Verbot gekippt

16. Juli 2019 13:42; Akt: 16.07.2019 13:42 Print

Toreros töten auf Mallorca wieder Stiere

In der Arena auf Mallorca werden wieder Stiere sterben. Am 9. August findet auf der Plaza de Toros in Palma erstmals seit Juli 2017 wieder eine Corrida statt.

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Nach gut zwei Jahren werden Toreros auf Mallorca wieder Stiere töten. Am 9. August werde auf der Plaza de Toros in Palma erstmals seit Juli 2017 wieder eine Corrida stattfinden, berichtete die Zeitung «Diario de Mallorca».

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Was soll Spanien mit seinen Stierkämpfen machen?

Ende 2018 hatte das spanische Verfassungsgericht ein vom Regionalparlament der Balearen-Inseln vor zwei Jahren verhängtes Verletzungs- und Tötungsverbot gekippt. Das Madrider Gericht erklärte damals mehrere Artikel des reformierten balearischen Gesetzes über Stierkämpfe und Tierschutz für verfassungswidrig.

Die neuen Bestimmungen waren von Medien als «Stierkampf light» bezeichnet worden. Das von Linksparteien beherrschte Regionalparlament in Palma habe mit dem Tötungsverbot seine Kompetenzen überschritten, befanden die Richter. Da der Stierkampf 2013 zum nationalen Kulturgut erklärt worden sei, könne nur der Staat darüber entscheiden, hiess es in der Urteilsbegründung.

«Der Stierkampfkunst wird ihre Essenz genommen»

Die Richter waren in der Sache von der konservativen Volkspartei (PP) des damaligen Ministerpräsidenten Mariano Rajoy angerufen worden. Die Stiftung Fundación Toro de Lidia (Stiftung Kampfstier) hatte das Tötungsverbot als «Barbarei» bezeichnet. «Der Stierkampfkunst wird ihre Essenz genommen, nämlich der Tod.»

Obwohl Stierkampf in Spanien zunehmend umstrittener wird und vor allem unter den Jüngeren immer mehr an Attraktivität verliert, hatte das Verfassungsgericht bereits 2016 klargemacht, dass die spanischen Regionen die sogenannten Corridas nicht völlig verbieten dürfen.

Damals war ein in Katalonien seit 2010 geltendes Stierkampfverbot gekippt worden. Einige der Beschlüsse von 2017 gelten auf Mallorca aber weiterhin. Minderjährige dürfen zum Beispiel dem Spektakel nicht beiwohnen.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • SchwerInOrdnung am 16.07.2019 13:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schrecklich

    Als hätte man auf dieser Welt nicht bereits genug Gewalt. Arme Tiere! Eine primitive Tradition.

  • DonEd am 16.07.2019 14:00 Report Diesen Beitrag melden

    Verstehe es nicht!

    Das noch im heutigen Zeitalter das Töten von Lebewesen nur zur Unterhaltung dient, sagt viel über die Weiterentwicklung einer Gesellschaft auf. Also... gar keine!!!

  • Cornelia Eicher am 16.07.2019 14:10 Report Diesen Beitrag melden

    Eine Feriendestination weniger

    Dann ist ja wohl klar, welche Ferien-Insel hoffentlich als Feriendestination gestrichen wird. Bei uns jedenfalls. Gibt sehr viele schöne Orte ohne das "töten".

Die neusten Leser-Kommentare

  • Nn am 16.07.2019 20:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Grausam

    Solange Menschen denken Tiere können nicht fühlen, müssen Tiere fühlen, dass Menschen nicht denken...

  • h.b.baumi am 16.07.2019 20:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Töten ohne Grund

    Es ist abartig, was der Mensch sich gegenüber den Tieren für Rechte herausnimmt, nur um Blutgeile Massen zu belustigen.

  • Maria am 16.07.2019 20:38 Report Diesen Beitrag melden

    Geht nicht hin schauen

    Das ist ganz schlimm und unbegreiflich für mich! Die armen Stiere, wer nur kann so etwas gutheissen? Das in der heutigen Zeit! Hilfe ein Riesenrückschritt und das in der Zeit mit Veganern etc. etc. etc.!!!!

  • L. Meier am 16.07.2019 20:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unfairen Stierkampf

    Einfach nur primitiv Werde diese Orte als Feriendomizil ganz sicher meiden. Diese Richter sollten sich einen Stier-Anzug überziehen und in die Arena schreiten und abwarten bis der Torero im eins in den hinteren sticht und zwar ordentlich!

  • M.G. am 16.07.2019 20:09 Report Diesen Beitrag melden

    Barbarisches Milliardengeschäft

    Es hat über 400 Stierkampfarenen in Spanien. Ein Torero kann bis zu 150'000 EURO pro Kampf erhalten. Mehr als 200'000 Menschen leben direkt oder indirekt von diesem barbarischen Brauch. Solange es genug Besucher solcher Veranstaltungen gibt die viel Geld für den Eintritt zahlen wird es schwer sein den Stierkampf abzuschaffen. In viel grösserem Ausmass finden Stierkämpfe in Mexiko statt. Aktuell hat es auch weibliche Toreros, es ist also eher die öffentlich zur Schau gestellte Tötung eines Tieres als ein Männlichkeitswahn. In jedem Fall ist es abscheulich.