Ramadan

15. Juli 2016 09:52; Akt: 15.07.2016 11:57 Print

IS rief zu Attentaten mit Autos auf

Hat sich der Täter ein Video des IS zum Vorbild genommen? In einer Botschaft zum Fastenmonat propagierten die Extremisten Anschläge mit Fahrzeugen.

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Die Promenade des Anglais ist gut anderthalb Tage nach dem Attentat wieder komplett für Fussgänger geöffnet. (16. Juli) Nizza trauert: An der Promenade des Anglais versammelten sich Menschen, um den Opfern und Hinterbliebenen des Attentats zu gedenken. Die Polizei sichert Spuren neben zurückgelassenen Kinderwagen. Spurensicherung am Morgen nach dem Attentat mit über 80 Toten. Der LKW, der sich durch die Menschenmenge pflügte, wird noch immer untersucht. Mit diesem Lastwagen fuhr der Attentäter in die Menschenmenge. Der Lastwagen des Attentäters: Die Frontscheibe ist mit Einschusslöchern übersät. Der LKW in Nizza wird von Ermittlern untersucht. Ein Mann beruhigt ein kleines Mädchen nach dem Terror-Anschlag in Nizza. Angehörige von Opfern spenden sich Trost. Er soll der Attentäter von Nizza sein. Die Papiere des 31-jährigen Mohamed Lahouaiej Bouhlel wurden in dem Lkw gefunden, mit dem er dutzende Menschen überfuhr. Gespenstische Szenen nach dem Anschlag: Menschen flüchteten in Panik. Opfer werden abtransportiert - der Anschlag forderte über 80 Tote. Der Attentäter soll auch auf die Menschen geschossen haben. Der Ausnahmezustand in Frankreich wurde um drei Monate verlängert. Rettungskräfte kümmern sich um die Verletzten nach dem Anschlag. Am Morgen nach dem Anschlag herrscht Fassungslosigkeit in NIzza. Der LKW, der beim Anschlag verwendet wurde, am Morgen danach. Verwundete werden an der Strandpromenade abtransportiert. Soldaten bezogen nach dem Anschlag Stellung. Verwundete Personen werden ins Spital gebracht. Der Anschlag geschah am Nationalfeiertag von Frankreich. Innenminister Bernard Cazeneuve spricht zu den Medien. Ermittler am Tatort in Nizza. Eine verletzte Frau wird von Rettungskräften behandelt. Kurz nach dem Anschlag helfen Rettungskräften den Verwundeten. Polizisten sichern den Tatort kurz nachdem der LKW durch die Menge gerast war. Ein Polizist neben den zugedeckten Opfern an der Strandpromenade. Noch am Morgen danach liegen zugedeckte Opfer in Nizza. Forensiker untersuchen den LKW in Nizza. Die idyllische Strandpromenade von Nizza, die am Donnerstag zum Ort des Schreckens wurde. In Nizza starben beim Terroranschlag über 80 Menschen.

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Der Attentäter von Nizza raste mit einem Lastwagen zwei Kilometer durch die Menschenmenge und tötete so mehr als 80 Menschen. Bei vergleichbaren Taten in der Vergangenheit auf europäischem Boden kamen dagegen meist Waffen und Sprengkörper zum Einsatz.

Das Motiv des Täters, einem 31-jährigen Franko-Tunesier aus Nizza, liegt zwar noch im Dunkeln, auch hat sich noch niemand zu dem Anschlag bekannt. Doch während des diesjährigen Fastenmonats Ramadan veröffentlichte die Terrormiliz Islamischer Staat ein Propagandavideo, in dem sie explizit mehrere Anschlagsvarianten bebildert. Das International Center for the Study of Violent Extremism (ICSVE), dem das Video vorliegt, hat die Bilder ausgewertet.

Demnach ruft der IS in dem Video dazu auf, nicht länger auf westliche Soldaten im IS-Kerngebiet zu warten, sondern deren Heimatländer anzugreifen. «Füllt eure Auto mit Benzin», fordern die Extremisten ihre Anhänger auf. Es folgen realistische Darstellungen von Anschlägen: ein Selbstmordattentat in New York, ein Scharfschütze in London, eine aktivierte Schläferzelle in Deutschland und schliesslich der Fahrer eines SUV, der in Australien in eine Menschenmenge rast. Das Video hat englische Untertitel, im Hintergrund ist laut ICSVE Gesang auf Deutsch zu hören.

«Überfahrt sie mit euren Autos»

Neu ist die Strategie nicht: Bereits vor knapp zwei Jahren rief der IS seine Anhänger dazu auf, die «Ungläubigen» im Westen auch mit Autos zu überfahren. Am 19. November 2014 forderten drei französische Jihadisten mit den Kampfnamen Abu Maryam, Abu Osama und Abu Salman in einem Propagandavideo zu Anschlägen in Frankreich auf.

In dem siebenminütigen Video sagte Abu Maryan: «Terrorisiert sie, bis sie vor Angst nicht mehr schlafen können. Es stehen Waffen und Autos zu Verfügung, um dieses Ziel zu erreichen. Vergiftet das Wasser und das Essen der Feinde Allahs. Spuckt ihnen ins Gesicht und überfahrt sie mit euren Autos. Tut was auch immer nötig ist, um sie zu erniedrigen, denn das ist es, was sie verdient haben.»

Die Terror-Organisation «al-Qaida auf der Arabischen Halbinsel» veröffentlichte gemäss «Spiegel Online» im Jahr 2010 sogar eine Anleitung für Anschläge mit Pick-up-Trucks. Sie riet ihren Anhängern, die Fahrzeuge vorne mit Stahlblechen oder scharfen Klingen zu präparieren – «nicht um Gras zu mähen, sondern die Feinde Allahs».

(mlr)