Verhandlungen

03. Juni 2011 13:06; Akt: 04.06.2011 21:55 Print

Im Jemen sollen die Waffen eine Woche ruhen

Saudi-Arabien gelingt ein Durchbruch im jemenitischen Konflikt. Derweil flüchtet die Bevölkerung in Massen aus dem Land. Und Präsident Saleh soll sich in Saudi-Arabien in ärztliche Behandlung begeben.

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Mit mehr als 99,8 Prozent ist Abed Rabbo Mansur Hadi am 24.2.2012 zum neuen Präsidenten des Jemen gewählt worden. Ein historischer Moment: Im saudiarabischen Staatsfernsehen ist zu sehen, wie der langjährige jemenitische Präsident Ali Abdullah Saleh das Dokument zur Abgabe seiner Macht unterzeichnet. Auf den Strassen Sanaas demonstrierten die Menschen dagegen, dass die Unterschrift unter das Dokument Saleh und seiner Familie Immunität vor Strafverfolgung zusichert. Auch am gehen in der Hauptstadt Sanaa die Demonstrationen gegen den Präsidenten Saleh weiter. Zehntausend Menschen sind am in Jemens Hauptstadt Sanaa auf die Strassen gegangen und haben gegen Präsident Saleh demonstriert. Am kehrt Präsident Ali Abdullah Saleh erstmals nach vier Monaten in die Hauptstadt Sanaa zurück. Am wird mit neuen Granatangriffen im Jemen weitergemacht. Die Waffenruhe wird gebrochen. Die Proteste in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa gehen auch am weiter. Tags darauf werden bei einem Granatenangriff auf diesem Platz mindestens drei Demonstranten getötet. Auch in der Stadt Taiz im Süden Jemens werden die Protestierenden von Sicherheitskräften vertrieben. Bei Protesten in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa sind am mindestens 26 Demonstranten getötet und 200 weitere verletzt worden. Nach dem blutigen Wochenende herrscht im Jemen Ausnahmezustand. Im Jemen haben tausende Demonstranten zum Beginn des Studienjahres am die größte Universität des Landes gestürmt. Am haben Zehntausende Demonstranten die Söhne von Präsident Ali Abdullah Saleh zum Verlassen des Landes aufgefordert. Am schliessen sich 100 000 Menschen in einem Trauerzug in Sanaa zusammen. Nachdem bekannt wurde, dass Präsident Ali Abdullah Saleh das Land in Richtung Saudi-Arabien verlassen hat, bricht am Jubel auf den Strassen aus. Lautstark verlangen die Regierungsgegner in der Hauptstadt Sanaa den Rücktritt von Präsident Ali Abdullah Saleh. Am Rande eines Bürgerkriegs: Rauch steigt auf in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa. Regierungsgegner leisten einem verwundeten Stammeskämpfer, der bei Gefechten mit der Armee verletzt wurde, erste Hilfe. Ein klares Ziel vor Augen: Dieser Demonstrant zeigt mit seinem Slogan unmissverständlich, wo er Präsident Saleh haben möchte. Ein Teil der Armee ist zu den Demonstranten übergelaufen. Als Zeichen der Solidarität mit ihnen strecken die Soldaten die Hände zusammen. Siegeszeichen der übergelaufenen Soldaten. Auch Frauen ... ... und ältere Stammeskämpfer gehen auf die Strasse, um ihren Frust mit lauten Parolen kundzutun. Rauchschwaden von brennenden Reifen steigen empor. Oppositionelle versuchen einen Strassenabschnitt zu blockieren. Auch die Stadt Taiz im Süden von Jemen kommt nicht zur Ruhe. Bei nächtlichen Auseinandersetzungen wurden mindestens 20 Aufständische getötet sowie über 150 verletzt.

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Der saudiarabische König Abdullah hat eine einwöchige Waffenruhe zwischen den Regierungstruppen im Jemen und der Opposition vermittelt. Das erklärten am Samstag Vertreter der jemenitischen Regierung und der aufständischen Stämme.

Nach dem Raketenangriff auf den Präsidentenpalast im Jemen sind fünf verletzte Spitzenvertreter der Regierung zur medizinischen Behandlung nach Saudi-Arabien gebracht worden. Dabei handelt es sich laut einem Bericht der amtlichen jemenitischen Saba um den Ministerpräsidenten, den stellvertretenden Ministerpräsidenten, den Sicherheitsberater des Präsidenten sowie die beiden Parlamentspräsidenten. Der Gesundheitszustand des Sicherheitsberaters soll ernst sein.

Auch Präsident Ali Abdullah Saleh, der bei dem Angriff am Freitag nach offiziellen Angaben leicht verletzt worden war, soll jetzt nach Saudi-Arabien reisen, um sich in ärztliche Behandlung zu begeben. Dies, obwohl er nur ein paar Kratzer im Gesicht abbekommen haben soll, wie der stellvertretende Informationsminister Abdu al-Dschanadi versichert hatte. Er hat eine Einladung des saudischen Königs Abdullah angenommen. Das verlautete am Samstag aus Kreisen des Präsidenten. Die Maschine Salehs habe den Flughafen in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa noch nicht verlassen. Am Samstag herrschte zunächst Unklarheit über dessen Gesundheitszustand und Aufenthaltsort. Berichten, wonach der angeblich leicht verletzte Saleh bereits wieder im Palast sei, widersprach ein enger Mitarbeiter. Er sagte, dass sich der Präsident weiterhin in einem Militärspital befinde.

Schweiz ruft zur Ausreise auf und schliesst Konsulat

Das Eidg. Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) rief am Samstag Schweizer Bürger dazu auf, den Jemen vorübergehend zu verlassen. Gemäss EDA-Angaben leben rund 30 Schweizer in dem Land. Die meisten davon arbeiten für das Internationale Komitee vom Roten Kreuz, die UNO oder Hilfsorganisationen.

Die Schweiz hat im Jemen keine eigene Botschaft, unterhält jedoch ein Honorarkonsulat in Sanaa. Dieses wurde gemäss EDA-Angaben am Samstag geschlossen. Die Schweizer Interessen im Jemen nimmt die Botschaft in Saudi-Arabien wahr.

Auch andere Staaten wie Grossbritannien und Deutschland riefen ihre Landsleute zum Verlassen des Landes auf. Die EU erklärte, man habe erste Massnahmen für eine Evakuierung von EU-Bürgern ergriffen. Aus der Hauptstadt Sanaa flüchteten inzwischen Tausende Menschen. An den Ausfallstrassen staute sich der Verkehr. Sanaa selbst wirkte gemäss Augenzeugen teilweise wie eine Geisterstadt.

Kampf um Sanaa geht weiter

Die Kämpfe zwischen Regierungstruppen und Anhängern des Stammesführers Scheich Sadek al-Ahmar auf den Strassen der Hauptstadt Sanaa gingen auch in der Nacht auf Samstag weiter. Zehn Stammeskämpfer seien dabei getötet und 35 weitere verletzt worden, berichtete ein Anführer. Die Kämpfe hätten bis zum Morgengrauen angedauert, sagte der Sprecher.

Regierungstruppen und Stammeskämpfer beschossen sich mit Raketen, besetzte Regierungsgebäude und eine umkämpfte Polizeistation wurden beschädigt. Auch rund um das Haus Al-Ahmars tobten erneut schwere Kämpfe.

Gefolgsleute des Präsidente feuerten Granaten auf das Haus des Oppositionspolitikers Scheich Hamid al-Ahmar in Sanaa ab. Zehn Menschen seien getötet und mindestens 35 weitere zum Teil schwer verletzt worden, berichtete die Nachrichtenwebsite News Yemen.

Tausende Menschen flüchteten am Samstag vor den eskalierenden Kämpfen zwischen Anhängern und Gegnern des Präsidenten aus der Hauptstadt Sanaa. Die deutsche Botschaft wurde aus Sicherheitsgründen geschlossen.

(sda/ap)