Abi Ibrahim al-Haschimi al-Kuraischi

31. Oktober 2019 16:34; Akt: 31.10.2019 21:05 Print

IS ernennt neuen Anführer nach Tod von al-Baghdadi

Der Tod des IS-Anführers Abu Bakr al-Baghdadi wurde nun offiziell von der Terrormiliz bestätigt. Sein Nachfolger heisst Abi Ibrahim al-Haschimi al-Kuraischi.

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Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat den Tod ihres Anführers Abu Bakr al-Baghdadi bestätigt und einen Nachfolger benannt. Abu Ibrahim al-Haschimi al-Kuraischi sei der neue Anführer der Terrororganisation, erklärte der IS in einer am Donnerstag veröffentlichten Audio-Botschaft über seinen Medienkanal al-Furkan.

Der IS bestätigte darin auch den Tod des weiteren ranghohen Mitglieds Abu al-Hassan al-Muhadschir. Dieser sei aus Saudi-Arabien gewesen. Al-Muhadschir war Sprecher des IS und wichtiger Berater al-Baghdadis.

«Freut euch nicht über die Tötung»

Der IS ruft seine Anhänger in der 17 Minuten langen Botschaft dazu auf, dem neuen Anführer al-Kuraischi die Treue zu leisten. «Freut euch nicht über die Tötung von Scheich al-Baghdadi», heisst es an die USA gerichtet.

Der IS sei nicht auf den Nahen Osten beschränkt und werde seine Mission fortsetzen. Anhänger werden dazu aufgerufen, neue Mitglieder zu werben und IS-Gefangene zu befreien. Dies hatte al-Bagdadi in einer im September veröffentlichten Audiobotschaft gefordert, der letzten vor seinem Tod.

Über al-Kuraischi ist wenig bekannt. Auch in der Audiobotschaft wird kaum etwas über ihn gesagt. Der Name al-Kuraischi bezieht sich auf den arabischen Stamm der Kuraisch, der Mekka zur Zeit des Propheten Mohammed (ca. 570-632 n. Chr.) beherrschte.

«Direkter Nachkomme Mohammeds»

Mohammed wurde in einen der zehn grossen Kuraisch-Klans hineingeboren. Der Stamm zählt bis heute zu den grössten in der heiligen Stadt Mekka in Saudi-Arabien. Einige Muslime, die sich den Beinamen al-Kuraischi geben, betrachten sich als direkte Nachkommen Mohammeds. Der neue IS-Sprecher Abu Hamsa al-Kuraischi trägt den Namen ebenfalls.

Spezialkräfte des US-Militärs hatten al-Baghdadi vergangenes Wochenende in einem Gehöft im Nordwesten Syriens aufgespürt. Er war nach Aussagen von US-Präsident Donald Trump vor den Soldaten in einen Tunnel geflüchtet. Dort zündete er eine Sprengstoffweste.

Fünf weitere IS-Kämpfer getötet

Neben dem Anführer wurden nach Angaben der USA fünf weitere IS-Kämpfer getötet und zwei Personen in Gewahrsam genommen. Al-Muhadschir, der als einer der wichtigsten Berater al-Baghdadis galt, wurde laut Trump bei einem weiteren Einsatz getötet.

Der Medienkanal al-Furkan ist eines der Sprachrohre des IS. In Audiobotschaften hat die Organisation Anhänger im Westen mehrfach dazu aufgerufen, Anschläge zu verüben. Die Echtheit der am Donnerstag verbreiteten Nachricht liess sich zunächst nicht überprüfen. Sie wurde aber über die üblichen Kanäle des IS in den sozialen Medien verbreitet.

(sda)