«Fast alle sind dünn»

06. Dezember 2019 08:28; Akt: 06.12.2019 09:55 Print

56 hungrige Eisbären belagern russisches Dorf

In dem russischen Dorf Ryrkaipij fürchten Anwohner die Bedrohung durch Raubtiere. Für diese gestaltet sich die Nahrungssuche immer schwieriger.

In dem russischen Dorf Ryrkaipij fürchten Anwohner die Bedrohung durch Raubtiere. Für diese gestaltet sich die Nahrungssuche immer schwieriger. (Video: AP)
Zum Thema
Fehler gesehen?

Menschen am Polarmeer im Nordosten Russlands müssen wieder hungrige und unterernährte Eisbären fürchten. 56 Tiere seien in den vergangenen Tagen in der Nähe des Dorfes Ryrkaipij gesichtet worden, teilte die Umweltstiftung WWF in Moskau mit. «Fast alle Bären sind dünn.» Patrouillen sollen auf der Tschuktschen-Halbinsel nun verhindern, dass die Tiere zu den Häusern gelangen. Die Zahl der Mitarbeiter sei aufgestockt worden.

Eisbären sind in der Region nach Angaben der Umweltschützer zwar zu Hause. Ungewöhnlich sei aber, dass sich so viele in eine besiedelte Region wagten. In dem Dorf sind deswegen den Angaben nach sämtliche öffentliche Veranstaltungen abgesagt worden. Kinder werden demnach mit Bussen zum Kindergarten oder zur Schule gebracht.

Hungrige Eisbären nähern sich russischem Dorf

Auf der Halbinsel herrschen dem WWF zufolge für Anfang Dezember ungewöhnlich warme Temperaturen. Deshalb sei das Eis vor der Küste noch nicht dick genug, damit Eisbären dort auf Robbenjagd gehen könnten. Tierschützer machen die Erderwärmung dafür verantwortlich.

Mülltonnen durchsucht

Erst im Februar hatten sich auf der Inselgruppe Nowaja Semlja über Wochen etwa 50 Eisbären in der Nähe von Menschen aufgehalten. Sie durchsuchten Mülltonnen und drangen in Häuser ein. Auch im Sommer gab es Berichte von einzelnen Bären in dem Gebiet.

Die Organisation Pro Wildlife forderte indes ein Ende der Eisbärenjagd. Derzeit lebten weltweit noch etwa 26 000 Tiere, zitierten die Umweltschützer Daten der Weltnaturschutzunion IUCN. Ihr Bestand werde Prognosen zufolge bis 2050 allein wegen der Erderwärmung um 30 Prozent zurückgehen. «Kanada erlaubt als einziges Land die Jagd für den kommerziellen Handel mit Fellen», hiess es.

Europa sei ein bedeutender Absatzmarkt für Felle, auch ein Grossteil der Trophäenjäger komme aus der EU. Die Jäger und Händler hätten es auf die grössten und stärksten Tiere abgesehen. Diese seien für die Überlebens- und Anpassungsfähigkeit der Art jedoch besonders wichtig.


Im Februar 2019 vermeldete die Arktis-Insel Nowaja Semlja Notstand wegen hungriger Eisbären.

(sda)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Kristyna am 06.12.2019 10:09 Report Diesen Beitrag melden

    einfach nur armseelig...

    Wie wärs mit Zone absperren und die Eisbären füttern? Nein, die erste Idee der Behörden ist die Erschiessung von gefährdeten Eisbären. Das ist einfach nur armseelig.

    einklappen einklappen
  • Eisbär am 06.12.2019 10:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die Natur rächt sich

    Die Natur wird sich unbarmherzig rächen. Wenn die Menschheit denkt sie kann sich alles nehmen, zerstören und den Naturkreislauf durchbrechen, dann ist das die richtige und logische Konsequenz. Wir werden es alle zu spüren bekommen, das ist erst der Anfang.

    einklappen einklappen
  • cyrill am 06.12.2019 10:12 Report Diesen Beitrag melden

    schade

    es sind hochspezialisiertee jäger in unwirklichen lebensbedingungen. man muss nicht wirklich vor ihnen angst haben, aber sie sind hochterritorial. eine perle der evolution. leider durch diese hochspezialisierung kaum mehr überlebensfähig, ihre spezialisierung wird jetzt zu ihrem umweltbedingten flaschenhals. schade ich habe diese spezies sehr gemocht, auch klug sinds sie klüger als braunbären.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Seppli am 08.12.2019 12:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Aber, es gibt doch kein Klimawandel?

    Ja aber, wo kommen all die Eisbären her? Sie sollen doch einfach zurück auf ihr Eis! Es gab noch nie eine Eisschmelze in der Arktis und der Klimawandel ist ja nur ein grosser Schwindel! Verstehe ich nicht?

  • Klimaleugner am 08.12.2019 10:15 Report Diesen Beitrag melden

    Hä?

    Wie jetzt? Dachte es gibt keine Eisbären mehr.

  • LilaLala am 08.12.2019 08:05 Report Diesen Beitrag melden

    Weg damit

    Natürlich soll die lokale Bevölkerung dort sich mit den Eisbären arrangieren - aber wenn hier in der Schweiz einer der (schweizweit) 1,5 Bären oder 18,4 Wölfe 4 unbeaufsichtigte Schafe irgendwo auf einer Alp reisst, dann muss natürlich direkt eine Abschussgenehmigung her.

    • Oberlehrer am 09.12.2019 12:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @LilaLala

      Also was lernen wir daraus? Sofort schweizer Bären und Wölfe mit Bleichmittel entfärben. Problem gelöst.

    einklappen einklappen
  • Phlow am 07.12.2019 09:37 Report Diesen Beitrag melden

    Füttern nur im Zoo

    Füttern? Das ist kein Zoo, dann kommen sie erst recht. Da muss es andere Möglichkeiten geben. Flosse,...

    • Bernice am 07.12.2019 19:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Phlow

      Die Eisbären mit Flossen ausrüsten, damit sie Fische jagen können. Guter Input.....

    einklappen einklappen
  • Joséphine am 06.12.2019 21:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nur traurig

    Herzzerreißende Bilder. Die wunderschönen Eisbären sind dem Untergang geweiht und wir feiern sie nur noch an Weihnachten als Coca-Cola Bärchen.

    • 5Ger am 07.12.2019 10:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Joséphine

      Genau. Es sind herzerreissende Bilder die für diesen Beitrag ausgesucht wurden. Da hätte natürlich ein Bild von einen Eisbären, der gerade genüsslich ein Robbenbaby verspeist, nicht dazu gepasst. Das ist aber ein wichtiger Teil des Lebens eines Eisbären. Robben sind das, ist wovon er sich haupsächlich ernährt. Das ist Natur pur. So schön und auch so grausam.

    • Maler50 am 07.12.2019 12:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @5Ger

      Diese Bilder passen zum Thema des Artikels. Es zeigt die Realität y nicht wie es sein sollte, das fressen der Robben ist Naturgeben dennoch wären Bilder davon unpassend zur jetzigen Situation der Eisbären in dieser Gegend.

    • Joséphine am 07.12.2019 14:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @5Ger

      Ein Eisbär, der eine Robbe frisst, nennt sich Natur und ist nicht schockierend. Bilder von Eisbären, die wegen dem Klimawandel leiden und sterben, machen mich sehr traurig. Erkennen Sie den Unterschied?

    • 5Ger am 09.12.2019 12:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Joséphine

      Und woran willst Du gesehen haben, dass die Eisbären auf den Bildern leiden? Ich sehe nichts davon und wenn der suggestive Text dazu nicht wäre, würdest Du es auch nicht sehen.

    einklappen einklappen