Extremisten im Irak

24. Juli 2014 16:50; Akt: 24.07.2014 18:56 Print

IS befiehlt Verstümmelung aller Frauen

Die sunnitischen Extremisten im Irak haben in den von ihnen kontrollierten Gebieten die Genitalverstümmelung aller Frauen befohlen. Dies berichtet eine UNO-Gesandte.

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Die UNO-Vertreterin Jacqueline Badcock sagte in einer in Genf ausgestrahlten Videokonferenz, dass die Extremisten der Organisation Islamischer Staat (IS, vormals Isis) eine entsprechende Fatwa verhängten, die alle Frauen im Alter zwischen 11 und 46 Jahren betreffe. Die IS-Kämpfer hatten in den vergangenen Wochen weite Gebiete des Irak unter ihre Kontrolle gebracht und dort ein «Kalifat» errichtet.

Badcock sagte weiter, sie wisse nicht genau, wie viele Frauen nun von der Anordnung bedroht seien. Unter Berufung auf UNO-Zahlen schätzte sie jedoch, dass vier Millionen Mädchen und Frauen betroffen sein könnten. Bisher sei die Praxis der Genitalverstümmelung im Irak nicht weit verbreitet und nur «in einigen isolierten Regionen» üblich gewesen.

Nach Angaben Badcocks leben im von den Extremisten eroberten Mossul nur noch rund 20 christliche Familien. Einige Christen-Familien seien zum Islam konvertiert, andere hätten es vorgezogen, eine von der IS verhängte Strafe zu zahlen. Ein grosser Teil der christlichen Gemeinde in der Stadt floh jedoch in den kurdischen Teil des Irak.

(sda)