Spionage-Vorwurf

12. Dezember 2011 11:03; Akt: 12.12.2011 11:20 Print

Iran will Drohne nicht zurückgeben

Der Iran will die angeblich durch eine Cyberattacke abgefangene US-Drohne behalten und für Einblicke in die geheime Technik ausbeuten. Teheran hat zudem bei der UNO protestiert.

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Die Affäre um die im Iran verschollene Stealth-Drohne von Typ RQ-170 Sentinel hat am Wochenende weitere Kreise gezogen. Teheran will den ferngesteuerten Flugroboter Anfang Dezember zur Landung gezwungen haben, als dieser über der iranischen Stadt Kaschmar unterwegs war. Kaschmar liegt rund 225 Kilometer von der afghanischen Grenze entfernt.

Die Nato spricht dagegen von einem unbemannten US-Aufklärungsflugzeug, das bei einem Einsatz über dem Westen Afghanistans verloren gegangen sei. «Die Drohne gehörte nicht dem Verteidigungsministerium, sondern dem amerikanischen Geheimdienst», sagte Hossein Salami, Brigadegeneral der Revolutionsgarden, am Sonntag. Teheran behauptet, die Drohne sei für Spionage eingesetzt worden.

«Feindlicher Akt» der USA

«Wir werden die US-Spionage-Drohne untersuchen und analysieren, um zu sehen, inwiefern sie unser technisches Know-how voranbringen kann», sagte Salami weiter. Den USA warf er Verletzung des iranischen Luftraums und damit einen feindlichen Akt vor. «Die USA können aber mit geeigneten Massnahmen diesen aggressiven Schritt wiedergutmachen», sagte Salami. Was genau er fordert, liess er offen.

Das iranische Fernsehen hatte am Donnerstag erstmals Bilder der Drohne gezeigt, die den Angaben zufolge nur kleinere Schäden aufwies. Teheran hat zudem einen Protestbrief bei den Vereinten Nationen eingereicht und eine Verletzung des iranischen Luftraums moniert. Ausserdem hat das iranische Aussenministerium den afghanischen Botschafter einbestellt.

«Ein Geheimdienst-Desaster»

US-Experten zeigten sich anfangs uneins, ob das Gerät echt sei, vor allem weil es scheinbar unbeschädigt war. Inzwischen scheint sich die Einsicht durchzusetzen, dass es sich um eine authentische Stealth-Drohne handelt und den Iranern ein Propaganda-Coup gelungen war. «So etwas kann man nicht nachmachen und fälschen», sagte Robert Baer, ein ehemaliger CIA-Agent und renommierter Antiterror-Experte, am Sonntag auf CNN.

Es sei möglich, dass die Iraner das unbemannte Flugzeug «gehackt» und damit zur Landung gezwungen hätten. Nun bestehe die Gefahr, dass die Russen und die Chinesen Zugriff erhielten zu hochgeheimer Technologie, etwa Wärmebild-Kameras mit sehr hoher Auflösung. Für die USA sei dies «ein weiteres Geheimdienst-Desaster», meinte Baer.


Das iranische Fernsehen zeigt die amerikanische Drohne. (YouTube)

(pbl/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • R.H. aus Z. am 09.12.2011 13:18 Report Diesen Beitrag melden

    Direkt in die Halle geflogen?

    Finde ich auch ... wie die USA reagieren würden, wenn jemand in ihr Luftraum eindringt? Und wenn ich die Bilder so anschaue, dann haben die Iraner bestimmt noch den Daniel Düsentrieb entführt, um das Riesending in die Turnhalle zu bringen - jemand musste es ja in Einzelteile zerlegt und wieder aufgebaut haben. Eine passende Türe fand ich weder im Video noch auf den Bildern ... wird ja aber auch nicht alles gezeigt.

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  • Sirus Zamani am 09.12.2011 02:35 Report Diesen Beitrag melden

    realistisch bleiben

    ..."zeigen im Inneren des Irans Wirkung": ja korrekt, denn das Volk wird jeden weiteren Druck verfielfacht zu spüren bekommen während die eigentlichen Personen des Regimes in ruhe weiter machen werden. Zudem würde ein Angriff auf dem Iran, das mittlerweile geteilte Volk dass deren Mehrheit nicht mit der Regierung einer Meinung ist, zusammenschweissen sowie der Propaganda-Maschinerie eine Bestätigung als `böses Westen` liefern ! Bitte nicht vergessen dass die regierenden im Iran nicht die Repräsentanten des Volkes sind jedoch Auswirkungen weiterer Isolationen diese Leute treffen.

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  • blackburn am 08.12.2011 23:34 Report Diesen Beitrag melden

    USA 0 Iran 1

    1.) Gute arbeit! Wer auch immer sie gemacht hat. 2.) Obama soll sich mal schön öffentlich Entschuldigen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Rold G am 12.12.2011 17:22 Report Diesen Beitrag melden

    Super Taktik

    Die Amis geben zu dass es eine echte Drohne ist obwohl dass nicht stimmt. So meint jeder dass die Drohne so beschaffen ist.

  • Dave am 12.12.2011 16:25 Report Diesen Beitrag melden

    Geiles Teil!

    So ein Flugi möchte ich auch! Ich frage mich wie das Ding angetrieben wird. Muss ja doch einige Zeit oben bleiben.

  • Hans-Peter Hächler am 12.12.2011 12:52 Report Diesen Beitrag melden

    Zerstörung

    ich frage mich, ob die USA die Daten nicht zerstören kann, so dass technische Werte wertlos würden. Hier währe eine zweite Drohne wichtig, (für Zerstörung) weil, Technik ist eben immer vorhanden.

  • Ilovenour am 12.12.2011 12:48 Report Diesen Beitrag melden

    ...würd ich auch nicht zurück geben

    aber geheime Technik, mit dem Geist kann man doch alles erschaffen, und von daher ist es ja nicht lange geheim. Würde die Drohne im Land aufstellen als Touristenattraktion...insgesamt, was ist denn diese Welt anderes als eine Touristenattraktion?

  • klar am 12.12.2011 12:43 Report Diesen Beitrag melden

    Die Drohne ist echt!

    Was für Sinn gäbe es für die USA eine Fakedrohne zurückzufordern? USA hätte es schon lange gesagt, wenn das eine iranishe Inszenierung wäre.