Diplomatischer Zwist

19. August 2019 11:17; Akt: 19.08.2019 11:17 Print

IS-Kämpfer verliert Pass – Kanada tobt

Grossbritannien entzog einem britisch-kanadischen IS-Kämpfer den britischen Pass. Kanadas Regierung kocht.

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Der IS-Kämpfer Jack Letts, auch bekannt als «Jihadi Jack», ist Auslöser eines diplomatischen Zwists zwischen Grossbritannien und Kanada. Laut «Mail on Sunday» hat die britische Regierung dem 24-jährigen ­britisch-kanadischen Doppelbürger die britische Staatsbürgerschaft entzogen.

Dieser Zug entfachte bei der kanadischen Regierung laut einer diplomatischen Quelle Zorn: Letts verbinde schliesslich nur sehr wenig mit Kanada. Befürchtet wird, dass sich der kanadische Premier Justin Trudeau und der britische ­Premier Boris Johnson am G-7-Gipfel vom kommenden Wochenende wegen des «ab­geschobenen Problems» in die Haare ­geraten könnten.

Staatenlose Menschen verboten

Letts verliess 2014 seine Heimat in Oxford­shire und schloss sich in Syrien dem IS an. Der damals 18-Jäh­rige erklärte sich als «Feind Grossbritanniens». Nachdem er 2017 jedoch von kurdischen Behörden geschnappt worden war, bettelte Letts um ­seine Rückkehr nach Grossbritannien. Er betonte, er habe keine Absichten, «Briten in die Luft zu jagen».

Seit 2016 wurde über 120 Doppelbürgern der britische Pass entzogen. Da das internationale Recht staaten­lose Menschen verbietet, sind entzogene Staatsbürgerschaften nur im Fall von Doppelbürgern erlaubt. Ein Sprecher des britischen Innenministeriums rechtfertigt den Passentzug mit dem Aufrechterhalten der Sicherheit im Land.

(bz)