Hickhack im Atomstreit

03. Dezember 2011 08:39; Akt: 03.12.2011 08:40 Print

Iranische Diplomaten wieder zu Hause

In Einhaltung eines Ultimatums hat der Iran das Personal seiner Botschaft in London nach Hause zurückbeordert. Der Westen macht sich derweil Gedanken über einen Angriff auf den Iran.

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Ein Mitarbeiter der iranischen Botschaft schleppt einen Koffer aus dem Gebäude im Zentrum Londons. (Bild: AFP)

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Die aus Grossbritannien ausgewiesenen iranischen Diplomaten sind am Samstagmorgen in Teheran eingetroffen. Am Flughafen in der iranischen Hauptstadt wurden sie vom Sprecher des Aussenministeriums, Ramin Mehmanparast, empfangen, wie die Nachrichtenagentur Fars berichtete.

Nach der Erstürmung der britischen Botschaft am Dienstag in Teheran hatte Aussenminister William Hague die iranischen Diplomaten aufgefordert, das Land zu verlassen. Hague hatte der iranischen Führung vorgeworfen, die Angriffe auf die Botschaft sowie auf einen weiteren diplomatischen Komplex in Teheran geduldet zu haben.

Grossbritannien flog nach dem Vorfall seine eigenen Diplomaten aus dem Iran aus und schloss die Botschaft. Aus Protest gegen den Angriff riefen auch Berlin, Paris und Den Haag ihre Botschafter zurück.

Auf dem Flughafen demonstrierten am Samstagmorgen rund 150 regierungstreue iranische Studenten und wollten die Diplomaten willkommen heissen, wie ein AFP-Fotograf berichtete. Die Gruppe wurde aber von Journalisten und den Demonstrierenden abgeschirmt.

Mit der Erstürmung der Botschaft in Teheran hatten die Demonstranten gegen die jüngst von Grossbritannien, den USA und Kanada verhängten umfangreichen Sanktionen wegen des iranischen Atomprogramms protestiert.

Das iranische Parlament stimmte daraufhin für die Ausweisung des britischen Botschafters. Am Donnerstag beschloss die EU im Atomstreit mit dem Iran weitere Sanktionen.

Panetta gegen Luftangriff

Im Zusammenhang mit dem iranischen Atomprogramm und dem jüngsten Bericht der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) war in den vergangenen Tagen auch immer wieder über einen möglichen Luftangriff auf den Iran debattiert worden.

US-Verteidigungsminister Leon Panetta sagte am Freitag in Washington, es sei nicht sicher, ob mit solchen Angriffen auch wirklich Irans Nuklearanlagen getroffen würden. Dieses seien teils «sehr schwer zu erreichen». Im besten Fall würde ein solcher Angriff das Atomprogramm des Iran lediglich um «ein oder zwei Jahre» hinauszögern, sagte Panetta.

Russland skeptisch gegenüber Sanktionen

Russland äusserte sich skeptisch zu etwaigen neuen UNO-Sanktionen gegen Teheran. Die Möglichkeiten im Sicherheitsrat seien dahingehend «erschöpft», sagte der russische UNO-Botschafter Vitali Tschurkin.

Wichtiger sei es, Verhandlungen mit dem Land über sein Atomprogramm zu führen. Die UNO verhängte in der Vergangenheit bereits mehrfach Sanktionen gegen den Iran. Neben Russland stellte aber auch China bereits klar, eine neue Runde nicht zu unterstützen.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Andy M am 03.12.2011 11:45 Report Diesen Beitrag melden

    Stoppt Weltweit die Nuklearforschung!

    Wird Zeit das endlich diese Technologie gestoppt wird und zwar Weltweit. Nicht alle Resourcen sind gute wenn sie in die falschen Hände gelangen, des wegen sollte man sofort die foederung dieser Rohstoffe stoppen. Den diese haben bereits viel Unheil angerichtet in der Menschheit und der Umwelt viel geschadet. Des weiteren ist die Entsorgung von den Brennstäben aus AKW's sowie aus Armeebeständen noch weitgehend ungeloest für die nächsten Generationen. Alle Kriegstreiber dieser Welt sollten bestraft werden die überhaupt Nuklearwaffen haben, benutzen & forschen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Andy M am 03.12.2011 11:45 Report Diesen Beitrag melden

    Stoppt Weltweit die Nuklearforschung!

    Wird Zeit das endlich diese Technologie gestoppt wird und zwar Weltweit. Nicht alle Resourcen sind gute wenn sie in die falschen Hände gelangen, des wegen sollte man sofort die foederung dieser Rohstoffe stoppen. Den diese haben bereits viel Unheil angerichtet in der Menschheit und der Umwelt viel geschadet. Des weiteren ist die Entsorgung von den Brennstäben aus AKW's sowie aus Armeebeständen noch weitgehend ungeloest für die nächsten Generationen. Alle Kriegstreiber dieser Welt sollten bestraft werden die überhaupt Nuklearwaffen haben, benutzen & forschen.