweltaktivisten weiter. Unbekannte erschossen im Bundesstaat Pará den 31-jährigen Obede Loyla Souza.

Der Vater dreier Kinder hatte sich vor einigen Monaten mit der Holzmafia angelegt, wie die zur katholischen Kirche gehörende Landpastorale CPT am Dienstag mitteilte. Dabei habe er mit Vertretern von Holzfirmen gestritten, die durch ihre illegalen Rodungsarbeiten Zugangswege unpassierbar machten.

Souza hatte ausserdem 2008 gemeinsam mit anderen Bauern brachliegendes Farmland besetzt und eine Siedlung mit dem Namen Esperanca (dt.: Hoffnung) gegründet.

Laut Polizei wurde Souza bereits vorigen Donnerstag erschossen. Die Ermittlungen laufen. Er ist das fünfte Mordopfer binnen weniger Wochen, das in Verbindung gebracht wird mit Machenschaften der Holzfäller-Mafia.

Am 24. Mai wurde im Bundesstaat Pará das Umweltschützer-Ehepaar José Cláudio Ribeiro da Silva und Maria do Espírito Santo Silva erschossen. Auch ein Nachbar des Paares wurde ermordet aufgefunden.

Wenige Tage später erschossen Unbekannte dann im Bundesstaat Rondônia den 57-jährigen Adelino Ramos, der auch in der Landlosen- Bewegung aktiv war. Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff hatte sich alarmiert gezeigt und Bundespolizei und Militär in die Region geschickt, um weitere Anschläge zu verhindern.

Die Landpastorale CPT (Comissão Pastoral da Terra) hatte kürzlich Zahlen vorgelegt, wonach in den vergangenen zehn Jahren 207 Landarbeiter und Umweltaktivisten mehrfach bedroht worden seien. 42 von ihnen seien Attentaten zum Opfer gefallen.

(sda)