Brasilien

09. Februar 2011 07:39; Akt: 09.02.2011 12:48 Print

Indios wollen Monster-Damm stoppen

Brasilien plant den Bau des drittgrössten Staudamms der Welt – mitten im Gebiet der Ureinwohner. Diese fürchten um ihren Lebensraum.

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Ureinwohner kämpfen in Brasilia um ihren Lebensraum. (Bild: Reuters)

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Die Ureinwohner der Region Xingu im Amazonasgebiet fürchten um ihren natürlichen Lebensraum. Grund dafür ist ein grosses Staudamm-Projekt. Der Bau des weltweit drittgrössten Wasserkraftwerks wird Schätzungen zu Folge bis zu 100 000 Siedler in die Region ziehen. Dies gefährde die dort lebende indigene Bevölkerung, insbesondere unkontaktierte Völker, schreibt die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV). Diese Menschen lehnen den Kontakt mit Aussenstehenden ab.

Geologen vermuten zudem, dass sich in den an das Staudammgebiet grenzenden Indianerreservaten grosse Rohstoffvorkommen befinden. Nach Angaben der GfbV wurden für rund 63 Prozent der Gesamtfläche der Reservate Genehmigungen für die Suche nach Bodenschätzen beantragt. Darüber werde die indigene Bevölkerung nicht informiert.

Die Führer der indigenen Stämme und weitere 86 Nichtregierungsorganisationen (NGO) aus der ganzen Welt haben deshalb die brasilianische Präsidentin Dilma Rousseff aufgefordert, den Bau des riesigen Staudamms Belo Monte zu stoppen. Sie übergaben einen Protestbrief mit mehr als 500 000 Unterschriften von Privatpersonen.

Bauriese darf 240 Hektaren Wald roden

Die brasilianische Umweltbehörde hatte Ende Januar mit einer Teilgenehmigung den Baubeginn für das umstrittene Staudammprojekt ermöglicht. Es erlaubt dem Baukonsortium Norte Energia die Rodung von rund 240 Hektaren Wald am Standort des geplanten Wasserkraftwerks am Fluss Xingu. Zudem können Strassen dorthin gebaut werden.

Sollte das 11 000-Megawatt-Projekt wie geplant 2015 fertiggestellt sein, wäre es das drittgrösste Wasserkraftwerk der Welt. Bis dahin müssen aber noch mehrere rechtliche Hürden überwunden werden.

(aeg/sda)