13. April 2005 18:15; Akt: 13.04.2005 18:16 Print

Irak: 12 Tote bei Anschlag auf Pipeline

Mit einem weiteren Besuch eines ranghohen Regierungsvertreters im Irak haben die USA versucht, den Druck für eine rasche Regierungsbildung zu verstärken.

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Am Vortag hatte Verteidigungsminister Donald Rumsfeld den Irak besucht.

Zwei Monate nach den Wahlen befinde sich das Land in einer entscheidenden Phase des politischen Wandels, sagte Vize- Aussenminister Robert Zoellick am Mittwoch. «Dies ist ein Prozess des politischen Übergangs, die Gründung der irakischen Demokratie.»

In der ehemaligen Rebellenhochburg Falludscha sprach er mit US- Soldaten über den Wiederaufbau der zerstörten Stadt. Auf dem Programm von Zoellick standen auch Gespräche mit Präsident Dschalal Talabani und dem designierten Ministerpräsidenten Ibrahim Dschaafari.

Langwierige Regierungsbildung

Die neue irakische Regierung soll noch in dieser Woche bekannt gegeben werden. Die Vorstellung des künftigen Kabinetts werde «in zwei oder drei Tagen» erfolgen, sagte ein Mitglied des Hohen Rates für die Islamische Revolution (SCIRI) dem irakischen Fernsehsender Al-Irakija.

Seit den Parlamentswahlen Ende Januar versuchen die Fraktionen eine tragfähige Regierung unter Einbezug von Sunniten zu bilden. Viele Millionen Iraker, die trotz Anschlägen bei den Wahlen ihre Stimme abgegeben hatten, erwarten, dass die neue Führung mehr unternimmt, um die Gewalt im Land einzudämmen.

Einen Tag zuvor hatte auch US-Verteidigungsminister Rumsfeld auf eine schnelle Regierungsbildung gedrungen. Er warnte die irakische Führung, Vetternwirtschaft und Zänkereien unter den Parteien könnten das Vertrauen in die neue Ordnung untergraben.

Anschlag in Kirkuk

Kurz nach der Ankunft Zoellicks explodierte in der Nähe der nordirakischen Stadt Kirkuk ein Sprengsatz und tötete zwölf Menschen. Irakische Sicherheitskräfte hatten nach Polizeiangaben kurz vorher den Hinweis erhalten, dass Aufständische an einer Öl- Pipeline einen Sprengsatz angebracht hatten.

Als ein Team von Spezialisten den Sprengsatz entschärfen wollte, explodierte eine zweite Sprengladung. Rund um Kirkuk lagern die grössten Ölvorkommen des Iraks.

Weitere Anschläge

In Bagdad wurden am Mittwoch ebenfalls mehrere Anschläge verübt. So explodierte im Osten der Hauptstadt ein Sprengsatz an einer Strasse, als ein amerikanischer Versorgungskonvoi vorbeifuhr. Der mit Treibstoff gefüllte Tanklastwagen ging sofort in Flammen auf.

Im Südwesten Bagdads wurde ein Autobombenanschlag auf einen US- Militärkonvoi verübt, der sich an einer Tankstelle befand. Eine weitere Autobombe explodierte auf der Zufahrtstrasse zum Flughafen. Nach Augenzeugenberichten galt diese einem US-Zivilkonvoi, der Passagiere zum Terminal bringen sollte. Mindestens acht Wagen gingen in Flammen auf. Es soll Verletzte gegeben haben.

Verschleppte US-Geisel fleht um Leben

Ein offenbar von Aufständischen am Montag verschleppter US- Bürger flehte in einem vom arabischen Nachrichtensender El Dschasira veröffentlichten Videoband um sein Leben. Der Mann hielt seinen Pass in die Kamera und appellierte an die US- Regierung, mit den Aufständischen zu verhandeln.

Im vergangenen Jahr wurden im Irak mehr als 150 Ausländer entführt. Rund ein Drittel von ihnen wurde getötet, einige wurden unter anderem nach der Zahlung von Lösegeld freigelassen.

(sda)