Chinesischer Dissident

26. Juni 2011 08:25; Akt: 26.06.2011 08:38 Print

Hu Jia nach drei Jahren freigelassen

2008 wurde der chinesische Bürgerrechtler Hu Jia wegen Anstiftung zur Untergrabung der Staatsgewalt verurteilt. Nachdem zuvor bereits Ai Weiwei freigelassen wurde, konnte auch Hu Jia das Gefängnis verlassen.

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Das Bild aus dem Jahr 2007 zeigt Hu Zia und seine Frau Zeng Jinyan (links) in ihrer Wohnung in Peking. (Bild: AFP)

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Der chinesische Bürgerrechtler Hu Jia ist nach mehr als drei Jahren Haft freigelassen worden, wie seine Frau am Sonntag mitteilte. Hu sei nach Hause zurückgekehrt, berichtete Zeng Jinyan in Peking, wo sie und ihre Tochter seit 2006 unter Hausarrest stehen.

Der 37-Jährige Hu hatte sich unter anderem für Aids-Patienten eingesetzt, bevor er inhaftiert wurde. 2008 wurde er wegen Anstiftung zur Untergrabung der Staatsgewalt zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt. Ihm wurde vorgeworfen, er habe mit Ausländern zusammenarbeiten wollen, um die Olympischen Spiele 2008 in Peking zu stören.

Wen auf Europareise

2008 verlieh das Europäische Parlament Hu Jia den Sacharow- Preis. Der nach dem sowjetischen Friedensnobelpreisträger Andrei Sacharow benannte Preis wird Menschen und Organisationen für ihre Verteidigung der Menschenrechte und der Meinungsäusserungsfreiheit verliehen.

Der chinesische Ministerpräsident Wen Jiabao befindet sich derzeit auf Europareise. Erst am Mittwoch war der systemkritische chinesische Künstler Ai Weiwei freigelassen worden. Die Festnahme des 54-Jährigen war international auf heftige Kritik gestossen. Beobachter sehen die Freilassung von einigen bekannten Dissidenten in China in Zusammenhang mit der Reise Wens.

Repression dauert an

Allerdings sitzt weiter eine unbekannte Zahl von chinesischen Bürgerrechtlern, Intellektuellen und Künstler in Gefängnissen, Arbeitslagern oder sie stehen unter Hausarrest. So gibt es unter anderem vom inhaftierten Friedensnobelpreisträger Liu Xiaobo und dessen unter Hausarrest stehenden Ehefrau Liu Xia seit Monaten kein Lebenszeichen mehr.

Seit Beginn der Aufstände in Nordafrika Anfang Jahr haben die chinesischen Behörden zahlreiche Dissidenten festgesetzt. Wer freikommt wie Ai Weiwei, wird von der Regierung gezwungen, zu schweigen. Mit ihrer Repressionswelle will die regierende kommunistische Partei jeden Widerstand im Keim ersticken.

(sda)