Konflikt spitzt sich zu

04. Dezember 2011 16:24; Akt: 05.12.2011 08:52 Print

Iran meldet Abschuss einer US-Drohne

Im Osten des Irans hat die Armee laut Agenturberichten ein Spionageflugzeug der US-Armee vom Himmel geholt. Die Nato bestätigt den Verlust eines Aufklärungsflugzeugs.

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Eine solche Drohne vom Typ RQ170 der US-Streitkräfte will die iranische Armee abgeschossen haben. (Bild: Wikipedia/altair.com.pl)

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Die NATO hat den Verlust eines unbemannten Aufklärungsflugzeugs eingeräumt, nachdem Teheran den Abschuss einer solchen Drohne gemeldet hatte.

«Die Drohne, auf die sich die Iraner beziehen, könnte ein unbewaffnetes US-Aufklärungsflugzeug sein, das Ende vergangener Woche eine Mission über Westafghanistan flog», teilte die NATO am Sonntagabend in Kabul mit. Iranische Medien meldeten am Sonntag, die US-Drohne sei vom benachbarten Afghanistan aus in den heimischen Luftraum eingedrungen.

Die Bodenkontrolleure der Drohne hätten Ende vergangener Woche die Kontrolle über das Flugzeug verloren und sich seitdem darum bemüht, «seinen Status festzustellen», meldete das Hauptquartier der NATO-geführten Afghanistan-Schutztruppe Isaf. Das Pentagon in Washington äusserte sich zunächst nicht zu dem Vorfall.

Mit einer unverhüllten Drohung reagierte das iranische Militär. Es werde eine nicht näher erläuterte Reaktion geben. Ein solcher Schritt werde nicht auf die eigenen Landesgrenzen beschränkt sein, zitierte der Sender IRIB am Sonntag eine Stellungnahme der Streitkräfte.

Konflikt zugespitzt

Wegen des umstrittenen iranischen Atomprogramms und der Sanktionspolitik des Westens hatte sich der Konflikt mit Teheran in den vergangenen Tagen zugespitzt. Aus Protest gegen die jüngste Verschärfung britischer Sanktionen hatten regierungstreue iranische Demonstranten am Dienstag die britische Botschaft in Teheran gestürmt.

Grossbritannien reagierte mit der Ausweisung aller iranischer Diplomaten. Auch die USA, Kanada und die EU hatten ihre Sanktionen zuletzt verschärft. Der Westen wirft dem Iran vor, heimlich an Atombomben zu bauen.

In der Hand der iranischen Armee

Nach einem Bericht der iranischen Nachrichtenagentur Fars befand sich die weitgehend intakte Aufklärungsdrohne des Typs RQ-170 in der Hand des Militärs.

Bereits im Januar dieses Jahres will der Iran zwei westliche Drohnen abgeschossen haben. Das US-Veretidigungsministerium hatte das nicht bestätigt. Im Juli hatten Irans Revolutionsgarden selbst einen Medienbericht über einen weiteren Abschuss dementiert.

Eine Tarnkappen-Drohne des Typs RQ-170 wurde auch beim Ausspähen des Unterschlupfs von Terroristenführer Osama bin Ladens eingesetzt, wie die «Washington Post» im Mai unter Berufung auf Regierungsbeamte berichtete. Bin Laden war bei einem US-Spezialeinsatz im Mai in Pakistan getötet worden.

Nach Angaben der US-Luftwaffe ist die RQ-170 Sentinel ein unbemanntes Aufklärungs- und Beobachtungsflugzeug mit Tarnkappeneigenschaften.

Die Spionage-Drohne wird von einem US-Stützpunkt in Nevada aus gesteuert. Hersteller ist die Rüstungsfirma Lockheed Martin. Die USA setzen im Anti-Terror-Kampf ihre Drohnen auch zunehmend dazu ein, um mit ferngesteuerten Raketen Ziele zu treffen. Diese todbringenden Einsätze sorgen vor allem in Pakistan für massive Proteste in der Bevölkerung.

(Video: Youtube/RT)

(Video: Youtube/PressTV)

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Georg am 05.12.2011 18:14 Report Diesen Beitrag melden

    Virus

    War da nicht kürzlich eine Meldung über infizierte Drohen in den Medien? Der soll Steuerimpulse aufgezeichnet haben...

  • Kodumu am 05.12.2011 18:17 Report Diesen Beitrag melden

    Wer haftet?

    Das muss man sich jetzt mal vorstellen. Ein 20 meter Koloss verschwindet einfach und taucht irgendwo wieder auf. Was wenn das ding bewaffnet ist und irgendwo in Europa abstürzen würde? Wer haftet?

  • Andrea S. am 05.12.2011 19:48 Report Diesen Beitrag melden

    Und überhaupt, es ist nur Blech...

    Ich finde, wenn so ein Teil im fremden Luftraum herumkurvt, ist das davon betroffene Land berechtigt, es runter-zu-holen. Da ist der Absender dieses Teils wohl selber schuld!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Beat am 06.12.2011 13:00 Report Diesen Beitrag melden

    Wenn die Iraner ...

    ... diese Drohne tatsächlich unversehrt vom Himmel geholt haben, dann werden sie sich klugerweise davor hüten, den Beweis dafür zu liefern. Ist doch gut, wenn die Amis glauben, die Drohne wäre abgestürzt - das gibt schön Zeit, die Drohne Stück für Stück auseinander zu nehmen und zu analysieren.

  • Gismo am 06.12.2011 12:18 Report Diesen Beitrag melden

    Nur Vorwände!

    Ich habe Angst, dass diese Behauptung der USA wiedermal nur ein Vorwand ist ein Land azugreiffen. Iran ist eins der wenigen Ländern die sich den USA und Israel nicht unterwerfen. Ich find das auch gut so! Ich kann es jedem Land dieser Welt gönnen, Spionageflugzeuge abzuschiessen und die Technologie zu besitzen. Nur so wird ein einziger Staat die ganze Welt nicht beherrschen.

  • Döme am 06.12.2011 12:10 Report Diesen Beitrag melden

    Klaar

    Da fragt man sich doch was die Amis im Iran verlohren haben. Logisch reagiert der Iran so empfindlich, selbst wenn sie nicht heilig sind.

  • Andy M am 06.12.2011 01:30 Report Diesen Beitrag melden

    Schrittweiser Abbau von Militärs!

    Bestimmte Menschen haben immer noch nicht's aus der Vergangenheit gelernt, die waren stehen geblieben beim alten Kriegsbild. Warum werden diese Waffentechnologienen nicht endlich verboten weltweit, dies wäre doch ein grosser Vortschritt für die Menschheit, spart enorm viel Resourcen und kommt der Umwelt auch noch zu gute. Warum lernt die Menschheit nicht miteinander in Frieden zu leben und zwar schon in Familie, Schule, Beruf sowie im politischen Bereich. Wenn dies der Fall wäre brauchte es gar keine Armee auf dieser Welt sondern nur einen Zivil- oder Katastrophenschutz. Das wäre genug!

    • David am 06.12.2011 11:11 Report Diesen Beitrag melden

      Unrealistisch

      Das würde ich grundsätzlich unterstützen. Das Problem ist nur, dass sich die Länder dafür nicht genug vertrauen (wer würde den Nordkoreanern glauben, dass das Militär von denen abgebaut wird?), und selbst wenn man den Abbau nach aussen machen würde, im stillen Kämmerlein würde trotzdem weiter an Waffen geforscht.

    • Tommy am 06.12.2011 11:21 Report Diesen Beitrag melden

      Utopisch

      Klar wäre es am besten wenn sich alle machtgierigen Kriegstreiber und religiösen Fanatiker auf einen Schlag in friedliebende Hippies verwandeln würden. Aber das wird leider nicht passieren! Deshalb muss man sich an die Gegebenheiten anpassen und das heisst nun mal verteidigungsfähig sein!

    • Tom S. am 06.12.2011 11:52 Report Diesen Beitrag melden

      Verbot?

      Und seit wann hindert ein Verbot die Menschen daran dass zu tun was sie wollen oder für nötig halten?

    • markus am 06.12.2011 12:14 Report Diesen Beitrag melden

      Ich fühle mit dir

      Sehe es auch nicht ein diese ewige kriegstreiberei aber wer würde sich schon an ein waffenverbot halten? -.-

    • Oliver Twist am 06.12.2011 12:27 Report Diesen Beitrag melden

      Stimme ich halbwegs zu.

      Ja, das stimmt. Aber der Nachteil wäre, es gäbe nicht so viel Arbeit. Klarer ausgedrückt, es gäbe mehr Menschen auf der Welt, die ihre Familie, Kinder nicht mehr ernähren könnten wegen der grossen Arbeitslosigkeit. Wie viele Menschen arbeiten für das Militär auf der ganzen Welt. Genug! Also wird es auch nie Frieden geben.

    • Reto Stadelman am 06.12.2011 12:55 Report Diesen Beitrag melden

      Unrealistisch

      Weil Menschen verschieden sind und ganz andere Ansichten haben nach denen sie leben. Sehen sie als Beispiel nur mal die politische Landschaft der Schweiz an... In so einer Welt sind Konflikte vorprogrammiert. Daher kommt es zu Kriegen und daher wird es in einer solchen Welt auch IMMER Armeen geben. Die Welt die Sie sich vorstellen ist, mit Verlaub, eine "Blüemlischmeterlingeherzlibubeliwelt" die es nicht gab, gibt und geben wird...

    • Günther W. am 06.12.2011 13:03 Report Diesen Beitrag melden

      Militärische Forschung

      ... ist auch zivile Forschung. Die ganze Drohnentechnologie kann auch in zivilen Bereichen eingesetzt werden, vor allem im Katastrophenschutz, wo es für den Mensch selbst z.B. zu gefährlich ist. Klar könnte man gezielt in dieselbe zivile Richtung forschen, nur will das niemand finanzieren und auch der Ehrgeiz ist weniger vorhanden, wenn davon nicht die eigene Gesundheit und Reichtum abhängen.

    • Moep am 06.12.2011 13:22 Report Diesen Beitrag melden

      Verbote sind keine Lösung

      Viele innovative Technologien stammen aus der Rüstungsindustrie, bevor sie auch im zivilen Bereich genutzt werden konnten. Man denke zum Beispiel ans Internet oder GPS. Zudem wird es immer Gruppen geben, die sich nicht an solche Verbote halten wie etwa Terroristen. Ein Verbot solcher Technologien wäre meiner Meinung gerade zu fahrlässig

    • ristretto am 06.12.2011 13:23 Report Diesen Beitrag melden

      träumen

      träumen ist erlaubt))

    einklappen einklappen
  • j.b. am 05.12.2011 19:52 Report Diesen Beitrag melden

    Waren sicher nicht alleine..

    Ich gehe jetzt einfach mal davon aus, das der Iran von den Russen oder Chinesen bei dieser Aktion unterstützt wurden. Vorallem nach dem lesen anderer Quellen, deren Links ich hier nicht posten kann. Geht ja nicht..