Menschenrechte Kongo

03. März 2011 17:51; Akt: 03.03.2011 18:00 Print

In zwölf Jahren 200 000 Frauen vergewaltigt

Bürgerkrieg, Kampf um Bodenschätzte: In der Republik Kongo wurden in den letzten Jahren im Durchschnitt 45 Frauen pro Tag vergewaltigt. Viele erhalten keine Hilfe.

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Eines von 50 Opfern einer Massenvergewaltigung im kongolesischen Dorf Fizi, 20. Februar 2011. Soldaten Kongos waren am 1. Januar über die Frauen hergefallen. (Bild: Keystone/AP)

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Rund 200 000 Frauen sind in den vergangenen zwölf Jahren in der Demokratischen Republik Kongo vergewaltigt worden. Dies geht aus einem UNO-Bericht hervor, der am Donnerstag in Genf veröffentlicht wurde. In abgelegenen Gebieten hätten die Opfer keinerlei Hilfe, heisst es in dem Dokument. Es wurde von einer Expertenkommission im Auftrag der UNO-Hochkommissarin für Menschenrechte, Navi Pillay, geschrieben. Die Kommission hatte während 17 Tagen ein Untersuchung vor Ort geführt.

Viele vergewaltigte Frauen schwiegen, da sie eine Stigmatisierung ihres Umfeldes fürchteten und kein Vertrauen in die Justiz hätten, schreiben die UNO-Experten. In den meisten Fällen gebe es weder Gerichte noch Gefängnisse, um die Verantwortlichen für die Vergewaltigungen zu bestrafen.

«Die Opfer sind sehr enttäuscht, dass die Täter nicht ins Gefängnis kommen und die Opfer keinerlei Entschädigung erhielten», heisst es in dem Bericht weiter. Die UNO empfiehlt die Schaffung eines Unterstützungsfonds für die Opfer.

Die Justizministerin von Kongo-Kinshasa, Bambi Lessa Luzolo, unterstütze diesen Vorschlag. Ihre Regierung praktiziere eine Politik der Null-Toleranz von Vergewaltigungen, verfüge aber nicht über ausreichende Mittel. Die Mehrheit der jüngsten Vergewaltigungen wurden von Mitgliedern der Lord's Resistance Army (LRA) im Nord- Osten des Landes verübt.

(sda)