Syrien

19. September 2014 23:54; Akt: 20.09.2014 00:06 Print

IS-Terroristen erobern 60 Dörfer in 48 Stunden

Die Extremisten der Terrormiliz «Islamischer Staat» beherrschen im Irak und in Syrien inzwischen rund ein Drittel der Fläche beider Länder. Tausende Menschen fliehen in die Türkei.

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In Syrien setzte die Extremistenorganisation ihre Offensive in den Kurdengebieten fort. Binnen 48 Stunden eroberten sie 60 Dörfer, allein 40 davon am Freitag, wie der Leiter der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte, Rami Abdel Rahman, mitteilte. Die kurdischen Kämpfer seien den radikalsunnitischen Milizionären unterlegen und zögen sich zurück.

Die IS-Offensive auf die Kurden-Stadt Ain al-Arab (Kurdisch: Kobane) unweit der Grenze zur Türkei löste einen Flüchtlingsstrom aus. Aus Angst vor IS-Gräueltaten flohen tausende Personen in Richtung Türkei.

Nach Tumulten an der Grenze erlaubte Ankara rund 3000 Flüchtlingen die Einreise. Frauen, Kinder und Männer überquerten zu Fuss die Grenze in der Region Suruc. Zuvor war auf TV-Bildern zu sehen, wie türkische Sicherheitskräfte Tränengas und Wasserwerfer einsetzten.

Angst vor Fehltritt

Um die Terrormiliz auch in Syrien zu vernichten, wollen die USA gemässigte syrische Rebellen ausrüsten und trainieren. Nach dem Abgeordnetenhaus gab dafür am Donnerstag auch der Senat in Washington grünes Licht.

Die Trainingsmission des Militärs wird nach Angaben von Verteidigungsminister Chuck Hagel pro Jahr 500 Millionen Dollar kosten. Damit könnten jährlich 5000 oppositionelle Kräfte ausgebildet und bewaffnet werden.

Die US-Regierung hatte in den ersten drei Jahren des syrischen Bürgerkriegs die Forderungen nach Waffenlieferungen für die Opposition sehr zurückhaltend betrachtet. Das Weisse Haus war besorgt, sich mit den falschen Kräften zu verbünden. Washington fürchtete vor allem, dass Waffen in die falschen Hände fallen könnten.

Keine Bodentruppen

Zuvor hatte Frankreich hat als erster Staat nach den USA Stellungen der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) im Irak bombardiert. Rafale-Kampfflugzeuge zerstörten am Freitag laut dem Elyséepalast ein Versorgungsdepot der Extremisten im Norden des Landes.

Frankreich will in den nächsten Tagen weitere Einsätze gegen IS-Stellungen im Irak fliegen. Die französische Luftwaffe hat Kampfjets in den Vereinigten Arabischen Emiraten stationiert.

Präsident François Hollande hatte am Donnerstag angekündigt, die USA bei Luftangriffen zu unterstützen. Bodentruppen und eine Intervention in Syrien schloss der Staatschef und oberste Befehlshaber aber aus.

Die Extremisten beherrschen im Irak und in Syrien inzwischen rund ein Drittel der Fläche beider Länder. Dort haben sie ein «Islamisches Kalifat» ausgerufen. Die Terrormiliz geht in Gebieten unter ihrer Kontrolle brutal gegen Gegner und Andersgläubige vor. Immer wieder gibt es Berichte über öffentliche Tötungen und Entführungen.

UNO-Sicherheitsrat ruft zum Kampf auf

Der UNO-Sicherheitsrat sagte der neuen irakischen Regierung seine Unterstützung im Kampf gegen den IS zu. Das Gremium verabschiedete am Freitag eine Erklärung, in der die internationale Gemeinschaft aufgefordert wird, die Bemühungen der Regierung in Bagdad «bei der Wahrung von Sicherheit und der Bekämpfung des Terrorismus» zu unterstützen.

Die 15 Sicherheitsratsmitglieder verurteilten die Angriffe der IS-Extremisten. Deren Vormarsch stelle eine «grosse Gefahr für die Region» dar. Einige der Verbrechen «könnten Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit darstellen».

Bei US-Luftangriffen auf Extremisten nahe der nordirakischen Stadt Mossul kamen am Freitag laut Augenzeugen mindestens 22 IS-Kämpfer ums Leben. Die 400 Kilometer nördlich von Bagdad gelegene Stadt ist eine Hochburg der Terrormiliz.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • MultiKulti erfahrung am 20.09.2014 10:39 Report Diesen Beitrag melden

    Aushungern?

    Die Terroristen haben bisher noch nichts geleistet was man zum Leben braucht. Keine Landwirtschaft, Wohnungen werden abgerissen und die Menschen die etwas positives tun und Mehrwert erstellen abgeschlachtet. Die Islamisten leben von den Vorraeten und Resourcen der Zivilbevoelkerung. Sobald alled aufgebaraucht und vernichtet ist werden sie untergehen (oder neues Land erobern). Die IS und verwandte Organisationen werden keinen Bestand haben aber sei werden unglaublich viel Leid in die Welt bringen. Und es wird nicht lange dauern dann werden sie auch bei uns aktiv sein.

  • Hans B. am 20.09.2014 01:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Händler des Todes

    Darum müssen wir dringend Waffen liefern. Dazu die Hilfsmittel an einem sicheren Ort verteilen und da auch die Leute betreuen. Würden wir das so machen anstat Asylunterkünfte zu bauen können die Leute nach dem Krieg wieder in ihr Haus zurück. Falls dieses zerbombt wurde könnte man mit dem Asylgeld auch locker da wieder beim Aufbau helfen.

  • Sandy am 20.09.2014 16:11 Report Diesen Beitrag melden

    Niemand handelt

    Warum tut denn niemand etwas? Ich habe Angst!!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Sandy am 20.09.2014 16:11 Report Diesen Beitrag melden

    Niemand handelt

    Warum tut denn niemand etwas? Ich habe Angst!!

  • MultiKulti erfahrung am 20.09.2014 10:39 Report Diesen Beitrag melden

    Aushungern?

    Die Terroristen haben bisher noch nichts geleistet was man zum Leben braucht. Keine Landwirtschaft, Wohnungen werden abgerissen und die Menschen die etwas positives tun und Mehrwert erstellen abgeschlachtet. Die Islamisten leben von den Vorraeten und Resourcen der Zivilbevoelkerung. Sobald alled aufgebaraucht und vernichtet ist werden sie untergehen (oder neues Land erobern). Die IS und verwandte Organisationen werden keinen Bestand haben aber sei werden unglaublich viel Leid in die Welt bringen. Und es wird nicht lange dauern dann werden sie auch bei uns aktiv sein.

  • Hans B. am 20.09.2014 01:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Händler des Todes

    Darum müssen wir dringend Waffen liefern. Dazu die Hilfsmittel an einem sicheren Ort verteilen und da auch die Leute betreuen. Würden wir das so machen anstat Asylunterkünfte zu bauen können die Leute nach dem Krieg wieder in ihr Haus zurück. Falls dieses zerbombt wurde könnte man mit dem Asylgeld auch locker da wieder beim Aufbau helfen.

  • Paul Meier am 20.09.2014 00:59 Report Diesen Beitrag melden

    Effizienz von Luftangriffen

    ziemlich ueberraschen nicht ? Trotz all den Drohgebaerden und Bombardierungen scheint es nicht zu funktionieren