Atomstreit

12. Juli 2010 06:46; Akt: 12.07.2010 11:41 Print

Iran steht vor der schmutzigen Bombe

Der Iran hat nach eigenen Angaben schon 20 Kilogramm angereichertes Uran hergestellt. Und bald könnte das Land seinen Forschungsreaktor selbst versorgen.

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Der iranische Präsident Mahmoud Ahmadinejad. (Bild: Keystone)

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Iran behauptet, 20 Kilogramm angereichertes Uran produziert zu haben, zudem arbeite das Land an der Herstellung von Brennstäben, wie der Chef des Atomprogramms, Ali Akbar Salehi, am Sonntag sagte.

Bis September könne der Iran sich selbst mit Brennmaterial für seinen Forschungsreaktor in Teheran versorgen, sagte Salehi gemäss einer Meldung der Nachrichtenagentur Isna. Angereichertes Uran wird für Atomkraftwerke, aber auch für den Bau von Atombomben benötigt.

Allerdings braucht es für den Bau einer Atombombe Uran mit einem Anreicherungsgrad von beinahe 100 Prozent. Experten zufolge reicht jedoch ein Grad von 20 Prozent für den Bau einer sogenannten schmutzigen Bombe.

Unter Verdacht

Der Iran wird verdächtigt, unter dem Vorwand der zivilen Nutzung der Atomkraft am Bau einer Atombombe zu arbeiten. Verhandlungen der fünf UNO-Vetomächte und Deutschlands mit Teheran brachten bislang kein Ergebnis.

Brasilien und die Türkei hatten im Mai einen Kompromiss unterbreitet, wonach der Iran schwach angereichertes Uran in die Türkei schicken und im Gegenzug Brennstäbe erhalten sollte. Dies lehnten die an den Verhandlungen beteiligten Staaten ab.

Am 9. Juni verschärfte der UNO-Sicherheitsrat seine Sanktionen gegen den Iran. Daraufhin legte Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad die internationalen Gespräche über sein Atomprogramm auf Eis.

(sda)