11. April 2005 07:18; Akt: 11.04.2005 07:22 Print

Irak: Amerikaner halten über 17 000 Gefangene

Die US- und irakischen Streitkräfte halten im Irak mehr als 17 000 Frauen und Männer gefangen. Die meisten von ihnen ohne eine formale Anklage, wie der für Gefangenenfragen im Irak zuständige Sprecher der US-Armee erklärte.

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Zwei Drittel dieser Häftlinge würden als «Sicherheitsgefangene» eingestuft, sagte Guy Rudisill in Bagdad weiter. Das andere Drittel sitze in irakisch geführten Gefängnissen ein.
In den US-Gefängnissen im Irak sitzen nach Angaben von Rudisill rund 10 700 Menschen ein. Rund 6000 davon sind im Gefängnis Camp Bucca inhaftiert, wo Anfang April bei einem Aufstand 16 Insassen verletzt wurden.
Knapp 3500 weitere Häftlinge sitzen im Abu-Ghraib-Gefängnis, das wegen der dortigen Gefangenenmisshandlungen durch US-Soldaten international bekannt wurde. In anderen Gefängnissen sind noch einmal rund tausend Häftlinge untergebracht.
Laut dem scheidenden irakischen Menschenrechtsminister Bachtiar Amin herrschen in den irakisch geführten Gefängnissen Bedingungen, die weit unterhalb internationaler Standards liegen. Es seien dringend Reformen nötig.
«Keine dieser Haftanstalten entspricht internationalen Standars für Sauberkeit, Essen und die Behandlung von Gefangenen», sagte Amin. Auch die Gebäude entsprächen nicht den Normen. «Wir haben um internationale Hilfe gebeten», sagte der scheidende Minister.
Laut dem Minister zählen die 18 von Irakern geführten Gefängnisse derzeit insgesamt rund 6500 Insassen, sowohl «gewöhnliche Straftäter als auch Terroristen». Von ihnen seien knapp 2600 bereits verurteilt. Etwa 130 der Insassen seien Frauen. Die britische Armee im Irak hält laut Amin 27 Menschen gefangen.

(sda)