18. April 2005 10:04; Akt: 18.04.2005 10:04 Print

Indien und Pakistan auf dem Friedenspfad

Nach dem ersten pakistanisch-indischen Gipfeltreffen seit vier Jahren haben Präsident Pervez Musharraf und Regierungschef Mamohan Singh den Friedensprozess für unumkehrbar erklärt.

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Man habe eine Ausweitung der wirtschaftlichen Kontakte und des Grenzverkehrs in der umstrittenen Kaschmir-Region vereinbart, hiess es in einer von Singh am Montag verlesenen Erklärung.

Musharraf sagte zum Abschluss seiner Reise, die Gespräche mit Ministerpräsident Singh seien erfolgreicher gewesen als er es erwartet habe. Doch für die Beilegung des Streits über Kaschmir werde noch «viel Zeit und Weisheit» benötigt. «Lasst uns Schritt für Schritt vorangehen.» Pakistan habe seine Haltung bezüglich der Himalaya-Region geändert, um die beide Länder zwei Kriege geführt haben. Militärisches Eingreifen sei keine Option mehr, sagte der pakistanische Staatschef.

Am Sonntag hatte Singh die Einladung Musharrafs zu einem Besuch in Pakistan angenommen, ein Datum wurde noch nicht festgelegt. Beide Länder stehen unter internationalem Druck, ihre Differenzen friedlich zu lösen. Zuletzt war Musharraf 2001 in dem Nachbarland. Ihm und dem damaligen indischen Regierungschef Atal Bihari Vajpayee gelang es dabei aber nicht, sich in der Kaschmir-Frage zu einigen.

Der Status der Region Kaschmir ist seit der Unabhängigkeit Indiens und Pakistans von Grossbritannien im Jahr 1947 strittig. Im indischen Teil kämpfen zahlreiche Gruppen für die Unabhängigkeit oder den Anschluss der Provinz an Pakistan. Die Gefechte zwischen Rebellen und indischen Soldaten kosteten in den vergangenen 15 Jahren mehr als 66.0000 Menschen das Leben. Indien wirft Pakistan vor, die Rebellen militärisch zu unterstützen. Islamabad hat den Vorwurf zurückgewiesen. Atomtests beider Staaten 1998 nährten international die Sorge vor einer weiteren Eskalation des Konflikts. Seit dem vergangenen Jahr stehen Indien und Pakistan in einem Dialog, der die Beilegung aller Differenzen zum Ziel hat.

(ap)