Mit Drohne unterwegs

12. September 2019 10:11; Akt: 12.09.2019 10:11 Print

Iran nimmt zwei Reiseblogger fest

Im Iran sind drei Australier verhaftet worden. Zwei von ihnen waren als Reiseblogger unterwegs – dummerweise mit einer Drohne.

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Im Iran sind drei Australier festgenommen und inhaftiert worden. Jetzt wurden zwei von ihnen identifiziert: Es handelt sich um Jolie King und Mark Firkin, die auf der Durchreise mit dem Geländewagen aus ihrer Heimatstadt Perth nach London unterwegs waren. King und Firkin sind Reiseblogger und dokumentieren seit 2017 ihre Abenteuer auf Instagram und Youtube.

Die beiden sollen seit mindestens zehn Wochen in zwei verschiedenen Gefängnissen in Teheran sitzen. King, die zudem einen britischem Pass hat, soll zusammen mit einer weiteren Britin im berüchtigten Evin-Gefängnis sein. Wo der Mann inhaftiert ist, ist offen.

Der Fall landet noch vor Gericht

Die iranische Behörden werfen dem Paar wohl Spionage und Gefährdung der nationalen Sicherheit vor. King und Firkin sollen unerlaubt eine Drohne geflogen haben, meldete der Journalist Pouria Zeraati vom Sender Manoto TV. Zuvor hatte es geheissen, die beide hätten sich in einem militärischen Sperrbezirk bei Jajrood aufgehalten.

Ein Datum für den Prozess stehe noch nicht fest, berichtet «The Guardian». Bis anhin habe die iranische Regierung keinen Kommentar zum Fall abgegeben. Neben King und Firkin wird seit fast einem Jahr auch eine britische Universitätsdozentin festgehalten. Nach Informationen der britischen Tageszeitung «The Times» wurde die Frau zu zehn Jahren Haft verurteilt. Was ihr genau vorgeworfen wird, ist unklar.

Die beiden wussten nichts vom Drohnen-Verbot

«Unsere Familien hoffen, Mark und Jolie bald wieder sehen zu können», heisst in einer gemeinsamen Medienmittleilung der Angehörigen des Paares. Die Familie behaupte, dass es sich um ein Missverständnis handle, und dass King und ihr Verlobter Firkin«nichts von einem iranischen Gesetz wussten, wonach Drohnenflüge ohne Lizenz verboten sind», erklärte Journalist Zeraati.

Die australische Regierung hatte erst diese Woche ihre Reisehinweise für den Iran verschärft. Reisende wurden aufgerufen, ihre Reisepläne zu «überdenken» und nicht in die Grenzgebiete zum Irak und zu Afghanistan zu reisen. In den vergangenen Jahren waren mehrere Iraner, die auch den Pass eines westlichen Landes haben, bei Reisen in ihr Herkunftsland festgenommen worden. Mehrere von ihnen verbüssen Haftstrafen wegen des Vorwurfs der «Spionage».

Aufgepasst bei Reisen im Iran

Australien beteiligt sich an der US-geführten Marinemission zum Schutz der Schifffahrt in der Strasse von Hormus zwischen dem Iran und dem Oman. Premierminister Scott Morrison hatte im August angekündigt, eine Fregatte, ein Aufklärungsflugzeug sowie Militärangehörige zur Unterstützung der Mission zur Verfügung zu stellen.

Der Iran hatte zuletzt wiederholt Tanker in der Strasse von Hormus festgesetzt. Zudem wurden in der Region mehrere Tanker angegriffen, wofür Washington ebenfalls Teheran verantwortlich machte. Die Spannungen entwickelten sich im Zusammenhang mit dem Streit um das Atomabkommen mit dem Iran, aus dem die USA im Mai 2018 ausgestiegen sind.

(kle)