Dörfer evakuiert

21. Juli 2019 19:29; Akt: 21.07.2019 19:29 Print

In Portugal wüten gleich fünf grosse Waldbrände

1300 Feuerwehrleute sind im Zentrum Portugals gegen mehrere Waldbrände im Einsatz. Die Behörden vermuten, dass es sich um Brandstiftung handeln könnte.

Rund 1300 Feuerwehrleute sind im Zentrum Portugals gegen mehrere Waldbrände im Einsatz. Die Feuer bedrohten zwei Dörfer in Bergregion Castelo Branco. (Video: Wibbitz)
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In einem der grössten Feuerwehreinsätze in der Geschichte Zentralportugals kämpft die Region gegen mehrere verheerende Waldbrände. 1300 Feuerwehrleute und 400 Fahrzeuge befanden sich am Sonntag in der Region Castelo Branco im Einsatz. Am gefährlichsten war die Lage in der Gemeinde Vila de Rei. Dort erstreckt sich das Feuer über 25 Kilometer. Etwa 20 Menschen erlitten Verletzungen.

«Nur das Feuer in Vila de Rei ist noch aktiv», sagte Portugals Innenminister Eduardo Cabrita während einer Pressekonferenz am Sonntag. Die Ursache für die Waldbrände in der Region werde noch ermittelt. Auch ob es sich um Brandstiftung handele, werde geprüft. «Es ist seltsam. Wie kann es sein, dass fünf so grosse Brände in so nah beieinander gelegenen Regionen ausbrechen konnten?», fragte Cabrita.

Acht Feuerwehrleute verletzt

Der Brand in der Bergregion des Bezirkes Castelo Branco sei erst zu 60 Prozent eingekesselt, obwohl der Wind abgeflaut sei, sagte der regionale Einsatzleiter Luis Belo Costa. Allein in Vila de Rei waren 800 Feuerwehrleute mit 245 Fahrzeugen und 13 Löschflugzeugen im Einsatz.

Ein Zivilist wurde durch die Flammen schwer verletzt und per Helikopter in die 200 Kilometer südlich gelegene Hauptstadt Lissabon gebracht. Ausserdem erlitten acht Feuerwehrleute Verletzungen bei den Löscharbeiten.

Mehrere kleine Ortschaften waren über Nacht vorsorglich evakuiert worden. Sollte sich die Situation verschlimmern, müssten die Bewohner mehrerer Dörfer ihre Häuser verlassen, teilte der Zivilschutz mit. In der Kleinstadt Vila de Rei wurde demnach eine Feldküche eingerichtet, die bis zu 600 Menschen versorgen kann.

Landflucht ist teilweise ein Grund für Waldbrände

Zwei weitere Waldbrände, die am Samstag ausgebrochen waren, konnten über Nacht unter Kontrolle gebracht werden. In fünf Regionen im Zentrum und Süden Portugals gilt die höchste Waldbrand-Warnstufe. Dabei befinden sich die Temperaturen unter der Schwelle von 41 Grad, bei der normalerweise die höchste Alarmstufe ausgerufen wird.

Grund für das hohe Waldbrandrisiko sind unter anderem strukturelle Probleme. Die Region leidet unter Landflucht. Viele Felder, Wiesen und Wälder werden nicht mehr bewirtschaftet. Stattdessen wird Eukalyptus angebaut, der in der Papierproduktion verwendet wird. Die schnell wachsenden Bäume sind ein lukratives Geschäft, aber sehr leicht entzündlich.

Dem Europäischen Waldbrand-Informationssystem (EFFIS) zufolge sind zwischen Januar und April dieses Jahres in Europa bereits mehr als 250'000 Hektar Land durch Waldbrände zerstört worden. Während der gesamten Waldbrand-Saison im Jahr 2018 waren es nur 181'000 Hektar.

(kle/afp)