Rücktritt gefordert

21. Juni 2019 04:42; Akt: 21.06.2019 04:42 Print

Hongkong kommt nicht zur Ruhe

Nach dem Millionenprotest von vergangenem Sonntag haben Demonstranten zu «Picknicks» vor dem Regierungsgebäude aufgerufen.

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Ihr Auslieferungsgesetz löst heftige Proteste aus: Hongkongs Regierungschefin Carrie Lam. (Archivbild) Die Proteste in Hongkong in Bildern: Erneut sind Demonstranten und die Polizei aneinandergeraten. In Hongkong ist für Montag ein Generalstreik geplant. (4. August 2019) Die Regierungskritiker hatten angekündigt, den Verkehr in der Millionenmetropole lahmzulegen. Hunderte maskierte und in schwarz gekleidete Demonstranten blockierten Strassen, entzündeten Feuer und übersprühten Ampeln mit Farbe. (4. August 2019) Bei den gewaltsamen Zusammenstössen zwischen Demonstranten und der Polizei vor dem angekündigten Generalstreik wurden 44 Menschen festgenommen. Die Polizei setzte wieder Tränengas ein, um die Proteste aufzulösen. (4. August 2019) Aktivist Joshua Wong wird aus dem Gefängnis begleitet. (17. Juni 2019) Am Freitagabend, 14. Juni, versammelten sich tausende Eltern in einem Park im Zentrum von Hongkongs Geschäftsviertel. Die Hongkonger Polizei mobilisiert ein Grossaufgebot an Sicherheitskräften: Demonstranten blockieren am Mittwoch zwei Hauptstrassen. (12. Juni 2019) Tausende Demonstranten belagerten am Mittwochmorgen zudem den Hongkonger Legislativrat. Die Demonstranten blockierten Strassen um den Gebäudekomplex. Am Mittwoch wird das Stadtparlament in Hongkong in zweiter und dritter Lesung über den Gesetzentwurf der pro-chinesischen Führung beraten. Am späten Dienstagabend haben sich erneut Demonstranten zu Protesten gegen das geplante Auslieferungsgesetz in Hongkong versammelt. (11. Juni 2019) Rund 2000 überwiegend junge Menschen trafen zu einer nächtlichen Mahnwache vor dem Parlament ein. Die Zahl der Polizisten vor Ort wurde erhöht, viele waren mit Schutzausrüstung ausgestattet. In der Nacht zum Montag ist es in Hongkong zu Ausschreitungen gekommen.Polizisten setzten Schlagstöcke und Pfefferspray ein, als sie gegen Demonstranten vorgingen, die vor dem Parlament ein Nachtlager aufschlagen wollten. (10. Juni 2019) Protestteilnehmer waren Flaschen auf die Beamten und setzten Metallgitter gegen die Polizisten ein: Mindestens ein Polizist wurde dabei verletzt. (10. Juni 2019) Die Zusammenstösse ereignete sich kurz nach Mitternacht (18 Uhr Schweizer Zeit). Demonstranten trugen Schilder mit «Keine Auslieferung nach China» oder «Nach China ausgeliefert, für immer verschwunden». (9. Juni 2019) Am Sonntag hatten Hunderttausende Menschen gegen Pläne der Regierung für Auslieferungen an China protestiert. (9. Juni 2019) «Wenn dieses Gesetz verabschiedet wird, ist das das Ende des Prinzips ein Land, zwei Systeme, das China bei der Übergabe vertraglich zugesichert hat», sagt Demokratie-Aktivist Ray Wong: Der heutige politische Flüchtling (links) spricht nach seiner Flucht nach Deutschland zu den Medien. (4. Juni 2019) Die Organisatoren schätzen die Teilnehmerzahl auf über eine Million. (9. Juni 2019) Es gab vereinzelt Zwischenfälle und Festnahmen, die Polizei setzte Pfefferspray ein: Eine Aufnahme einer Festnahme. (9. Juni 2019) Auch in Berlin fand eine Unterstützungsaktion statt. (9. Juni 2019)

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In Hongkong sind hunderte Demonstranten zu neuen Protesten in das Regierungsviertel geströmt. Die Demonstranten forderten am Freitag den Rücktritt von Regierungschefin Carrie Lam sowie den endgültigen Verzicht auf ein umstrittenes Auslieferungsgesetz. Es handelte sich vor allem um Studenten, die in Schwarz gekleidet waren. Sie verlangten ausserdem die Freilassung von festgenommenen Protestteilnehmern. Oppositionsgruppen hatten dazu aufgerufen, sich vor dem Parlament und dem Regierungskomplex der chinesischen Sonderverwaltungszone zu «Picknicks» zu treffen. Auch andere Formen des Protests kämen in Frage, etwa Streiks oder eine Verlangsamung des Verkehrs.

In Hongkong gibt es seit Wochen zahlreiche Proteste. Am Sonntag gingen in der früheren britischen Kronkolonie nach Angaben der Organisatoren mehr als zwei Millionen Menschen auf die Strasse.

Der Unmut richtet sich gegen ein Gesetzesvorhaben, das Auslieferungen an Festland-China ermöglichen würde. Regierungschefin Lam hat das Gesetzesvorhaben angesichts der Proteste zwar auf Eis gelegt, aber nicht komplett zurückgenommen. Das geplante Gesetz hat die schwersten politischen Unruhen seit der Übergabe der ehemaligen britischen Kronkolonie Hongkong an China 1997 ausgelöst.

(roy/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Oberli am 21.06.2019 04:59 Report Diesen Beitrag melden

    Keine Chance

    Die Machthaber Chinas werden sich schliesslich durchsetzen und die Oppositionellen in Hongkong in Lager bringen. Sie warten einen günstigen Moment ab.

  • Typhoeus am 21.06.2019 06:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kommunistische Diktatur

    kennt keine Ethik.

  • Zukunftsorientiert am 21.06.2019 12:32 Report Diesen Beitrag melden

    Es geht um Nachhaltigkeit

    Die Kreativitäts-Atempause zwecks Entwicklung zur High-Tech Gesellschaft ist nun vorbei. Wir schliessen die Kreativ-Ateliers, Freiräume und Erholungs- und Begegnungszonen. Wir haben was wir wollten, jetzt geht's zurück in die babylonische Sklaverei. Alle Ketten anlegen, Elektro-Halsband fest gezurrt und noch ein kleiner Pieks; so geimpft und gechippt. Jetzt noch das Brandzeichen und ab zurück in die Herde!

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  • Zukunftsorientiert am 21.06.2019 12:32 Report Diesen Beitrag melden

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  • Typhoeus am 21.06.2019 06:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kommunistische Diktatur

    kennt keine Ethik.

  • Oberli am 21.06.2019 04:59 Report Diesen Beitrag melden

    Keine Chance

    Die Machthaber Chinas werden sich schliesslich durchsetzen und die Oppositionellen in Hongkong in Lager bringen. Sie warten einen günstigen Moment ab.